Konzert des Talentforum Mendig e.V. auf Schloss Burg Namedy

„Die hohe Kunst, der leichten Muse“

12.01.2022 - 16:59

Namedy/Mendig. Im wunderschönen Spiegelsaal des Schlosses Burg Namedy konnte im vergangenen Jahr das 12. Konzert des Talentforums Mendig e.V. stattfinden, coronabedingt mit einem Jahr Verspätung.

„Wir sind sehr dankbar, dass wir unseren jungen Talenten, die im letzten Jahr (2020) eine Förderung durch das Talentforum erhalten haben, die Möglichkeit bieten konnten, vor einem interessierten Publikum, ein hochklassiges Programm zur Aufführung zu bringen.“ So der erste Vorsitzende des Fördervereins, Christoph Kranz.

„Dieses Konzert konnten wir nur durchführen unter Beachtung der entsprechenden Abstands- und Hygieneregeln, sowie dem Nachweis „2G“, der auch bereitwillig vom Publikum erbracht wurde.“

In diesem Jahr präsentierten sich die Künstlerinnen und Künstler, unter ihnen mehrfache Preisträger:innen des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“, mit einem besonderen Konzertprogramm ihrem Publikum, welches den Titel trug: „Die hohe Kunst, der leichten Muse“.

Komponisten und Künstler bedienten mit der oft unterschätzten „Leichten Muse“ den Wunsch des Publikums nach einer gefälligen Unterhaltung. Nach den coronabedingten Be- und Einschränkungen wollten die jungen Künstlerinnen und Künstler nun endlich wieder Musik machen, die ihnen am Herzen lag. Und das mit viel Verve und einer beeindruckenden Virtuosität, die man in vielen Konzertsälen in dieser Vielfalt nicht oft zu hören bekommt, jedenfalls nicht konzentriert auf einen einzigen Konzertabend. Unter der bewährten musikalischen Leitung von Thomas Mombaur, der das Programm auf Anregung der Talente ansprechend und abwechslungsreich zusammengestellt hat, konnte man von Bach über Chopin bis Astor Piazzolla ein breites Oeuvres der jungen Akteure genießen. Die charmante und kurzweilige Moderation des Abends bereicherte Bettina Kranz um manche interessante Hintergrundinformation zu den Musikstücken.

Vanessa Kato startete furios mit einer Prélude aus Bachs „Englischer Suite in a-moll“. Da war die Verbindung mit einer „Fuge für Gitarre“ des Komponisten, eine logische Ergänzung. Diese wurde souverän präsentiert durch den jungen Gitarristen Stefan König. Nach dem bekannten, und technisch anspruchsvollem „Rondo Capriccioso“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, als pianistisches Feuerwerk abgebrannt durch Carolina Mombaur, kam es zu einer musikalischen Liaison zwischen der Cellistin Myriam Baumann, und Leander Mombaur am Klavier. Myriam Baumann bietet mit ihrem Cellospiel eine musikalische Reife, die sie als Mitglied des Bundesjugendorchesters bereits mit prominenten Dirigenten wie Simon Rattle und Kirill Petrenko in Kontakt brachte.

Alexander Seng widmete sich in dem Programm Frédéric Chopin mit einem „Scherzo“ und einem „Presto con fuoco“ – dass einem der Atem stockte. Die Anforderungen an die Geläufigkeit und der nicht einfach zu erfassende Notentext, waren bei Alexander Seng bestens aufgehoben. Ein brillantes Wechselspiel zwischen Tastenakrobatik und zarten Momenten, wie in dem von Chopin in dem Scherzo eingeflochtenen polnischem Weihnachtslied „Schlaf mein Jesulein, schlaf“, wurden meisterhaft präsentiert.

Mit einem, den Spiegelsaal ganz mit Klang erfüllendem, nicht endendem Melodiebogen, rundete Leander Mombaur die erste Programmhälfte mit Stücken von Alexander Scriabin ab. Ein Genuss diesem jungen „Jurastudenten“ zuzuhören – hoffentlich überlegt er es sich nochmals mit seiner Berufswahl – der Kunst und den Musikfreunden wäre es sehr zu wünschen.

Nach der Pause, die das Publikum in den schönen, weitläufigen Räumlichkeiten des Schlosses genießen durfte, ging es weiter mit Sophie Vallendar und Vanessa Kasto. Sie präsentierten mit schönem warmen Geigenton „Liebesleid“ und „Kleiner Wiener Marsch“ von Fritz Kreisler. Antonia Kranz sang, begleitet von Thomas Mombaur am Klavier „Almost there“ aus dem Musical „Der Froschkönig“. Mit viel Verve brachte sie die beschwingte Charleston-Nummer zu Gehör und begeisterte stimmlich und darstellerisch. Später konnte man sie auch noch als die Verkörperung der Rolle des Tods mit dem Lied „Der letzte Tanz“ aus dem Musical Elisabeth hören.

Den nächsten Gesangspart übernahm dann Ayu Hosea, welche unter anderem festes Ensemblemitglied des „Jungen Theaters“ in Koblenz ist. Mit dem Song „All that jazz“ aus dem Musical Chicago, entführte sie das Publikum ausdrucksstark in die Nachtclubszene Chicagos der Goldenen Zwanziger Jahre. Begleitet wurde sie von dem erfahrenen Pianisten Holger Kappus.

Bevor die Geschwister Carolina und Leander Mombaur dem Konzert mit Astor Piazzolas „Libertango“ in der Version für 4 Hände und einem Klavier einen glanzvollen Abschluss gaben, konnte die Moderatorin des Abends, Bettina Kranz, die Aufmerksamkeit auf ein besonderes musikalisches Highlight des Abends lenken. Zwei Jazz-Balladen wurden von Louis Steffens, Trompete und Thomas Mombaur auf dem Konzertpodium zelebriert. Mit diesen beiden Könnern der Jazz-Improvisation wurde erlebbar, was entstehen kann, wenn Musiker von der gleichen Idee des Musikmachens begeistert sind und das dann in einem genialen Zusammenspiel mündet. Das Publikum darf zuschauen und zuhören, wenn Musik neu entsteht – und das live! Louis Steffens, Musikstudent in Köln, ist diesbezüglich schon weit oben im Ranking der Trompeter angelangt. Er spielt aktuell schon mit der WDR-Big Band und lässt noch viel Gutes für seine Entwicklung erhoffen.

Zum Schluss des Konzertes gab es für die Künstlerinnen und Künstler lange anhaltenden Applaus und für Prinzessin Heide von Hohenzollern einen großen Blumenstrauß als Dank für die Gastfreundschaft, die bereits zum neunten Male die Durchführung auf Schloss Burg Namedy ermöglichte.

Pressemitteilung

Talentforum Mendig e.V.

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juergen mueller:
Bevor solche Kommentare in Umlauf gebracht werden, sollte man sich vorher genau informiert haben. Gibt es solche Sitzungsgelder, dann ist das rechtens, denn umsonst gibt es heutzutage nichts mehr (Zeit heutzutage will vergütet werden). Hier geht es auch nicht darum, wer was erhält, sondern welche...
Bernhard Sommer:
Wirtschaftliche Perspektive? Ich hoffe dass Herr Langner dann auch keine Sitzungsgelder usw. als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung und Aufsichtsratsmitglied bekommt !!!! Und er kann das dem Weihnachtsmann erklären, dass es erst eine Woche vor Fälligkeit auffällt, dass kein Geld mehr da ist..........
juergen mueller:
Wirtschaftliche Perspektive? Wenn ein Unternehmen, wie das GKM, kontinuierlich Liquiditätsprobleme hat, dann geht man zuerst an diejenigen, die dafür am wenigsten können? Herr Langner ist Vorsitzender der Gesellschafterversammlung u. sitzt im Aufsichtsrat. Wenn im Januar oder Februar wieder diese...
juergen mueller:
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