Jahreshauptversammlung des „Ärztenetz Kreis Ahrweiler e.V.

Dr. Michael Berbig erneut zum Vorsitzenden gewählt

Die vergangenen zwei Jahre standen im Zeichen der Corona-Pandemie

Dr. Michael Berbig
erneut zum Vorsitzenden gewählt

Unter Einhaltung der Corona-Schutzvorschriften fand die diesjährige Jahreshauptversammlung des „Ärztenetz Kreis Ahrweiler e.V.“ in der Aula des Marienhausklinikums in Bad Neuenahr statt.Foto: DU

17.06.2021 - 12:22

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Unter Einhaltung der Corona-Schutzvorschriften fand die diesjährige Jahreshauptversammlung des „Ärztenetz Kreis Ahrweiler e.V.“ in der Aula des Marienhausklinikums in Bad Neuenahr statt. Das 2004 gegründete Ärztenetz ist eine Vereinigung von Ärztinnen und Ärzten im Bereich des Kreises Ahrweiler und versteht sich als regionale Vertretung der Ärzteschaft. Das Ziel des Vereins ist es, eine regionale Kooperationsstruktur aller Arztgruppen und Kliniken aufzubauen, um durch Förderung von Kommunikation, Kooperation und Kollegialität untereinander die vorhandenen Strukturen der ambulanten und stationären Medizin besser zu nutzen. Mittlerweile sind 156 Ärztinnen und Ärzte Mitglied in dem Verein. Der Vorsitzende des Ärztenetzes, Dr. Michael Berbig, konnte auf der gut besuchten Mitgliederversammlung zehn neue Mitglieder begrüßen. Seit der letzten Jahreshauptversammlung im März 2019 sind neu eingetreten: Dr. Martin Monschau, Dr. Peter Schulte-Huermann, Dr. Marcus Friedl, Dr. Ulrike Sell, Stefan Knechtges, Dr. Bernhard Müller, Dr. Marie-Anett Hubrich, Katharina Busch, Rene Heinemann und Dr. Elke Vespo.



Innovationsfondsprojekt „HandinHand“


Zu Beginn der Versammlung dankte in einem Grußwort der Leiter des hiesigen Gesundheitsamtes, Dr. Stefan Voss, den anwesenden Ärzten/-innen für die gute Zusammenarbeit und Patientenversorgung im Rahmen der Corona-Krise und bat um weitere Unterstützung, um die Pandemie in Schach zu halten. In seinem Geschäftsbericht für die abgelaufenen letzten beiden Vereinsjahre berichtete der Vorsitzende über die Vorstandstätigkeit, die laufenden Projekte und die Corona-Maßnahmen. Ein Schwerpunkt der Arbeit war das Innovationsfondprojekt „HandinHand“, das mittlerweile trotz anfänglicher großer Schwierigkeiten erfolgreich läuft. Wie allgemein bekannt hat das Ärztenetz in Zusammenarbeit mit der Marienhausholding im November 2018 den Zuschlag und Förderbescheid des Innovationsfonds für das Projekt „HandinHand – Hausarzt und Pflegeexperten zur Zukunftssicherung der medizinischen Basisversorgung in der Region“ erhalten. In diesem Projekt arbeiten Hausärzte und Pflegeexperten Hand in Hand zur Zukunftssicherung der medizinischen Basisversorgung im ländlichen Raum. Dabei sollen die Hausärzte entlastet und potentiell überflüssige stationäre Krankenhausaufenthalte vermindert werden. Kern der Idee ist die Delegation ärztlicher Tätigkeiten an einen Pflegeexperten (Advanced Practice Nurse = APN). Dieser APN agiert nur auf Überweisung durch, in Delegation von und in enger Abstimmung mit dem Hausarzt.


Gute Ergänzung für vorhandene Strukturen


Nach dem Start im März 2020 sind mittlerweile über 480 Patienten in dem Projekt eingeschrieben und 43 Ärztinnen und Ärzte, auch außerhalb des Kreises Ahrweiler, nehmen daran teil. Das Projekt Hand-in-Hand ist aus Sicht des Ärztenetzes eine gute Ergänzung für die vorhandenen Strukturen und keine Konkurrenz dazu. Die teilnehmenden Ärzte/-innen und auch die betreuten Patienten sind jedenfalls hochzufrieden mit der Arbeit der Pflegeexpertinnen- und Experten. Ein Höhepunkt war sicher auch der Besuch der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer am 23. Oktober 2020 im Pflegecenter. Der Vorsitzende bat darum, dass weitere hausärztlich tätige Kolleginnen und Kollegen im Projekt mitarbeiten. Ende Februar/Anfang März 2020 hat dann ‚Corona‘ alles durcheinandergebracht. Es war eine turbulente und zum Teil chaotische Zeit. Die Ärzteschaft stand täglich vor neuen Regelungen, Fragen und Herausforderungen, die oft nur spontan und pragmatisch gelöst werden konnten. In vielen zeitintensiven Gesprächen und Beratungen mit Kollegen und Behörden wurde nach praktikablen Lösungen für die Patientenversorgung im Kreis Ahrweiler gesucht.


Eröffnung der Corona-Ambulanz im April 2020


Mit Hilfe der Kollegen Thomas Gies und Dr. Frank-Peter Kaesler sowie dem Gesundheitsamt, dem Kreis Ahrweiler und vor allem der Verbandsgemeinde Grafschaft konnte am 20. April 2020 die Corona-Ambulanz für den Kreis Ahrweiler in der Mehrzweckhalle an der Feuerwehr in Gelsdorf in Betrieb genommen werden. Ende 2020 kam eine weitere Aufgabe für das Ärztenetz hinzu: Die Unterstützung des Landesimpfzentrums in Gelsdorf. In Zusammenarbeit mit Dr. Voss und Herrn Schneider vom Gesundheitsamt konnte Anfang Januar 2021 die erste Impfstraße in Betrieb genommen. Seitdem wird praktisch die Impfstraße 1 von den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen des Ärztenetzes mit ihren MFA’s erfolgreich betrieben und auch die Impfstraße 2 personell unterstützt. Dr. Berbig berichte noch von einem weiteren Projekt, das hoffentlich umgesetzt wird: ein SAPV-Stützpunkt (Spezialisierte ambulante Palliativversorgung) im Kreis Ahrweiler. Vor kurzem haben die drei Träger des stationären Hospizes im Ahrtal nach langen Überlegungen beschlossen, sich bei den Krankenkassen um die SAPV-Versorgung im Kreis Ahrweiler und Mayen zu bewerben. Das würde die Versorgung von Schwerstkranken und Sterbenden zu Hause sicher deutlich verbessern.


Neuwahlen des Vorstands


Nach Verlesen des Kassenberichtes von Schatzmeister Dr. Mostafa Rafat und des Kassenprüfberichtes wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Dr. Berbig dankte dem aus dem Vorstand ausscheidenden Kollegen Dr. Ulrich Michels für seine langjährige Vorstandsarbeit. Bei der anschließenden Vorstandsneuwahl wurde Dr. Michael Berbig, der seit 2009 Vorsitzender des Ärztenetzes ist, erneut einstimmig für drei Jahre zum Vorsitzenden wiedergewählt. Stellvertreter wurden Dr. Kerstin Gardlo und Dr. Johannes Neff, Schriftführer wurde Dr. Uwe Peters und Schatzmeister Dr. Mostafa Rafat. Zu Beisitzern wurden Dr. Thomas Kemkes, Dr. Josef Spanier, Dr. Henning Jaeschke, Anette Jovic-Paris, Dr. Klaus Korte und Dr. Christian Maschmeyer gewählt. Kassenprüfer wurden Dr. Ulrich Bauer jun. und Dr. Peter Breuer. Im weiteren Verlauf der JHV stellten sich die anwesenden neuen Mitglieder der Versammlung persönlich vor und die derzeitigen Projekte wurden weiter besprochen. Zum Abschluss der Versammlung dankte Dr. Berbig nochmals allen für ihr Engagement für das Ärztenetz und die Patientenversorgung in der Coronakrise und erinnerte an die Einladung zum traditionellen „Sommerfest mit Partnern“ im Winzerhof Körtgen in Ahrweiler Ende August dieses Jahres.

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Kommentare
Gabriele Friedrich:
Das liest doch sowieso kein Mensch....
ich:
"Bitte beantragen die Briefwahlunterlagen in o.g. Fall nicht erneut über das Online-Portal beantragen. " Tolle Grammatik. Der Fehler würde selbst bei einmaligem Lesen lesen sofort auffallen....
juergen mueller:
Sie wiederholen sich Herr Hospen. Jedem steht das Recht zu, seine Meinung zu äussern, zu jedem Thema. Empfehle Ihnen, sich einmal näher mit der Materie Kirche, Zeugen Jehovas zu beschäftigen, anstatt Ihre offensichtlich ausgereifte Unwissenheit in beleidigenden Äusserungen kundzutun, die mir allerdings...
Karl Hospen:
@juergen mueller" Wenn sie selbst hier nichts zu meckern fänden, wären sie krank in ihrer tragisch komischen Opferwelt....
juergen mueller:
Was die Bibel glaubwürdig macht? NICHTS. Beantwortet hierzu wird auf dieser Versanstaltung überhaupt nichts, sondern man versucht nur, in Teilnehmende etwas hineinzusuggerieren, an das man selbst glaubt ohne dafür auch nur den geringsten Beweis vorzubringen. Kirche, Jehovas Zeugen mit Glaubwürdigkeit...
Casper:
Bei so einer Aussage ist der Shitstorm mehr als verdient. Und wird auch noch vorgeführt!!!...
Hildegard Jahn:
Die Bundesregierung sollte jegliche Zahlungen an NABU sofort dauerhaft einstellen. Die sind ideologisch verbohrt und überflüssig....
Daniel Fischer:
Das was NABU hier von sich gibt ist einfach nur lächerlich! Viele 10.000 Helfer kommen einfach und packen einfach an, egal ob die öffentliche Seite unterstützen kann oder nicht! Der NABU ist hier wohl hierzu nicht in der Lage - stattdessen wird die Verantwortung auf die ADD und andere abgeschoben, um...
 
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