Rund 160 Feuerwehrkameraden aus Remagen feierten traditionellen Kameradschaftstag mit Gästen aus Sinzig
Drehleiter wurde eingesegnet und offiziell übergeben
Remagen. Zahlreiche Worte des Dankes und der Anerkennung für ihre freiwillige Hilfe zum Wohle der Bevölkerung zogen sich am Samstag wie ein roter Faden durch den Kameradschaftstag der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Remagen mit den Einheiten Remagen, Kripp, Oberwinter, Unkelbach, Oedingen und Rolandswerth. Gut 160 Feuerwehrleute der Gesamtstadt nahmen am Kameradschaftstag im Foyer der Rheinhalle teil. Vor den Toren der Rheinhalle stand die geschmückte neue Drehleiter, die von den Städten Remagen und Sinzig gemeinsam angeschafft wurde.
Den Reigen der Ansprachen eröffnete Stadtwehrleiter Ingo Wolf. Sein Gruß galt dem Chef der Feuerwehr, Bürgermeister Björn Ingendahl, dem er zu seiner Wiederwahl in das Bürgermeisteramt im Namen aller Feuerwehrleute gratulierte. Ein herzliches Willkommen galt auch dem Beigeordneten Volker Thehos, einigen Ortsvorstehern, den Gästen aus Sinzig mit Bürgermeister Andreas Geron, den Kameraden um Stadtwehrleiter Andreas Braun, seinem Stellvertreter Andreas Trog und den Fraktionsvorsitzenden beider Städte. Der herzliche Gruß galt natürlich auch Pfarrer Heiko Marquardsen, BKI Frank Linnarz und seinem Stellvertreter Robert Zimmermann, dem Leiter der PI Jan Termporten, der DLRG Remagen um Leiter Timo Wassong, dem THW Sinzig mit Ortsbeauftragtem Daniel Gronwald sowie den Vorsitzenden der Fördervereine der Feuerwehr, Kreisjugendfeuerwehrwart Dirk Schorn, Ehrenwehrleiter Eduard Krahe und Feuerwehrsachbearbeiterin Sarah Molz.
Der Dank von Wolf galt der Einheit Oberwinter für die Vorbereitung und Ausrichtung des Abends und der DLRG Remagen für die Bewirtung. Ebenso galt sein Dank Pfarrer Marquardsen für das Totengedenken und die Einsegnung der Drehleiter sowie Thomas Haas und Alexander Lembke für die musikalische Begleitung des Totengedenkens.
In einem Bericht gab Ingo Wolf einen kurzen Rück- und Ausblick über die Feuerwehr Remagen mit 181 Aktiven, 71 Jugendfeuerwehrleuten, 43 Kindern in den Bambinifeuerwehren und 46 Mitgliedern der Altersmannschaften. Die sechs Remagener Einheiten verfügen über 27 Fahrzeuge, sechs Boote, sieben Anhänger und zwei Flurförderfahrzeuge. 217 Einsätze wurden im vergangenen Jahr von der Remagener Feuerwehrfamilie geleistet. Bemerkenswert sei mit 99 die hohe Anzahl an technischen Hilfeleistungen. Die neue gemeinsame Drehleiter der Städte Sinzig und Remagen sei im vergangenen Jahr nicht nur in Remagen und Sinzig, sondern auch zweimal nach Bad Neuenahr ausgerückt. Auch der Rhein sei immer wieder Einsatzort für die rheinanliegenden Feuerwehreinheiten. Dies alles, so Wolf, sei nur möglich, weil sich in allen sechs Feuerwehreinheiten knapp 200 Feuerwehrangehörige 24 Stunden, sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr engagieren würden.
Großer Handlungsbedarf
Die Einheiten seien bestens ausgestattet, aber einen großen Handlungsbedarf gebe es bei den deutlich in die Jahre gekommenen Gerätehäusern. Hier wünschte sich Wolf mehr finanzielle Unterstützung, damit mehrere Häuser Stück für Stück gleichzeitig renoviert werden könnten. Auch aus der Politik wünschte sich der Stadtwehrleiter mehr Wertschätzung. Die Feuerwehr habe scheinbar nicht mehr einen so hohen Stellenwert wie früher. Dies sei auch an der Beteiligung aus Rat und Fraktionen am heutigen Abend zu sehen.
Der Dank von Wolf galt der großen Feuerwehrfamilie, den Partnerinnen und Partnern für ihr Verständnis sowie seinem Stellvertreter Michael Tillmann und den hauptamtlichen Unterstützern.
Drehleiter als Wertschätzung
Vor der offiziellen Einweihung der Drehleiter betonte Pfarrer Marquardsen, dass die neue Drehleiter nicht nur als Werkzeug, sondern auch als Wertschätzung zu sehen sei. Ein Feuerwehrfahrzeug sei auch ein Symbol für Hilfe. „Ihr seid Hilfe für die Menschen in unseren Städten Remagen und Sinzig“, hob der Pastor in Richtung der Feuerwehrleute hervor.
Der Sinziger Bürgermeister Andreas Geron dankte den Remagener Einsatzkräften für ihre unfassbare Unterstützung bei der Ahrflutkatastrophe. Von der neuen Landesregierung erwarte er deutlich mehr finanzielle Unterstützung für die Gerätehäuser. Der Sinziger Stadtwehrleiter Andreas Braun dankte ebenfalls den Remagener Kameraden und hob die Freundschaft untereinander hervor.
Bürgermeister Björn Ingendahl betonte, dass der Kreis 150.000 Euro Zuschuss zur neuen Drehleiter gegeben habe. Von der Landesregierung seien es nur jeweils 60.000 Euro für die Städte Remagen und Sinzig gewesen. Deutlich verlieh Ingendahl seinem Unmut über die geringe finanzielle Beteiligung des Landes Ausdruck. Sein großer Dank galt allen Feuerwehrleuten, denn nur durch ihren Einsatz im Ehrenamt könne die Bevölkerung gut schlafen.
Nach der offiziellen Einsegnung des neuen Fahrzeugs durch Pastor Marquardsen und der Schlüsselübergabe nahm Bürgermeister Björn Ingendahl mit Hilfe von Stadtwehrleiter Ingo Wolf und seinem Stellvertreter Michael Tillmann eine ganze Reihe von Verpflichtungen, Entpflichtungen, Beförderungen und Bestellungen vor. Im Anschluss ehrte er Frederik Noack für 25-jährige sowie Dennis Bungard, Eugen Fell, Justus Gemein, Yannic Moser, Florian Simons, Niklas Sonntag und Patrick Wolf für 15-jährige Feuerwehrzugehörigkeit.
Eine besondere Ehrung gab es für Kevin Wassong, Gerold Gadsch und Jürgen de Jong. Sie wurden von Ingendahl im Namen des Landesfeuerwehrverbandes mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Für besondere Verdienste zeichnete der Stadtchef im Namen des Landesfeuerwehrverbandes Guido Lenz und Michael Tillmann mit dem Silbernen Ehrenzeichen am Bande aus.
Die letzte Ehrung galt – unter großem Applaus, wie auch bei den vorhergehenden – Wilfried Humpert. Er wurde von BKI Frank Linnarz und seinem Stellvertreter Robert Zimmermann als Kreisausbilder aus Altersgründen entpflichtet und mit dem Silbernen Ehrenzeichen am Bande des Landesfeuerwehrverbandes geehrt.
Nach dem großen offiziellen Teil konnten sich die Feuerwehrleute zunächst stärken, bevor sie der Geselligkeit untereinander frönten. AB
