Ausstellung: „Ein Kulturdreieck aus Glas“ im Glasmuseum in Rheinbach
Drei Glaskünstler aus Frankreich, Polen und dem Rheinland in einer Ausstellung
Rheinbach. Drei Künstler - Gerald Vatrin aus Frankreich, Stanislaus Borowski aus Polen und Georg Linden aus dem Rheinland - zeigen im Glasmuseum einige ihrer schönsten Werke. Und so lautet der Titel der Ausstellung auch „Drei Sprachen: Glas - Le verre en trois langues - Trzy jezyki: szklo“.
Die Gemeinschaftsausstellung ist im Rahmen des interkulturellen Kooperationsprojektes „Kulturdreieck Rheinland, Frankreich, Polen“ entwickelt worden, das maßgeblich von den Kulturämtern der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises getragen wird. Hintergrund dieser kulturellen Zusammenarbeit ist eine Vereinbarung der Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens aus dem Jahr 1991 in Weimar sowie das 50-jährige Jubiläum des deutsch-französischen Freundschafts-(Elysee-)Vertrages.
Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz erinnerte in seinem Grußwort bei der Vernissage an die nach dem 2. Weltkrieg nicht selbstverständliche Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland. „Dieser Entwicklung, die ja sehr stark hier vom Rheinland aus geprägt wurde, wollten wir dann irgendwann auch eine Öffnung nach Osten hinzufügen, und da liegt uns Polen sehr nahe“, so Raetz, „und die drei Künstler verstehen es überzeugend, in ihren Arbeiten die künstlerischen Sprachen ihrer Heimatländer zu verkörpern.“ Museumsleiterin Ruth Fabritius würdigte die Künstler als Bildhauer, die allerdings nicht mit Bronze oder Marmor arbeiten, sondern das Glas zu ihrem Werkstoff erkoren hätten. „Dabei gelangen ihnen nicht nur besondere Formen, herausragend ist, wie sie das Licht in die Wirkung ihrer Objekte mit einbeziehen.“
Glas in seinen schönsten Formen
Ein Paradebeispiel internationaler Glaskunst ist geradezu Stanislaus Borowski sen. Er wurde 1944 in Frankreich geboren, arbeitete von 1966 bis 1982 als Graveur und Schleifer sowie als freier Künstler in Polen, floh 1982 mit seiner Familie nach Deutschland und arbeitete sogar einige Zeit in Rheinbach im Glashaus am Wasserturm, gründete 1989 eine eigene Glashütte in Hennef sowie dann später eine Heißglasverarbeitung mit einem Studio in Bunzlau/Polen. Seine Arbeiten werden überwiegend in den USA gezeigt. „Die reine Lebensfreude sei seine eigentliche Inspiration“, lässt der Künstler wissen. Seit 2004 gibt es auch eine Borowsky Gallery in der Düsseldorfer Königsallee.
Gérald Vatrin ist in Bonns französischer Partnerstadt Nancy geboren. Neben dem Glas hat er sich auch der Bildhauerei und der Malerei gewidmet, dann aber das Glas doch zu seinem Schwerpunkt erkoren.
Von seinen zahlreichen Reisen sind die Eindrücke aus Mali, wo er mit seiner Familie zehn Jahre lang auch gewohnt hat, wohl am deutlichsten in seinen Werken zu erkennen, so etwa das Werk „Blèma Kili“, das in seiner Form und der granatroten Farbe mit geflochtenen Amuletten stark an afrikanische Kunst erinnert.
Georg Linden ist Absolvent der Rheinbacher Glasfachschule und dort seit 1993 auch Fachlehrer. Ein Dialog zwischen Licht, Farbe und Raum ist fester Bestandteil seiner Arbeiten. Seine Vasenformen aus zwei Jahrhunderten - in verschiedenen kräftigen Farben - beeindrucken den Betrachter. Schon 1997 wurde der in Bonn geborene Künstler mit dem Staatspreis NRW ausgezeichnet.
Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von dem „Amati Duo“ mit Martina Kölle (Gitarre) und Ingmar Meissner (Violine). Passend zu der Thematik der Ausstellung spielten sie je eine Komposition aus den drei Ländern.
Die Ausstellung „drei Sprachen: Glas - Le verre en trois languages - Trzy jezyki: Szklo im Glasmuseum Himmeroder Hof, Himmeroder Wall 6, ist noch bis zum 24. November zu sehen.
Objekte von Gérald Vatrin.
