Swisttaler Kinder ziehen mit ihren Laternen durch die Orte
Dirk Lüssem - der ewige St. Martin
Swisttal-Ludendorf. Ruhig steht der braune Wallach „Felix“ an der Führhand von Jennifer Kannen vom Heimerzheimer Pferdehof Werner Hippe. In seinem 14-jährigen Pferdeleben hat der Wallach schon etliche Martinszüge mitgemacht, dies regt ihn nicht mehr auf. Schwungvoll sitzt Dirk Lüssem auf, auch er kennt das Pferd und das Prozedere. Seit rund 25 Jahren reitet der Vorsitzende der „Ludendorfer Jonge“ als St. Martin dem Zug voran. „Es ist niemand da, der mich ablösen möchte, aber wenn ich in die leuchtenden Kinderaugen sehe, das ist dann auch wieder eine schöne Belohnung.“ Und der Erhalt der Traditionen ist ja etwas, was sich die „Ludendorfer Jonge“ auf ihre Fahnen geschrieben haben.
Hinter dem St. Martin, musikalisch begleitet von den Rheinbacher Stadtsoldaten, zogen die Kinder mit Eltern und Großeltern durch die Ludendorfer Straßen.
Mit Liedern wie „Martin war ein frommer Mann“, „Laterne, Laterne“ oder gar in Mundart mit „Dä hellge Zenter Mätes“ gedenken sie des römischen Legionärs, der der Legende nach im vierten Jahrhundert in einer kalten Winternacht seinen Mantel mit einem Bettler geteilt haben und später Bischof von Tours geworden sein soll. Mitglieder des Löschzugs Ludendorf der Freiwilligen Feuerwehr begleiteten den Zug. In diesem Jahr trug der stellvertretende Löschgruppenführer Frank Schneider die Verantwortung, da der Löschgruppenführer Hauptbrandmeister Heinz-Josef Kessel beruflich unabkömmlich war.
Viele Bewohner säumten die Straßenränder, als der Zug bei ihnen vorbeikam. Oft hatten sie Kerzen oder Laternen in ihre Fenster oder Hofeinfahrten gestellt, und so manch einer sang die Lieder mit.
Nach dem Zug erhielt jedes Kind einen Martinsweck. Die drei Ortsvereine Kameradschaftsverein, die „Ludendorfer Jonge“ und die Feuerwehr sowie der Ortsvorsteher Josef Breuer hatten die Veranstaltung in die Hände genommen, so dass wieder jedes Kind nach dem Zug einen Weckmann bekam. Dazu gab es eine Verlosung. Jedes schulpflichtige Kind erhielt ein Los, und jedes Los gewann natürlich auch etwas. Auch in den anderen Swisttaler Ortsteilen gehen in diesen Tagen die Martinszüge. RFW
Dirk Lüssem reitet seit 25 Jahren als St. Martin in Ludendorf.
