Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 2019 vorgestellt
Die erste Glühbirne des Ahrtals brannte in Ahrweiler
Traditionsreiche und beliebte Publikation ist ab sofort erhältlich
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Immer wenn sich das Jahr dem Ende entgegenneigt, kommen in der Region die Freunde heimatkundlicher Literatur voll auf ihre Kosten. Kein Wunder, erscheint doch stets pünktlich im Herbst das druckfrische „Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 2019“. Die Publikation, die im Jahre 1926 ihre Premiere feierte, erscheint inzwischen – mit Unterbrechungen – im 76. Jahrgang und hat auch mit der 2019er Auflage nichts an ihrer Faszination verloren. Dies beweist auch die Tatsache, dass stets die gesamte Edition von mehr als 5.000 Exemplaren restlos ausverkauft wird.
Die Redaktion liegt mittlerweile in den Händen von Jürgen Kempenich, der als Referent für Kreisgeschichte im Laufe des Jahres den in den Ruhestand gewechselten Leonhard Janta ablöste. In bewährter Weise finden sich im neuen Heimatjahrbuch Themen der Bereiche Geschichte, Kultur, Natur und Gesellschaft aus vielen Regionen des Kreises Ahrweiler – eine Verbindung zwischen Tradition, Moderne, Historie und Aktualität. Insgesamt 69 Autorinnen und Autoren lieferten diesmal 68 Beiträge, die wie immer Informatives, Überraschendes und durchaus auch Kurioses bereithalten. So beweist das „Reparatur-Café Brohltal“ in Niederzissen, dass es dank Kreativität und Engagement durchaus Wege aus der Wegwerfgesellschaft gibt. Apropos Engagement: Dafür steht auch das Deutsche Rote Kreuz, dessen Kreisverband Ahrweiler seit 135 Jahren im Dienste der Menschen tätig ist. Immerhin vier Tage lang dauerte die Wanderung entlang der topografischen Grenze des Kreises Ahrweiler, über die Dr. Richard Volk berichtet – vom nördlichsten Punkt nahe der Insel Nonnenwerth bis zum südlichsten Punkt im „Elsberger Loch“ unweit von Müllenbach. Ein veritabler „Lost Place“ ist hingegen das ehemalige Hotel Waldburg in Remagen, dessen Geschichte Olaf Goebel beleuchtet.
Von den frühen Kelten zur „Franzosenzeit“
Weitere historische Beiträge behandeln unter anderem die älteste Brennerei des Kreises in Lantershofen, die Kripper Ringofenziegelei, das Prümer Urbar, die amerikanische Besatzung von Brohl nach dem Ersten Weltkrieg sowie die Siedlungsreste der frühen Kelten in Remagen und archäologische Spuren der „Franzosenzeit“ im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Kurios: In „Hopfen und Malz, Gott erhalt`s“ präsentiert Steffen Schütze die 1.125-jährige Geschichte der Bierbrautradition des eigentlich als Rotweinmetropole berühmten Ahrweiler. Dass eben jenes Ahrweiler im Jahre 1888 das Aufflackern der ersten Glühbirne im Ahrtal dem jungen Mediziner Dr. Carl von Ehrenwall verdankte, der in seiner zehn Jahre zuvor erbauten Klinik einen mit Dampfkraft betriebenen Dynamo zur Stromerzeugung unterhielt, ist ebenfalls im Heimatjahrbuch 2019 nachzulesen. Im Bereich Natur werden die Vulkangenerationen des Kreises und der beeindruckende Flug der Kraniche vorgestellt. Dass Remagen während der „Zeit der Eisblumen“ anno 1956 wochenlang von einer dicken Eis- und Schneeschicht bedeckt war, ist in Zeiten der Klimaerwärmung kaum noch vorstellbar. Das 292 Seiten starke „Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 2019“ ist zum Preis von 7,50 Euro überall im lokalen Buchhandel erhältlich.
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