Allgemeine Berichte | 08.03.2022, 12:28 Uhr

Stefan-Morsch-Stiftung

„Die Situation ist auf beiden Seiten fatal“

Stiftung besorgt über die Lage von Leukämiekranken in Ukraine und Russland

Susanne Morsch, Vorstandsvorsitzende der Stefan-Morsch-Stiftung. Foto: Stefan-Morsch-Stiftung/Andreas Heu
56

Birkenfeld. Lebensrettende Stammzellprodukte können aufgrund des Krieges, wie etwa durch Schließung der Grenzen oder den Sperrungen im Luftraum, nicht zu den Patienten gebracht werden: Die Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands erste Stammzellspenderdatei, steht mit Partnerorganisationen in beiden Ländern in engem Austausch – und plant Hilfsmaßnahmen für geflüchtete ukrainische Leukämiepatienten. „Die Situation ist auf beiden Seiten fatal“, betont die Stiftungsvorsitzende, Susanne Morsch. Bringen Chemotherapien oder Bestrahlungen keinen Erfolg, ist die Stammzelltransplantation von nicht-verwandten Spendern die oftmals einzige Überlebenschance für Betroffene. Dafür benötigt man jedoch einen sogenannten genetischen Zwilling, der häufig nur im Ausland gefunden wird: „Die Hilfe für Menschen mit Leukämie war und ist schon immer grenzüberschreitend und international. Das ist mit dem Ausbruch des Krieges in beiden Ländern so gut wie zum Erliegen gekommen.“ Die Stefan-Morsch-Stiftung, die als erste Stammzellspenderdatei in Deutschland gegründet wurde, um für Leukämiekranke passende Stammzellspender zu finden, hat seit Jahrzehnten gute Kontakte in Osteuropa und Russland: „Wir tauschen uns eng mit beiden Seiten aus und versuchen alles für die Betroffenen möglich zu machen. Wir bemühen uns zu unterstützen, so gut wir können – aber in weiten Teilen sind uns diesbezüglich aufgrund der Lage die Hände gebunden.“

Unter den nach Deutschland geflüchteten Ukrainern befinden sich auch zahlreiche Leukämiekranke: „Da sind beispielsweise Kinder in ukrainischen Kliniken oder auf der Flucht, die eigentlich transplantiert werden sollten. Und aktuell ist es nicht möglich, Stammzellen in die Ukraine zu schicken – oder die Transplantate, die vor Kriegsbeginn geliefert wurden, nun nach Deutschland weiterzuleiten.“ Damit die überlebenswichtige Behandlung nahtlos fortgesetzt werden kann, hat sich nun die Stefan-Morsch-Stiftung eingeschaltet: „Wir stehen einerseits vor der Herausforderung, die Versorgung leukämiekranker Menschen in der Ukraine zu unterstützen – und andererseits die Behandlung ukrainischer Patientinnen und Patienten in Deutschland sicherzustellen“, berichtet Susanne Morsch. „Unsere Stiftung will hier unbürokratisch helfen, damit die Betroffenen so schnell wie möglich transplantiert werden können.“ Aus diesem Grund stimmt sich die gemeinnützige Organisation mit den Kollegen in der Ukraine sowie den deutschen Transplantationszentren ab. Darüber hinaus wurde eine Spendenaktion gestartet.

Auch die World Marrow Donor Association (WMDA), der Weltverband der Knochenmarkspender mit Sitz im niederländischen Leiden, hat sich in einem offenen Brief zur aktuellen Lage in der Ukraine geäußert: „Wir fordern alle Parteien auf, das humanitäre Völkerrecht zu respektieren, indem sie die rasche und sichere Lieferung von Zellprodukten an alle Patienten, die eine Transplantation benötigen, sicherstellen – sowie den Zugang zu Pflege und Arzneimitteln für Patienten gewährleisten, die komplexe Transplantationsbehandlungen benötigen, wie etwa Patienten mit Blutkrebs. Wir stehen unseren Kollegen, Freunden, Familien, Spendern und Patienten bei, die von dieser Tragödie betroffen sind, und wir werden unsere Mitglieder in dieser schwierigen Zeit weiterhin unterstützen.“

Über die Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung unter www.stefan-morsch-stiftung.de findet man sowohl die Möglichkeit, sich einfach und schnell als Stammzellspender zu registrieren, als auch – unter dem Stichwort Ukraine – geflüchtete Leukämiepatienten mit einer Geldspende zu unterstützen.

Pressemitteilung

Stefan-Morsch-Stiftung

Susanne Morsch, Vorstandsvorsitzende der Stefan-Morsch-Stiftung. Foto: Stefan-Morsch-Stiftung/Andreas Heu

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
0

Neuwied/Unkel/Erpel. Die KreisVolkshochschule (kvhs) Neuwied lädt Ende November zu drei vielseitigen Workshops in Unkel und Erpel ein. Den Auftakt macht am Dienstag, 24. November (18:00–21:00 Uhr) in der Stefan-Andres-Schule in Unkel der Kochkurs „Suppen als Vorspeise, zum Sattessen und festlich“ (U351-26-2), bei dem wärmende Rezeptvariationen zubereitet und gemeinsam verkostet werden. Ebenfalls in...

Weiterlesen

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 30
37

Regelmäßig präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Dauerauftrag
Rednerböötche
Konfetti & Ahoi
Martinsmarkt Adenau
Anzeige Steampunk-Abendmarkt "Zeitreise im Lichterglanz“
Ausbildung zum Metallbauer
Traueranzeige Wolfgang Kruft
Karnevalsauftakt in Mülheim-Kärlich
Weitere Artikel
Symbolbild.
1863

Astrologische Vorschau für die KW 46: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 9. bis 15. November 2026 - Zwischen neuen Chancen und unerwarteten Herausforderungen

Die zweite Novemberwoche bringt Bewegung in den Alltag der zwölf Sternzeichen. Während sich in manchen Lebensbereichen neue Möglichkeiten eröffnen, können an anderer Stelle Spannungen und kleine Rückschläge für Unruhe sorgen. Besonders in der Liebe sind Offenheit und Geduld gefragt. Auch beruflich gilt es, Chancen zu erkennen, ohne vorschnell Entscheidungen zu treffen. Gesundheitlich rückt die Balance zwischen Aktivität und Erholung stärker in den Mittelpunkt.

Weiterlesen

LAST CHRISTMAS Musical in Koblenz
56

Anzeige – BLICK aktuell verlost 3 x 2 Tickets

LAST CHRISTMAS Musical in Koblenz

Das Musical „Last Christmas Miracle“ entführt den Besucher in eine bewegende Liebesgeschichte rund um die weltbekannten Weihnachtshits von Klassikern wie z.B. von Dean Martin bis zu den mitreißenden Pop-Weihnachtssongs von Mariah Carey, Kelly Clarkson, Michael Bublé, Elton John, Ed Sheeran und vielen anderen. Jeder der beliebten Songs findet seinen passenden Platz.

Weiterlesen