Allgemeine Berichte | 22.01.2026, 11:06 Uhr

Bürgerinitiative „Lebenswertes Rübenach“ e.V.

Die vergessenen Zwangsarbeiter

Mit dieser Aktion hofft die Bürgerinitiative einen Beitrag zur Aufarbeitung der Rübenacher Geschichte geleistet zu haben.
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Rübenach. Im Rahmen des 1250 Jahr-Jubiläums des Stadtteils Rübenach fand unter anderem auch eine „Literarische Wanderung“ statt, zu der der Autor (und ehemalige Mitbürger) Pitt Elben eingeladen hatte.

Dabei stoppte die Wanderung an verschiedenen Punkten im Ortsgebiet wo Elben dann Kurzvorträge zur Geschichte des Ortes vortrug.

So auch in der „Munichs Gasse“ einer inzwischen nicht mehr durchgängigen Gasse zwischen der Mauritiusstraße und der Aachener Straße, die früher an der Backstube der unvergessenen Bäckerei Klaes vorbei führte.

Zur Überraschung der meisten (wenn nicht aller) Zuhörer erklärte Pitt Elben, dass hier früher eine Scheune gestanden habe, in der während des zweiten Weltkrieges zunächst zwischen 70 bis 80 polnische Kriegsgefangene und 24 Zivilarbeiterinnen untergebracht waren. 1942 folgten dann weitere 58 Ukrainerinnen und 13 Ukrainer. 1944 kamen 80 französiche Kriegsgefangene dazu und Ende 1944 noch 25 russische „Hilfswillige“. Alle diese Zahlen hat Pitt Elben im Stadtarchiv Koblenz gefunden, wo sie unmittelbar nach Kriegsende sorgfältig archiviert wurden.

Viele der Zwangsarbeiter wurden im Laufe der Kriegsjahre bei den Bauern untergebracht bei denen sie ja auch arbeiteten. Dazu erzählte Werner Zils, einer der noch lebenden Landwirte aus der Aachener Straße, dass er sich gut daran erinnert, dass 1944 beim gemeinsamen Mittagsmahl seiner Eltern mit dem Personal des Hofes ein NSDAP Mitglied erschien, auf den am Tisch sitzenden Polen verwies und verlangte, dass das „Polenschwein“ vom Tisch verschwinden müsse….

Darauf stand der Vater auf und sagte: „Der hat mit mir gearbeitet, der wird auch mit mir essen!“ Ein nicht ungefährlicher Dialog auf den Herr Zils noch heute stolz ist…..(und ähnliche Geschichten hört man auch von anderen Zeitzeugen).

Herr Elben drückte während des Spazierganges seine Enttäuschung darüber aus, dass es in Rübenach keine Erinnerung an diese „Zwangsarbeiter“ gibt.

Das wiederum veranlasste die Bürgerinitiative „Lebenswertes Rübenach e.V.“ den Gedanken aufzugreifen und mit einer Tafel an die Zeit zu erinnern. Das stieß nicht nur bei den Mitgliedern der BI auf viel Sympathie sondern auch bei den Mitbürgern im Ort.

Der Ortsbeirat begrüßte das Vorhaben in seiner Sitzung vom November 2025 und Rudy Kowalski aus der Mauritiusstraße übernahm die Kosten für das Hinweisschild, welches im Stil zu den bereits von ihm angebrachten Erinnerungstafeln an die „Volksschulen“ in Rübenach passt..

Bernd Engel, Besitzer des Eckhauses in der Mauritiusstraße wo die „Munichs Gasse“ begann, war auch sofort mit der Anbringung der Tafel einverstanden.

Mit dieser Aktion hofft die Bürgerinitiative einen Beitrag zur Aufarbeitung der Rübenacher Geschichte geleistet zu haben und dankte Pitt Elben für die Anregung und alle Beteiligten für die Unterstützung!

Pressemitteilung Bürgerinitiative „Lebenswertes Rübenach“ e.V.

Die vergessenen Zwangsarbeiter

Mit dieser Aktion hofft die Bürgerinitiative einen Beitrag zur Aufarbeitung der Rübenacher Geschichte geleistet zu haben.

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