Allgemeine Berichte | 09.04.2026, 16:09 Uhr

EIN-Spruch: Wie schauen eigentlich Kinder auf diese Welt?

Pfarrer Jörg Meyrer. Foto: privat

Sie ist gerade nicht besonders verlässlich. Kriege, Krisen, harte Worte in der Politik. Vieles ist in Bewegung, manches gerät aus den Fugen. Für uns Erwachsene ist es schon nicht einfach, alles zu verfolgen – und erst recht nicht, alles zu verstehen. Und zu begreifen, warum die Mächtigen ihre Gewalt- und Kriegsspiele treiben. Wie machen Kinder das?

Oft nehmen sie mehr wahr, als wir denken. Gesprächsfetzen am Küchentisch. Bilder aus den Nachrichten. Die Stimmung der Erwachsenen. Kinder spüren sehr genau, wenn etwas nicht stimmt. Auch wenn sie die Zusammenhänge nicht verstehen, bleibt ein Gefühl: Da ist etwas unsicher. Und dann kommen die Fragen. Manchmal direkt: „Kriegen wir auch Krieg?“ Manchmal versteckt – in Unruhe, in Rückzug oder in einem Satz, der plötzlich ins Herz trifft. Kinder brauchen in solchen Zeiten nicht zuerst Erklärungen. Sie brauchen Menschen, die ihnen Halt geben. Verlässliche Stimmen. Klare Worte. Und Erwachsene, die nicht jede Unsicherheit weitergeben. Das heißt nicht, ihnen die Wirklichkeit zu verschweigen. Aber sie brauchen eine Wirklichkeit, die gehalten ist. Eine Welt, in der jemand sagt: „Ich bin da. Du bist nicht allein.“

Und die Jugendlichen?

Sie schauen oft noch einmal anders auf diese Welt. Wacher. Kritischer. Und manchmal auch düsterer. Es ist ihre Zukunft, um die es geht. Sie fragen nicht nur: Bin ich sicher? Sondern: Hat diese Welt überhaupt eine Zukunft? Lohnt es sich, sich einzusetzen, zu planen, zu hoffen? Gerade sie brauchen Erwachsene, die nicht ausweichen. Die Fragen aushalten. Und die zeigen: Hoffnung ist kein naiver Rest, sondern eine Haltung.

Wir haben gerade Ostern gefeiert. Und damit das Versprechen Gottes: Du musst damit nicht allein fertig werden. Es gibt Zukunft. Kinder lernen dieses Vertrauen nicht aus Worten. Sie lernen es aus Erfahrung. Aus Abenden, die ruhig enden. Aus Händen, die sie festhalten. Auch aus Gebeten vor dem Schlafengehen. Abgeben, loslassen, vertrauen, bitten. „Gott ist bei uns.“ Mehr braucht es manchmal nicht.

Und vielleicht dürfen wir es selbst wieder lernen: Du bist nicht allein. Diese Welt ist nicht haltlos. Und Gott hält – auch jetzt.

Einspruch ist eine Kolumne der katholische Pfarrei Bad Neuenahr-Ahrweiler. Jörg Meyrer arbeitet dort seit vielen Jahren als Pfarrer.

Pfarrer Jörg Meyrer. Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Sonderseiten Pellenzer Ausbildungsmesse
Kirmes Ettringen 2026
50 Jahre Jugendfeuerwehr Weißenthurm
Einrichtungsfachberater (kostenlose wg. 2+1 Aktion)
Jobmesse am Nürburgring 2026
Empfohlene Artikel
(von links) Pascal Rowald, Jan Ritter und Peter Diewald im großen Sitzungssaal des Rathauses.  Foto: GS
1198

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler bekommt einen neuen Ersten Beigeordneten. Jan Ritter wird Peter Diewald ablösen, der zum Jahresende in den Ruhestand geht. Ritter wurde vor großem Publikum unter Sitzungsleitung von Bürgermeister Pascal Rowald in dessen erster Sitzung als Stadtchef im zweiten Wahlgang zum Stadt-Vize gewählt. 21 von 36 Ratsmitglieder haben für den 46-Jährigen gestimmt, der für die CDU im Kreistag von Ahrweiler sitzt.

Weiterlesen

Bald geht es wieder los und Bad Neuenahr wird zum Rummelplatz.  Foto:DU
356

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Vom Freitag, 2., bis Dienstag, 6. Oktober, verwandelt sich Bad Neuenahr wieder in eine große Kirmes- und Flaniermeile. Mehr als 50 Schaustellerinnen und Schausteller bringen mit Fahrgeschäften, Spielbuden, Imbiss- und Süßwarenständen jede Menge Unterhaltung und Kirmesstimmung mitten in die Innenstadt. Auch in diesem Jahr wird das Veranstaltungsgelände erweitert, denn die Fläche am Alten Markt wird in die Kirmes einbezogen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Daniel Ramershoven dankt den Kunden und seinen Mitarbeitern*innen für die Jahrzehntelange Treue.
2280

- Anzeige -Traditionsunternehmen Ramershoven schließt seine Geschäfte am Marktplatz

Ein Stück Mayen sagt leise „Auf Wiedersehen“

Mayen. Es ist eine Nachricht, die viele Menschen in Mayen mit Wehmut aufgenommen haben: Das traditionsreiche Unternehmen Ramershoven wird seine beiden Geschäfte am Mayener Marktplatz zum 31. Oktober 2026 schließen. Damit endet eine lange und prägende Geschichte des stationären Einzelhandels in der Innenstadt.

Weiterlesen