Allgemeine Berichte | 14.03.2018, 13:17 Uhr

Gartenkolumne Ulrich Junker

Die Woche im Garten

Nachtfröste noch im April

Die japanische Astsäge.Ulrich Junker
21

Mitte März, gärtnerisch eine wunderbare Jahreszeit, alles ist wieder im Wachstum und manches auch schon in der Blüte. Die Schneeglöckchen, Schneeheide und Christrosen haben auch eine dicke Schneedecke gut überstanden. Auch die Zwergiris waren nach dem Tauwetter sofort da, die Krokusse sind offen und die Tulpen treiben munter ihre Spitzen. Etwas gelitten haben die Stiefmütterchen und die Primeln in ihren Kästen, und man muss sehen, ob man da etwas nachpflanzen muss.

Zufällig stießen wir darauf, dass ein englischer Professor in der Samstagsausgabe der „Financial Times“ seit Jahrzehnten eine umfangreiche Gartenkolumne hat. Und was schlägt er für den März vor? Weiße Hyazinthen, weiträumig ins Staudenbeet gepflanzt, darauf muss man auch erst mal kommen. Bei uns sind es bis jetzt die in all den Jahren zuvor von der Fensterbank ausgepflanzten Frühnarzissen, die jetzt in langen Reihen aufgehen. Wenn es jetzt darum geht, wann man die frostempfindlichen Kübelpflanzen aus dem Winterquartier holt, so ist vielleicht folgende Beobachtung hilfreich: In den letzten zehn Jahren gab es in vier davon noch im April Nachtfröste, am spätesten 2010 sogar erst am 22., einmal am 19. und einmal am 16. April. Ab dem 20. kann man es also wagen. Dann können auch die Dahlienknollen in die Erde bzw. in Töpfe und die Mombretien ins Beet. Wer gerne eigene Kartoffeln hat, treibt sie jetzt in einem warmen Raum vor. Man sieht, die Gartenarbeit fängt wieder an und sie ist willkommen. Die Hortensien schonungsvoll zurückschneiden, den Sommerflieder dagegen ganz kräftig. Bei den Obstbäumen und Obststräuchern liegt das schon hinter uns, bei den Rosen noch vor uns, und der leichte Frostschaden an den Trieben ist bald überwunden. Man kann schon Bärlauchblätter pflücken, und man kann den ersten Lollo-Salat aufs Beet setzen. Mit der Aussaat von Blumen und Gemüse wird aber gewartet, bis die Tagestemperatur zuverlässig 15 Grad erreicht. Der Rasen sollte jetzt bei Trockenheit vertikutiert werden und dann auch seine Frühjahrsdüngung erhalten, die schon nach einer Woche sichtbar wirkt. Dabei haben Gänseblümchen in ihrer Blüte noch ein Lebensrecht, etwas später sogar Butterblumen und Vergissmeinnicht. Im Übrigen beginnt jetzt auch wieder die Zeit in der keine Hecken und Sträucher kräftig zurückgeschnitten werden dürfen, um die Tierwelt zu schonen.

Neue Serie: Gärtnertipps

Ab jetzt ist diese Kolumne wieder zweiwöchentlich, und mit einer neuen Serie: Nicht mehr Blumenrätsel, sondern praktische Gärtnertipps. Diesmal ist es die abgebildete japanische Astsäge, auf Zug geschliffen, wie man das nennt. Natürlich sind auch unsere deutschen Astsägen vorzüglich, aber das japanische Modell schneidet besonders schnell und sauber.

Ulrich Junker

Die japanische Astsäge.Foto: Ulrich Junker

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