Sommerfest des GTRVN vor dem Bootshaus mit großem Zuspruch
Drei neue Boote und ein Vereinsbus
Neuwied. Im Gegensatz zu vielen Kontaktsportarten sind die Ruderer noch verhältnismäßig gut durch die diesjährige Covid-19-Krise gekommen. Zwar mit großem Aufwand und entsprechendem Hygienekonzept, dafür aber schon relativ früh, konnten auch die Ruderer vom Gymnasial-Turn-Ruder-Verein Neuwied (GTRVN) ihre Sportart wieder ausüben. Während das Training auf Rhein und Wied also wieder möglich war, fanden aber Vereinsfeiern in diesem Jahr bisher nicht statt. Nach langer Vorbereitungszeit mit einem umfangreichen Hygienekonzept stand endlich ein Sommerfest vor dem Bootshaus des GTRVN am Pegelturm in Neuwied an.
Und dafür gab es auch einen guten Grund, schließlich galt es, drei neue Boote und einen neuen Vereinsbus zu taufen bzw. in Dienst zu stellen.
Der 1. Vorsitzende, Christoph Grzembke konnte ca. 80 Mitglieder, Freunde und Förderer des Vereins bei guten äußeren Bedingungen vor dem Bootshaus begrüßen.
Das Hygienekonzept mit schriftlicher Anmeldung, einem abgesperrten Bereich vor dem Bootshaus mit Einlasskontrolle, Einbahnstraßensystem und den bekannten Hygienemaßnahmen wurde konsequent umgesetzt. Alle Anwesenden sind an dieser Stelle für ihre Disziplin bei der Einhaltung aller Vorgaben zu loben. Die 80 Teilnehmer aller Altersklassen bildeten einen passenden Rahmen für die Veranstaltung und belegen, dass solch eine Veranstaltung in diesem Jahr bisher schmerzlich vermisst wurde.
Christoph Grzembke zeigte sich sichtbar erleichtert bei der Begrüßung aller Gäste. Besonders begrüßt wurden die Ehrengäste, Oberbürgermeister Jan Einig und Herr Gerhard Grün von der Sparkasse Neuwied. Beide Ehrengäste ließen es sich nicht nehmen, Grußworte an die Vereinsmitglieder zu richten, wobei sie natürlich auch auf die besonderen Umstände in diesem Jahr eingingen. Danach ging es aber wieder darum, zu mehr Normalität zurückzukehren und in die Zukunft zu schauen. Zunächst wurde dazu der neue Vereinsbus in Dienst gestellt, der sich rechtzeitig zu den Vereinsfeierlichkeiten mit neuer attraktiver Folierung präsentierte. Christoph Grzembke dankte allen Sponsoren, allen voran den Vereinsmitgliedern Alexander Pierdolla vom Sanitätshaus Pierdolla sowie Thomas Breuer und Michael Kröger von der Fa. Tardis. Er nutzte die Gelegenheit, Alexander Pierdolla auch noch für die Spende zur Restaurierung der Bootshaus-Beschriftung und den neuen Vereinsflaggen zu danken. Er wünschte dem Bus allzeit gute Fahrt.
Danach standen drei Bootstaufen auf dem Programm. Der GTRVN modernisiert aktuell mit großem finanziellem und personellem Aufwand seinen Bootspark. Den Anfang machte die AURA, ein Rennboot für den Leistungssportbereich mit beeindruckender Vergangenheit. Der Vierer hatte bereits einem australischen Team zu WM-Silber verholfen, bevor es nun über die Schweiz den Weg an den heimischen Pegelturm gefunden hat. Taufpate Dieter Kunz, 2. Vorsitzender Finanzen und Verwaltung, gab Hintergrundinformationen zur Geschichte des Rennvierers und dem Bootsnamen und taufte schließlich das Boot.
Ohne Unterbrechung ging es weiter mit der nächsten Taufe. Martin Rummel taufte einen gesteuerten Zweier, der ab sofort als Ausbildungsboot in der Kinder- und Jugendausbildung auf der Wied zum Einsatz kommen. Martin Rummel dankte den beiden Bootswarten und ihren Unterstützern für die hervorragende Arbeit bei der Überarbeitung des gebrauchten Bootes, ging auf den Namensgeber des Bootes, einen ehemaligen Bootswart des Vereins, ein und taufte schließlich das Boot auf den Namen MUCKE.
Danach stand noch die Taufe eines neuen C-Vierers an, der als ungesteuerter Fünfer und als gesteuerter Riemen- und Skull-Vierer gefahren werden und sowohl im Breitensport als auch bei Marathonregatten zum Einsatz kommen kann. Bevor er das Mikrofon an den Taufpaten weitergab, ging Christoph Grzembke noch auf den Bootsnamen ein. Ein Boot auf den Namen CORONA zu taufen, ist in diesen Zeiten nicht unumstritten, denn der Name ist aktuell natürlich nicht unbedingt positiv besetzt.
Aber es ist durchaus üblich, bei der Namensauswahl von neuen Booten auch die zeitlichen Umstände zu berücksichtigen. Der Bootspate, Trainer Jonas Effert, ging ebenfalls noch auf diesen Aspekt ein, bevor er das Boot taufte.
Nach den Taufen standen traditionell noch die Jungfernfahrten auf dem Rhein auf dem Programm.
Die AURA ging mit einer bunten Mischung von Leistungsruderern aller Altersklassen auf Wasser, die MUCKE wurde mit einer Abordnung des Schülerrudertermins in Altwied besetzt und die CORONA mit einem Team aus Marathonruderern, die in den letzten Jahren auf diversen Langstreckenregatten mehrfach sportliche Meriten für den GTRVN eingefahren haben. Bei der Auffahrt vor dem Deich unter dem Applaus der Mitglieder, Freunde und Förderer des Vereins ließ es sich die Mannschaft der CORONA nicht nehmen, noch im Boot mit dem gleichnamigen Bier auf das neue Boot anzustoßen.
Abschließend stand dann noch als letzter offizieller Programmpunkt die Verleihung der Fahrtenabzeichen 2019 auf dem Programm. Nicht unerwähnt blieb der Äquatorpreis von Irmgard Reisdorff.
Danach war gemütliches Beisammensein angesagt, was ca. 20 Vereinsmitglieder noch bis in den frühen Morgen nutzten, um dann gemeinsam abzubauen und aufzuräumen. Am Ende waren sich alle einig: es war schön, dass es endlich mal die Möglichkeit gab, sich auch mal außerhalb des Ruderbootes zusammenzusetzen. Der gesamte, große organisatorische Aufwand hatte sich gelohnt. Alle Vereinsmitglieder freuen sich nun auf erfolgreiche Einsätze der neuen Booten und dem neuen Vereinsbus. Und darauf, dass solche Feste im nächsten Jahr hoffentlich wieder zur Normalität werden und keine Ausnahme darstellen.
Der neue Vereinsbus wurde in Dienst genommen.
