Allgemeine Berichte | 09.03.2026, 15:07 Uhr

Frank Zinkant: Virtuose an der Gitarre

Duo Kaleido begeistert in Niederzissen

Almut Schwab und Frank Zinkant beim Konzert in Niederzissen
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Niederzissen. Erstmals gastierte das Duo Kaleido mit Almut Schwab, der Meisterin am Akkordeon, mehreren Flöten und Hackbrett, sowie Frank Zinkant, ein brillanter Gitarrenspieler, Komponist und Arrangeur in der ehem. Synagoge Niederzissen. Angekündigt als Duo, das die musikalischen Welten dreht, trafen sie genau den Nerv der begeisterten Besucher bereits bei den ersten Stücken, der aus synagogalen Musik kommenden „Intro Doina“ und der fröhlichen Klezmerimprovisation „Freilach Siri“ von Frank Zinkant. Fröhlich gestimmt setzte sich das Konzert mit „Branas Khasene“, der Hochzeit Branas aus dem Blickwinkel der Schwiegermutter fort und von Almut Schwab mit einfühlsamen, ruhigen Zimbalklängen, dem Hackbrett als ursprüngliches Klezmerinstrument, interpretiert.

Mit faszinierenden und ungewöhnlichen Klangkombinationen verstehen es die beiden Künstler immer neue Varianten anzuordnen, die die Sinne verzaubern. So beschreibt es auch Frank Zinkant zur Entstehung des Werkes „Looking Forward“, das aus einer guten Stimmung entstanden ist und mit Akkordeon und Gitarre umgesetzt wurde. Ganz im Sinne der grenzüberschreitenden Arrangements folgte mit „Valse Sylphide“ eine Musette des Komponisten Hansi Schneider.

Die Vielfalt ihres musikalischen Könnens zeigt Almut Schwab mit ihrem neuen Instrument, einer Bassflöte im Wechsel mit der Zimbal bei der gefühlvollen Interpretation des persischen Liebesliedes „Lamma Bada Yatathanna“ aus dem 11. Jahrhundert. Frank Zinkant erläuterte beim Stück „From south to north“, dass Urlauber nicht nur in den Süden, sondern auch in den Norden reisen, so wie er selbst vor 40 Jahren nach Norwegen. Diapositive regten ihn vor einigen Jahren zur Komposition an.

Mit dem volkstümlichen Lied „Flor Amorosa“ aus Brasilien und schnellen Tempiwechseln auf der Querflöte und Gitarre endete der erste Teil des Konzertes und knüpfte nach einer Pause mit „Skopéin“, schöne Dinge, an den Beginn des Konzertes an. Bei der Komposition von Frank Zinkant „Lita“, Linus tanzt, zeigte die Querflöte zunächst langsam getragen und sich im brasilianischen Rhythmus steigernd, wie der beeinträchtigte Linus, ganz auf sich konzentriert tanzt.

Mit zwei, während der Coronapandemie von Schwab komponierten Klezmerstücken, „Rosmarin Hora“ nach einem deutschen Volkslied von Heinrich Heine und „Happy Niguin“, glückliches Lied, zeigen die Künstler zur Freude der Besucher, wie sich Musik durch ein Kaleidoskop leicht verändern lässt. Mit trillernden Schlegelschlägen auf dem Zimbal, sehr gefühlvoll im Fünfertakt, präsentierten sie „Mathilda‘s Lullaby“, Mathildas Schlaflied, das aber, so Almut Schwab, leider nicht zum Einschlafen der Enkeltochter beiträgt.

Mit Airabic von Frank Zinkant und Milonga, einem schnellen, schwindelerregenden Tango des 1972 verstorbenen argentinischen Komponisten Pedro Laurenz endete zunächst das Konzert und ging aber mit zwei Zugaben, dem Mitsingen des Refrains der Besucher bei „Donna Donna“, dem Gesang vom Leidensweg des jüdischen Volkes und „Viajando“, auf Reisen, begleitet von großem Applaus in die Verlängerung.

Almut Schwab und Frank Zinkant beim Konzert in Niederzissen Foto: : Gisela Reichrath

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