Adenbachhut feiert althergebrachtes Patronatsfest
„Die kleinste aber auch die vornehmste Hut“
Heimatverein „Alt-Ahrweiler“ überbrachte großzügige Spende
Ahrweiler. Auf traditionelle Weise feierte die Adenbachhut ihr Patronatsfest zu Ehren der heiligen Maria.
Nach einer von Dechant Jörg Meyrer zelebrierten Heiligen Messe fanden sich die Hutengemeinschaft und zahlreiche Bürger im Hotel Stern ein um beim obligatorischen Frühschoppen allerhand Neues zu erfahren. Nach der offiziellen Begrüßung machte Hutenmeister Bernd Koll die Brückenpfeiler in der Adenbach- vom Volksmund ob ihres Aussehens auch als „Schwurfinger“ bezeichnet- zum Thema seiner Rede. Als Teil der „unvollendeten Bahnlinie“ sollte die geplante Eisenbahnbrücke eine schnelle Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und dem Elsass herstellen- es waren unruhige Zeiten, stets herrsche Kriegsgefahr mit dem Nachbar Frankreich. 1924, der erste Weltkrieg war seit sechs Jahren beendet, wurde das Eisenbahnprojekt endgültig zu den Akten gelegt. Prinz Mathias I. (Rudolphi) von der Ahrweiler Karnevalsgesellschaft lobte die gelebte Tradition, wie sie von der Hutengemeinschaft gepflegt wird. „Mein Apell geht auch an die Jugend, all dies aufrecht zu erhalten“, so der Prinz.
Jahresrückblick
Chronist Karl Heinen blickte anschließend auf das Jahr aus Sicht der Adenbachhut zurück, vom Patronatsfest über das Maibaum- Aufstellen, den zum zweiten Mal veranstalteten „Backes-Klaaf“, die Seniorenfahrt nach Schalkenmehren mit 51 Teilnehmern, das Weinfest mit Weinstand der Addemechshöde Jonge, dem Martinstag bis hin zur Adventsfeier. Dechant Jörg Meyrer- selbst Bewohner der Adenbachhut, die er augenzwinkernd als „kleinste aber vornehmste Hut“ bezeichnete- berichtete vom Ahrweiler Pfarrgarten, der für die Landesgartenschau 2022 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Entsprechende Planungen laufen bereits. „Immerhin ist der Pfarrgarten die größte unbebaute Fläche innerhalb der Stadtmauern“, so Meyrer. In Doppelfunktion als Bürgerschützenkönig und erster Beigeordneter der Stadt war Peter Diewald zum Patronatsfest gekommen. In Sachen des geplanten „Hängeseilbrückenprojekts“ im Bereich der erwähnten „Schwurfinger“ wies Diewald darauf hin, dass die Hängebrücke vom Weltjugendtag-Kreuz aus über den Hang und eben nicht auf den Brückenpfeilern errichtet werden soll. Hier müsse jedoch noch einiges geklärt werden, bevor der Rat eine Entscheidung treffen könne.
Erhalt von Verein und Traditionen
Die kürzlich beschlossene Satzungsänderung der Addemechshöde Jonge, die es nun auch Nicht-Junggesellen erlaubt, Mitglied zu werden, bezeichnete Ben Mombauer, König der Aloisiusjugend als wegweisende Entscheidung, um den Verein und gemeinsame Traditionen zu erhalten. Einen Ausblick auf die kommenden Aufführungen des Theatervereins Lätitia Bachem lieferte Ferdi Heuwagen als stellvertretender Ortsvorsteher, ist er doch selbst leidenschaftliches Mitglied des Ensembles. Zudem berichtete Heuwagen von der Entscheidung des Ahrweiler Ortsbeirates, die Schützenfest-Kirmes am Ahrtorparkplatz nicht mehr zu veranstalten. Diese sei seit Jahren sehr rückläufig und es würden sich kaum noch Schausteller hierfür finden. Außerdem wies er auf das Kleingartenprojekt am Calvarienberg zur Landesgartenschau 2022 hin. Hierfür liegt bei der Stadt inzwischen eine Liste aus, auf der sich interessierte Bürger eintragen können.
Wertvolle Arbeit der Hutengemeinschaften
Die traditionelle Spende von 600 Euro- unter anderem für die Seniorenarbeit der Adenachhut- hatte der Vorsitzende des Heimatvereins „Alt-Ahrweiler“, Hans-Georg Klein, mitgebracht. Für Junggesellen-Schützenkönig Marc Schorn war es schon das letzte Patronatsfest seiner Regentschaft. Er würdigte die Arbeit der Hutengemeinschaften, die alle auf ihre Weise das Ahrweiler Brauchtum pflegen würden. In den Gaststätten der Adenbachhut fand ein erneut harmonisches Patronatsfest einen gelungenen Abschluss.
