Allgemeine Berichte | 08.11.2024, 09:09 Uhr

Der Kinderschutzbund Koblenz traf beim 3. Koblenzer Präventionstag mit seinem Thema auf großes Interesse

Digitale Lebenswelten - wie soziale Medien Schule und Familie verändern

V.li. Norbert Heck, Julia Feistel, Mathies Schuch, Elisabeth Löwen (alle DKSB Koblenz), Silke Müller, Ministerin Katharina Binz, Claudia Strunk (1. Vorsitzende DKSB Koblenz), Anke Jorzig (Geschäftsführerin DKSB Koblenz), Johann von Hilchen (Kreis Mayen-Koblenz), Sabine Schmengler (Stadt Koblenz), Annette Richert (DKSB Koblenz).  Foto: Peter Seydel
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Koblenz. „Das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen hat sich verändert. Kinder kommen bereits im Kita- und Vorschulalter mit digitalen Medien in Berührung, eine Trennung in eine analoge und digitale Lebenswelt ist nicht mehr möglich. Für Kinder und Jugendliche sind soziale Medien wichtige Informations- und Kommunikationsräume. Umso wichtiger ist es, dass sich Erwachsene damit auseinandersetzen, denn unsere Kinder brauchen glaubwürdige Ansprechpartner:innen“, so Annette Richert, Präventionsfachkraft des Kinderschutzbundes Koblenz. „Neben allen positiven Aspekten sind die Gefahren der digitalen Gewalt eindeutig: Schulhöfe, Umkleiden, Bushaltestellen sind Orte, an denen Kinder und Jugendliche mit den digitalen Gewaltformen konfrontiert werden. Beispiele: TikTok-Challenges, Gewaltvideos in denen Tiere oder Menschen gequält werden oder Cybermobbing“, ergänzte Julia Feistel, Mitarbeiterin des Kinderschutzdienstes Koblenz.

Claudia Strunk sieht als Vorsitzende des Kinderschutzbundes Koblenz und Pädagogin den Schutz der Kinder und Jugendlichen in der digitalen Welt als große und wichtige Herausforderung unserer Zeit. Ebenso Katharina Binz, Ministerin für Familie, Frauen, Kultur und Integration, betonte: „Die digitale Welt, in der Kinder und Jugendliche heute aufwachsen, birgt nicht nur Chancen, sondern auch Gefahren. Wir alle - Politik, Fachkräfte und das soziale Umfeld der jungen Menschen - tragen eine große Verantwortung. Wir müssen sie befähigen, sicher, verantwortungsvoll und selbstbestimmt in dieser digitalen Lebenswelt zu agieren. Prävention ist dabei der Schlüssel.

In Rheinland-Pfalz haben wir den ‚Pakt gegen sexualisierte Gewalt‘ ins Leben gerufen, der auch eine Arbeitsgruppe zu ‚Sexualisierter Gewalt im digitalen Raum‘ umfasst. Diese Gruppe hat bereits wichtige Initiativen, wie ‚Safe Online‘, Bystander-Interventionen und Online-Streetworking entwickelt.

Für eine wirkungsvolle Umsetzung von Präventionsmaßnahmen brauchen wir auch engagierte Vorreiterinnen und Vorreiter auf kommunaler Ebene. Daher danke ich dem Kinderschutzbund Koblenz für sein Engagement und dafür, dass er sich mit diesem Aktionstag einem Thema gewidmet hat, das für unsere Gesellschaft von größter Bedeutung ist.“

Gastreferentin Silke Müller, Schulleiterin, erste Digitalbotschafterin Niedersachsens und Autorin der Bücher „Wir verlieren unsere Kinder!“ und „Wer schützt unsere Kinder?“ referierte eindrucksvoll und schonungslos ehrlich über Gewaltformen im Internet. Wovon die Erwachsenen kaum etwas ahnen, dass bereits Grundschüler:innen menschenverachtende Gewaltbilder, Videos mit sexuellen Handlungen und Kriegsbildern als „normal“ ansehen.

In einer Gesprächsrunde berichteten zwei Jugendliche über ihre Erfahrungen: durch Versenden von unangenehmen Fotos oder durch KI veränderte Fotos in eine WhatsApp Gruppe, sind typische und fast alltägliche Arten von Mobbing an Schulen. Bilder, Videos die „viral gehen“ sind kaum aufzuhalten und verbreiten sich schnell. Daher prangerte Schulleiterin Silke Müller an, dass das Thema in Schulen nebensächlich betrachtet wird. Sie fordert dazu auf, mehr medienpädagogische Angebote in Schulen zu implementieren. Als Beispiel nannte sie die, an ihrer Schule bereits eingeführte, wöchentliche Social-Media-Sprechstunde.

Als eine erste Hilfestellung für Fachkräfte wurde die Handlungsempfehlung zur Prävention der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes kinder- und jugendpornografischer Inhalte der Stadt Koblenz und des Kreises Mayen-Koblenz von den Netzkoordinatoren Sabine Schmengler und Johann von Hilchen vorgestellt.

Dem Kinderschutzbund Koblenz war es mit dem 3. Präventionstag wichtig, die Öffentlichkeit für die Brisanz und Aktualität des Themas, insbesondere aus der Perspektive der Kinder und Jugendlichen, zu sensibilisieren. Denn der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Pressemitteilung des

Kinderschutzbund Koblenz

V.li. Norbert Heck, Julia Feistel, Mathies Schuch, Elisabeth Löwen (alle DKSB Koblenz), Silke Müller, Ministerin Katharina Binz, Claudia Strunk (1. Vorsitzende DKSB Koblenz), Anke Jorzig (Geschäftsführerin DKSB Koblenz), Johann von Hilchen (Kreis Mayen-Koblenz), Sabine Schmengler (Stadt Koblenz), Annette Richert (DKSB Koblenz). Foto: Peter Seydel

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