Die wilden Kerle begeisterten in der Stadthalle Montabaur
Die "unbesiegbaren Sieger" wurden besiegt
Montabaur. Einmal zum Team der wilden Kerle zu gehören, davon träumen wohl die meisten Mädchen und Jungen zwischen sechs und zwölf Jahren – in Montabaur gehörten sie jetzt zwar nicht direkt zur Mannschaft, waren jedoch mittendrin im Geschehen – das Theater on tour war mit seinem Programm „Die wilden Kerle“ in der Stadthalle Montabaur zu Gast. Die Geschichte: Die wilden Kerle, eine bunt zusammen gewürfelte Mannschaft aus fußballbegeisterten Jungen, wollen nach einem nicht enden wollenden Winter endlich wieder Fußball spielen. Leon, ihr Kapitän, nimmt sogar Raban, einen offensichtlich untalentierten Spieler, mit in die Gruppe auf. Doch dann taucht der dicke Michi mit seiner Truppe auf, gewaltsam machen sie den wilden Kerlen das Leben schwer und den Bolzplatz streitig. Die „unbesiegbaren Sieger“ scheinen übermächtig, stark und gefährlich – trotzdem lässt Leon sich auf einen Handel ein: Ein Match soll über die künftige Herrschaft des Bolzplatzes entscheiden. Schnell finden sich die wilden Kerle an ihren Grenzen wieder, ein Trainer muss her. Willi, ein Kioskbesitzer und nach seinen Angaben früherer Profi-Fußballer, scheint ideal. Er setzt auf Teamstärke und gegenseitiges Vertrauen. Leon fällt es allerdings schwer, sich unterzuordnen, er fängt wiederholt Streit mit seinen Freunden, vor allem Raban, an. Im allerletzten Augenblick und angesichts der drohenden Niederlage finden die wilden Kerle zurück zu einem Team und sichern sich den Sieg. Die „unbesiegbaren Sieger“ sind besiegt – und die Mädchen und Jungen in der Stadthalle Montabaur aus dem Häuschen. Während der ganzen Vorstellung haben sie mit ihren Idolen mitgelitten, -gehofft, –gefiebert und letztlich –gesiegt: Entsprechend ausgelassen feierten sie den Sieg der wilden Kerle.
Die Schauspieler des Theater on tour verstanden es meisterhaft, ihr Publikum in ihren Bann zu ziehen. So ganz nebenbei zeigten sie mit ihrer Aufführung, dass gerade Teamgeist und clevere Ideen zielversprechender sind als, zugegebenermaßen klischeehaft dargestellt, das Schüren von Ängsten und das Einsetzen von Gewalt.
Die wilden Kerle zogen die Mädchen und Jungen im Publikum in ihren Bann. Foto: Picasa
