Allgemeine Berichte | 27.02.2019

Vortragsabend des Deutschen Bundeswehrverbandes Rheinbach Meckenheim Swisttal

Die türkische Armee und die Macht der Religion!

Der Vortragende Brigadegeneral a.D. Eckhard Lisec bei seinen Ausführungen. Foto: privat

Meckenheim. Ein spannendes, hoch politisches und sehr aktuelles Thema, zu dem der deutsche Bundeswehrverband im Februar eingeladen hatte. Allen in Erinnerung ist der Putschversuch von 2016, der zum Ziel hatte die türkische Regierung mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und dem Kabinett Yildrim (AKP) zu stürzen. Schnell wurde deutlich, dass dies in der Geschichte der Türkei nicht der einzige Versuch war durch Religion oder auch Militär die politischen Gegebenheiten zu verändern.

Oberstleutnant a.D. Hans-J. Unger, Regionalbeauftragter des Deutschen Bundeswehrverbandes, freute sich Brigadegeneral a.D. Eckhard Lisec als Referenten begrüßen zu können. Eckhard Lisec ist nicht nur durch mehrere Buchveröffentlichungen zum Thema Türkei bekannt und daher ein landeserfahrener und geschätzter Vortragender. In seiner aktiven Zeit als Soldat lebte er mehrere Jahre in der Türkei. Da er das Land, die Kultur und die Gastfreundschaft sehr schätzte motivierte Ihn das nach seiner Pensionierung sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Er lernte Türkisch um Texte auch in der Originalfassung für seine Recherchen heranziehen zu können.

Eindrucksvoll stellte er im historischen Zusammenhang die Macht der Armee über die Jahrhunderte hinweg dar.

„Viele von uns können sich noch an Militärputsche vor dem letzten von 2016 erinnern“, sagte der Vortragende. Bald wurde im Vortrag deutlich, dass bereits bei der Schlacht der Türken vor Wien der Einfluss der Mullahs entscheiden war. „Bekannterweise war der Angriff auf Wien kein großer Erfolg der türkischen Truppen, daher findet er auch nur wenig Erwähnung in der Landesliteratur“ so Lisec.

Von Wien bis in dieses Jahrhundert hinein haben Geistliche die Aufstellung der Truppen wesentlich beeinflusst, wenn nicht sogar entschieden. Militärische Führer hatten hier nicht immer das Sagen. In seinem neu erschienen Buch „Die türkische Armee“ beschreibt der Autor Eckhard Lisec die Entstehung, Wandlungen und Entwicklung der Armee. Entscheidend dabei ist, dass es kein vergleichbares Buch zu diesem Thema gibt. In den beiden davor veröffentlichen Büchern hat sich der Autor unter anderem mit der Gründung der Türkei, und im zweiten Buch, mit dem Völkermord an den Armeniern beschäftigt.

Natürlich wurden auch die aktuellen Entwicklungen durch die Zuhörer thematisiert. Zum Beispiel wurde das Yunus Emre Institut, das der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt ist, angesprochen. Eine Einrichtung, die die Grundidee des Goetheinstitutes aufgriff Sprachkenntnisse zu vermitteln. Doch hier wurde die reine Sprachvermittlung ergänzt durch die Absicht auch Erdogans Politik zu vermitteln.

In der Diskussion wurde deutlich, dass es dringend erforderlich erscheint die Ausbildung der Imame in Deutschland in deutscher Sprache zu gewährleisten. Von den Zuhörern wurde zudem gefordert, dass die Freitagspredigten nur in Deutsch erlaubt sein sollten.

Alle waren tief beeindruckt von der Detailkenntnis des Vortragenden aber auch von der wechselvollen Geschichte des türkischen Heeres im Einfluss von Religion und Staat. Da viele Zuhörer entweder im Ausland gelebt haben oder auch im Rahmen von Einsätzen mit Soldaten der türkischen Armee zu tun hatten gab es auch das Eine oder Andere persönliche Erlebnis zu berichten.

Am Ende der Veranstaltung überreichte Hans-J. Unger ein kleines Präsent und dankte Eckhard Lisec für den hoch aktuellen und sehr interessanten Vortrag und offene Diskussion.

Der Vortragende Brigadegeneral a.D. Eckhard Lisec bei seinen Ausführungen. Foto: privat

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