Bergwandergruppe aus dem Brohltal besteigen höchsten Berg Nordtirols
Drei Watzmänner auf der Wildspitze
Wehr. Die drei Watzmänner, das sind Reiner Gasper, Volker König und Helmut Seiwert. Geführt wurden die drei Bergsteiger, der Bergkameradschaft „Die Watzmänner“ von ihrem langjährigen Bergführer Christian Treimer.
Am 11. August begann ihre Tour, mit der Anreise zum 1.890 Metern hoch gelegenen Bergsteigerdorf Vent und dem Aufstieg zur Breslauer Hütte auf 2.844 Metern. Am nächsten Morgen unternahmen die Wanderer zur Akklimatisierung, eine Tour aufs Wilde Mannle (3.019 Metern). Von dort hat man, bei schönem Wetter, eine herrliche Sicht auf die Wildspitze. Leider war es an diesem Tag nicht so, Schnee und Nebel waren angesagt. Die Wetterprognose für den nächsten Tag, dem Aufstiegstag zur Wildspitze, war aber vielversprechend.
Am 13. August, nach dem Frühstück, begann um 5:30 Uhr der Aufstieg. Die Wanderer erwartete ein wolkenloser aber frostiger Morgen, was aber keinesfalls von Nachteil war. Zügig erreichten diese, auf einer Höhe von 3.200 Metern, den Mitterkarferner. Vor ihnen eine 45 Grad steile Gletscherrinne, großzügig bedeckt mit verharschtem Schnee. Es waren gute Bedingungen, so konnten die drei Bergsteiger sicher aufsteigen. An der Mitte der Rinne führte der Weg weiter über einen Klettersteig (B/C) zum 3.468 Metern hoch gelegenen Mitterkarjoch.
Nach dem Mitterkarjoch erreichten man den weitläufigen und spaltenreichen Taschachferner, der ins Pitztal führt. Er war noch mit sehr viel hartem Schnee bedeckt, daher waren die meisten Gletscherspalten noch gut verschlossen.
Nach einer Stunde standen die Bergwanderer, auf einer Höhe von 3.700 Metern, am felsigen Fuß des Wildspitz-Südgipfels und legten die Steigeisen an, da es steil und vereist, im kombinierten Gelände, nach oben ging. Die spitzen Zacken erwiesen sich im Fels wieder mal als sehr bissig.
Die letzten Höhenmeter kletterten die drei Bergsteiger im 2. Grad und erreichten um 10 Uhr den 3.770 Meter hohen Südgipfel. Nun stand man auf dem zweithöchsten Berg Österreichs, nur der Großglockner ist noch 28 m höher.
Der Abstieg erfolgte auf der gleichen Route, jedoch war die 45 Grad steile Mitterkarferner-Rinne so sulzig, dass die Walzmänner für einen Teil des Abstiegs ein Seil zu Hilfe nehmen mussten, sonst hätte es sein können, dass man den Abstieg in 30 Sekunden geschafft hätte.
Um 13:30 Uhr erreichten die Bergsteiger wieder die Breslauer Hütte. Nach einer Rast stieg man weiter ab nach Vent.
Am Abend saßen die Teilnehmer der Bergtour, mit der ganzen Familie ihres Bergführers Christian Treimer, beim Abendessen zusammen und planten bereits die nächste Hochtour für das Jahr 2017, die höchstwahrscheinlich nach Italien führen wird.
