Landesregierung arbeitet intensiv an Fahrplan für die nächsten Wochen
Dreyer: Wendepunkt im Infektionsgeschehen noch nicht erreicht
Region. „Wir stehen an einem Scheideweg. Wenn wir jetzt die Beschränkungen weiter aushalten, haben wir die Chance, besser als andere Länder durch diese Krise zu kommen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer heute nach einer gemeinsamen Ministerratssitzung mit dem Corona Expertenteam. „Die schweren und harten Maßnahmen seit fast vier Wochen zeigen Erfolge. Wir konnten dank der Disziplin der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer die extrem hohe Geschwindigkeit der Ausbreitung reduzieren und so die Kurve abflachen. Wenn wir vorzeitig lockern, riskieren wir, diesen Vorteil zu verlieren. Bei allem, was wir beschließen, geht es der Landesregierung um das höchste Gut: die Gesundheit und das Leben unserer Bevölkerung“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Daher sei die Landesregierung im engen Austausch mit ihrem Corona Expertenteam. Ein stabiler Wendepunkt sei bislang nicht erreicht, waren sich Ministerpräsidentin Dreyer und die Experten einig. Durch die Kontaktbegrenzung seien die Infektionszahlen nicht mehr so stark angestiegen wie zu Beginn der Pandemie, erläuterten die Gesundheitsexperten. Mit einer zeitlichen Verzögerung sei aber leider jetzt mit einem Anstieg der Todesfälle zu rechnen.
„Wir arbeiten trotzdem intensiv an Szenarien, wie eine Lockerung durchgeführt werden kann, sobald die Infektionsrate dauerhaft sinkt, ohne dadurch einen erneuten sprunghaften Anstieg zu riskieren“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.
„Wir können heute aber schon davon ausgehen, dass es nur partielle Lockerungen geben kann und wir noch lange mit grundsätzlichen Einschränkungen leben müssen.
Wir haben mit drastischen Mitteln das Ruder rumgerissen, wenn wir jetzt zu früh lockern, dann werden wir einen exponentiellen Anstieg der Fälle riskieren“, sagte Prof. Dr. Christian Werner, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, und plädierte für eine Hygieneoffensive: „Der beste Schutz ist Abstand zueinander und das Tragen von Mundschutz.“
Auch PD Dr. Philipp Zanger vom Institut für Hygiene und Infektionsschutz im Landesuntersuchungsamt Landau, plädierte dafür, dass die Bevölkerung auf lange Zeit verinnerlichen müsse: „Wenn wir die Kontaktbeschränkungen lockern, muss weiterhin gelten: Abstand halten und hohe Hygienestandards einhalten, dazu könnten Gesichtsmasken beitragen. Notwendig ist immer ein Maßnahmenmix. Wir müssen außerdem die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen in den Fokus nehmen“, so PD Dr. Zanger. Nur so könne erreicht werden, dass nicht mehr Menschen neuinfiziert werden als andere wieder gesunden.
Dieses Verhältnis sei von großer Bedeutung, um genügend Intensiv- und Beatmungsbetten für die schwer Erkrankten bereitstellen zu können, erklärte Dr. Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft. „Durch die Verschiebung von Operationen, die nicht lebensnotwendig oder zur Linderung von schweren Schmerzen notwendig sind, halten wir 880 Intensivbetten bereit. 500 weitere Beatmungsgeräte können schnell aktiviert werden. Dennoch dürfen wir durch schnelle Lockerungen nicht riskieren, dass die Fallzahlen wieder exponentiell ansteigen. Wir müssen dabei auch an die denken, deren OPs jetzt verschoben wurden“, so Dr. Gerald Gaß. Auch diese Patienten müssten in den kommenden Wochen behandelt werden.
In der kommenden Woche wollen sich die Regierungschefs und Regierungschefinnen der Länder mit der Bundeskanzlerin abstimmen.
Dem Corona-Expertenteam der Landesregierung gehören an:
- Prof. Dr. Bodo Plachter, stellvertretender Direktor des Instituts für Virologie an der Universitätsmedizin Mainz
- Prof. Dr. Konstantin Strauch, Leiter des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) an der Universitätsmedizin Mainz
- Prof. Dr. Christian Werner, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin an der Universitätsmedizin Mainz
- Dr. Wolfgang Kohnen, stellvertretender Leiter im Bereich Krankenhaushygiene, Infektionsprävention und Krankenhaushygiene an der Universitätsmedizin Mainz
- Dr. Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG)
- PD Dr. Philipp Zanger, Referatsleiter in der Abteilung Humanmedizin am Landesuntersuchungsamt, Institut für Hygiene und Infektionsschutz (IHIS), Landau
- Dr. Klaus Jahn, Leiter des Referats Öffentlicher Gesundheitsdienst, Hygiene und Infektionsschutz, Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, Mainz
Pressemitteilung
Staatskanzlei Rheinland-Pfalz

Ich war wohl etwas zu voreilig.Frau Dreyer will jetzt doch,wenn auch in kleinen Schritten,für eine Lockerung plädieren.Dies trotz steigender Zahl von Infizierten u.Toten.Die Politik setzt mehr auf EINDÄMMUNG als auf UNTERDRÜCKUNG,verlässt sich auf vermeintlich "Weise",die Risiken u.Nebenwirkungen einer Lockerung anhand "Simulationsmodellen" durchspielen,folgt notorisch Ungeduldigen,handelt natürlich aus politischem Kalkül.SPAHN u.LASCHET profilieren sich als Krisenmanager u.Selbstbeweihräucherer.SPAHN behauptete noch vor Wochen,niemand müsse sich wegen dieser "seltsamen" Krankheit sorgen machen.Als sich diese bei uns verbreitete,war dies plötzlich besorgniserregend.altbekannte Mängel im Gesundheitswesen überspielte er,erinnerte sich plötzlich nicht mehr an seine vorherigen kleinen Sätze,die er im Nachhinein in Gesetze umschreiben lassen wollte.SPAHN wie LASCHET,beide Trickser mit ihrer plumpen Imagekampagne,die Bürger*innen vorführen,zu blöd sind,eine Schutzmaske richtig aufzusetzen.
Gut Frau Dreyer.
Halten Sie an den Beschränkungen fest.
Daran könnten sich diejenigen ihrer Politkollegen ein Beispiel nehmen, die bereits jetzt eine Lockerung befürworten, nicht, weil es die Zeit erfordert, sondern weil sie sich mit solch unsinnigen, verantwortungslosen Überlegungen/Forderungen einen persönlichen Meinungsvorsprung erhoffen.
Diese gehören in die Denkweise eines Herrn SPAHN, der die Alten auffordert, die nächsten Monate zu Hause zu bleiben, eine ebenso dämliche wie diskriminierende Äusserung.