Allgemeine Berichte | 13.06.2025

EIN-Spruch: Fronleichnam

Sebastian Walter.  Foto: privat

Fronleichnam – Ein Fest, dessen Namen man heutzutage genauso wenig versteht, wie dessen Inhalt.

Dabei ist der Name eigentlich schnell erklärt: Fronleichnam leitet sich ab vom mittelhochdeutschen vrône lîcham, was so viel bedeutet wie „des Herren Leib“. Beim Inhalt wird es aber schwierig: Was genau feiern wir da eigentlich? Was tragen wir durch die Straßen und was meinen wir, wenn wir vom „Herren Leib“ sprechen?

Keine Sorge, das soll keine Einleitung in eine eucharistietheologische Vorlesung werden – aber einen Gedanken möchte ich herausgreifen, weil er sich besonders in unserer heutigen Zeit zu bedenken lohnt: die Abwesenheit. Denn es ist Abwesenheit, die den christlichen Glauben kennzeichnet. Am Beginn des christlichen Glaubens steht mit dem leeren Grab an Ostern das „Gründungsverschwinden“, wie der französische Jesuit Michel de Certeau einmal geschrieben hat. Weil uns der Leib Jesu eigentlich fehlt, weil er abwesend ist, sind wir als Christen zu einem kreativen Umgang mit dieser Krise aufgefordert.

Blickt man so auf Fronleichnam ist die Kritik derjenigen, für die bloß eine Oblate durch die Straßen getragen wird, gar nicht mal so falsch! Tatsächlich ist es ein kleines Stück Brot, das in einem kunstvoll verzierten Gerät gezeigt wird, der sogenannten Monstranz. Der Name leitet sich ab vom lateinischen Wort „monstrare“ für zeigen – aber was wird da eigentlich gezeigt? Ein Stück Brot, weil der „echte“ Jesus uns fehlt?

Einspruch: Genau genommen wird gerade diese Leerstelle gezeigt! Oder anders gewendet: nichts. Vor lauter Gold, Schmuck und Weihrauch wirkt die kleine weiße Hostie in der Monstranz unscheinbar, wir sehen sie kaum. Aber genau das ist der Punkt!

Das Fronleichnamsfest ist nämlich im Hochmittelalter entstanden, einer Zeit, in der oft Wunder an Hostien vermeldet wurden und verschiedene theologische Strömungen versucht haben, Gott zu vereinnahmen. Er sollte sichtbar und greifbar gemacht werden, seine Anwesenheit demonstriert werden. Dagegen setzt das Fronleichnamsfest ein stilles aber starkes Zeichen: die Leerstelle. Wenn wir an Fronleichnam also das Gefühl haben eigentlich gar nichts zu sehen, ist das genau richtig. Denn Gott lässt sich weder vereinnahmen noch verabsolutieren. Jedes Bild, was wir uns von ihm machen läuft ins Leere.

Eine kluge und vor allem aktuelle Botschaft: Fronleichnam wehrt sich gegen absolute Antworten und Vereindeutigungen. Allerdings hält es die Ahnung wach, dass Gott verborgen und unscheinbar da ist, obwohl wir ihn nicht sehen. Ich behaupte, genau von diesem Gedanken lebt auch das Ahrweiler Schützenfest: Ein bloßes Stück Brot würde man kaum mit einer Prozession und Salutschüssen verehren.

Über Sebastian Walter

„EIN-Spruch“ ist eine Kolumne der Pfarrei Bad Neuenahr-Ahrweiler. Sebastian Walter studiert Katholische Theologie und arbeitet für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Pfarrei.

Sebastian Walter. Foto: privat

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