Allgemeine Berichte | 12.09.2016

Auftaktveranstaltung mit 100 interessierten Bürgen in der Sängerhalle - Planungsbüro Dittrich erklärte das Verfahren

Dorferneuerung in Brückrachdorf ist gestartet

Dorferneuerung in Brückrachdorf ist gestartet

Brückrachdorf. Die nächsten zwei Jahre führen voraussichtlich zu entscheidenden Veränderungen in der knapp 800-Seelen-Gemeinde Brückrachdorf: Jetzt startete in der Sägerhalle das „Projekt Dorferneuerung“. Zur Auftaktveranstaltung hatte man mit 50 Teilnehmern gerechnet. Es kamen 100. Unterstützt vom Planungsbüro Dittrich aus Neustadt/Wied werden in den kommenden zwei Jahren Ideen und Pläne für die nächsten Jahrzehnte in Brückrachdorf entwickelt. Die Idee, sich beim Land Rheinland-Pfalz für das Projekt Dorferneuerung anzumelden, wurde geboren bei einem Vortrag des Dierdorfer Architekten Dr. Hans-Hermann Heydorn im Sommer 2015 beim Brückrachdorfer Bürgerstammtisch in der Sängerhalle. Heydorn hatte auf die Fördermöglichkeiten des Landes für Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität in ländlichen Gebieten hingewiesen. Schnell nahmen der Ortsbeirat und der Stadtrat Dierdorf diese Idee auf und brachten das Projekt auf den Weg. Ziemlich genau ein Jahr nach den ersten Gesprächen erfolgte jetzt - ebenfalls in der Sängerhalle - der Startschuss. Kerstin Fischer vom Planungsbüro Dittrich erklärte den vielen interessierten Zuhörern die Grundprinzipien der Dorferneuerung und stellte exemplarisch einige mögliche Maßnahmen vor. Möglich sind Verbesserungen und Verschönerungen an Gebäuden und baulichen Strukturen im Ort. Gefördert werden können auch Projekte, die zur Verbesserung des Zusammenhalts der Dorfgemeinschaft beitragen.

Oder es können Initiativen unterstützt werden, die die vorhandenen (oder nicht vorhandenen) wirtschaftlichen Strukturen im Ort verbessern beziehungsweise herstellen. Als ersten Schritt hat Kerstin Fischer die Bürger bei der Auftaktveranstaltung aufschreiben lassen, was sie an Brückrachdorf schätzen, wo sie seine Potenziale sehen und wo Verbesserungsbedarf besteht. Aus der Auswertung dieser kleinen Spontanbefragung können sich erste Themen oder sogar schon Arbeitsgruppen für die Dorferneuerung bilden. Aus eigener Kraft haben es die Brückrachdorfer schon geschafft, zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse im Ort beizutragen. Eine ebenfalls aus dem Bürgerstammtisch hervorgegangene Initiative hat erreicht, dass auf den Nebenstraßen ein Tempolimit eingeführt wurde. Außerdem hat aufgrund der Forderungen dieser Bürgerinitiative das Ordnungsamt der Stadt Dierdorf angeordnet, dass kurzfristig eine Raserbremse auf der aus beziehungsweise nach Dierdorf führenden L 258 eingebaut wird. Der Landesbetrieb Mobilität hat jetzt die Aufgabe, kurzfristig Verkehrsverschwenkungen auf der Straße anzubringen. Bei von der Polizei durchgeführten Kontrollen am Ortseingang beziehungsweise der Ausfahrt Richtung Dierdorf wurden im 50er-Bereich Geschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometer gemessen. Bereits vor Längerem hat der Förderverein Brückrachdorf eine Lichtzeichenanlage finanziert, die den Autofahrern in der Ortsmitte das richtige oder zu hohe Tempo anzeigt. Bei der Dorferneuerung werden private Investitionen und Projekte der Kommune vom Land finanziell unterstützt. Die bei der Kreisverwaltung Neuwied für die Dorferneuerung zuständige Margit Rödder-Rasbach erklärte den interessierten Zuhörern in Brückrachdorf das Prozedere. Gefördert wird zum Beispiel die Erhaltung alter Bausubstanz von Gebäuden, die 1960 oder früher errichtet wurden. Ziele der Baumaßnahmen müssen sein: Wohnraumschaffung, Kernsanierung, Fassadengestaltung, Erneuerungen von Dächern und Fenstern, eventuell auch ein Angebot an Fremdenzimmern, und natürlich die Schaffung neuer Dienstleistungsangebote wie zum Beispiel wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten. Insgesamt stehen dafür laut den Worten von Margit Rödder-Rasbach jährlich „mehrere Hunderttausend Euro“ zur Verfügung. Private Projekte werden mit bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten unterstützt, die Obergrenze liegt bei 20.000 Euro. Für öffentliche Projekte der Kommune, also des Stadtteils Brückrachdorf, sind Zuschüsse bis zu 65 Prozent der förderfähigen Kosten möglich. Nach dem Auftakt am 7. September schreitet die Dorferneuerung in Brückrachdorf jetzt geschwind mit großen Schritten voran. Bereits am kommenden Samstag, 17. September, 14 Uhr, ist der erste Termin für eine gemeinsame Dorfbegehung angesetzt. Angedacht ist, dabei die Themen Ortsstruktur, Ortsbild und Gebäude thematisch in den Mittelpunkt zu stellen. Es können sich bei dem von Kerstin Fischer begleiteten Rundgang aber auch andere Schwerpunkte entwickeln. So verhält es sich auch mit den geplanten Folgeterminen, bei denen ad hoc Ideen und Themen entwickelt werden können: Samstag 15. Oktober, 14 Uhr: Verkehr und Infrastruktur, Samstag 22. Oktober, 14 Uhr: Grünstruktur, Erholung, soziales Miteinander. Mit den Kindern und Jugendlichen des Dorfes will sich Kerstin Fischer bei einem gesonderten Termin treffen: in den Herbstferien am Montag, 10. Oktober um 14 Uhr in der Sängerhalle. Zu den einzelnen Terminen erfolgen noch einmal gesonderte Hinweise in der Presse.

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