„Schrei nach Liebe“ der Polka-PoyZ und der blasenden Tiere
Die „Wahren Helden der Weihnacht“ rockten in der Kulturwerkstatt
Remagen. Weihnachtliche Stimmung der besonderen Art, dafür sind die Polka-PoyZ um Frisör Ralf seit Jahren ein Begriff, so die Schlagzeile der Woche im vergangenen Jahr. Doch Steigerung scheint immer noch möglich, wenn auch kaum fassbar. Liegt es am Publikum in der voll besetzten „Kulturwerkstatt“, dass die Protagonisten auf der Bühne bis zur Besessenheit anpeitscht, oder einfach an der unbändigen Spielfreude, die überstrahlt auf die nicht allzu sehr weihnachtlich gestimmte Besucherschar? Egal, Hauptsache, die Post geht ab beim musikalischen Feuerwerk der Superlative, das in diesem Jahr nahezu vier Stunden die Fans verwöhnte. Und ihrem langjährigen Motto machte die Musikgruppe auch erneut wieder alle Ehre: „Bevor Sie beim Hören das Polka-Fieber packt, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker“. Und der Satz, wenn der Vorhang aufgeht, in diesem Jahr zum ersten Man elektrisch gesteuert, ist die von „Snoopy“ gefertigte prächtige Bühnendekoration noch feucht, stimmte allerdings nicht. Fast einen Tag zuvor hatte der „beste Bühnenbildner des Universums“, so Ralf Alex, den Malerpinsel aus der Hand gelegt. Und erneut blieb kein lachendes Auge trocken als die ersten von Ralf Alex umgetexteten, bekannten und beliebten Lieder das Publikum zum Mitsingen animierten. „Last Christmas von George Michael ist dazu nahezu ein Garant. Eindrucksvoll, direkt am Anfang dazu die Bläsergruppe, die als blasende Tiere wieder die Publikumsgunst auf ihrer Seite hatte. Mit „Schneeflöckchen“ und „White Christmas“ war der erste Block ganz dem kommenden Christfest gewidmet - allerdings immer im Polka-Rhythmus, der die „Festgemeinde“ in eine ganz besondere „Andachtsstimmung“ versetzte. Tja, und die wahren Helden der Weihnacht sind heutzutage die Paketzusteller - so auch das Bühnenbild - Nikolaus von DHL. Der zweite Musikblock, eine Mischung aus Evergreens zum Mitsingen, Neue Deutsche Welle und Kölsche Tön. Ob „Päckchen Mann“, „Auf die Fresse“, „Leev Marie“, „Drink doch eene mit“ oder „Eierlikör“, die musikalischen Pakete kamen an, der Eierlikör auch. Ralf Alex hastete über die Bühne und den Vorbau, als müsste er selbst jedes einzelne Päckchen bis Weihnachten abgeliefert haben. Und die Bläsergruppe mit Mike Wahl von den Remagener Stadtsoldaten, mit Andreas Wetzler aus Sinzig und Wolfgang Schäfer aus Köln, legten Solopartien hin, die mit tosendem Applaus belegt wurden. Wie Dirk Meyer an den Drums die „Schwerstarbeit“ des musikalischen Gewitters über vier Stunden über die Bühne brachte, ist einer besonderen Betrachtung wert. Martin Beck und Archie Grams gingen förmlich auf im dritten Block, der „ihrer“ Polka-Musik gewidmet war. Als „Wahre Helden“ der Literatur standen sie dabei auf der Bühne, als Engel Gabriel oder Christkind, als Peter Pan und als Asterix. Dieser kleine Held war stehend durch den voll besetzten Saal geschoben worden - alleine das schon fast eine Heldentat. Da ging dann aber erneut die Post ab: „Polka-PoyZ goes Christmas“ auf ihre eigene Art. Beim „Popo-Polka“ holte sich der Frontman reizende Unterstützung auf die Bühne, den „Polka-Rock“ nahmen die Besucher wörtlich und bei „Dein ist mein ganzes Herz“ flogen den Musikern selbige zu. Dieses besonders einem kleinen Helden auf der Bühne: Yannick, der Sohn von Martin Beck, unterstützte die Band zum ersten Mal, und ihm flogen die Herzen besonders zu. Ohne Zugaben kamen die „Polka-PoyZ“ nicht von den Brettern, die ihre Welt bedeuten. Von „Stille Nacht“ konnte keine Rede sein, aber „Tage wie diese“ erlebt man nicht häufig, und der „Schrei nach Liebe“ wurde von der Schar der Musik- und „Polka-PoyZ-Freunde“ voll erwidert. AB
Das Publikum war hellauf begeistert.
