Dekanat Ahr-Eifel
„Easy“ Auftakt von Veedelskultur
Hemmessen. „Easy going“ ist auch im Deutschen ein geflügeltes Wort und umschreibt eine unbeschwerte, lässige Lebensart. Genau so startete nun das Kulturprogramm rund um den Dom im Bad Neuenahrer Stadtteil Hemmessen. „Easy goin´“ ist zudem der Name der Band, die hier aufspielte und ein schwungvolles, großartiges und musikalisch anspruchsvolles Programm bot. Zwei Stunden voller jiddischer Klezmermusik, ergänzt durch Irish Folk. Rhythmisch, erfrischend, unter die Haut gehend und trotz der engen Raumverhältnisse nah und mitreißend. „Easy goin´“ sind fünf begnadete Musiker aus dem Großraum Koblenz und Bad Neuenahr, die ihre Künste zugunsten der Sanierungsarbeiten rund um die Sebastian- und Antonius--Kapelle einsetzten. „Der Dom war das Herzstück von Hemmessen, wir möchten, dass er es auch wieder wird!“ erklärt Walter Rick, Ur-Hemmessener, das Engagement der Gruppe.
Schnell quoll der stimmungsvoll illuminierte „Dom“, wie die Hemmessener die Kapelle gerne nennen, über, was spätere Gäste nicht davon abhielt, den leidenschaftlichen Musikern auf dem Vorplatz unter der Linde bei einem guten Glas Wein zu folgen. Alles in allem fanden sich ca. 150 Interessierte ein. Der Förderkreis „Hemmessener Dom“, der sich nach der Flutkatastrophe im Sommer 21 gegründet hat, verfolgt, so Markus Hartmann aus dem Leitungsteam, zwei Ziele: „Wir wollen die Sanierungsarbeiten der Pfarrei und des Denkmalschutzes unterstützen, darüber hinaus aber auch den Dom sowohl liturgisch-spirituell wieder ins Zentrum rücken, wie auch kulturell.“ Seit der Flutkatastrophe gibt es in der Kapelle regelmäßige Treffen, gestaltet als Offenes Singen, Gebete, Geschichtenabende. Mit diesem Konzertabend nun eröffnete der Förderkreis einen Reigen von Kulturveranstaltungen unterschiedlicher Couleur. Dank großherziger Spenden und der Unterstützung vom Weingut Lingen und Getränke Braun und Blumenrath spielte dieser Abend über 1.000 Euro in die Kasse. „Dieses Geld“, so Helga Sonntag aus dem Leitungsteam des Kreises, „fließt, wie auch schon zuvor gesammelte Spenden, in unser erstes Bauprojekt“. Und das ist die Umgestaltung des Vorplatzes rund um die Linde. Er soll aufgeräumt und hergerichtet werden und eine höhere Aufenthaltsqualität erhalten. Nicht zuletzt, so die Macher, um den Bürgerinnen einen Ort zu schenken, an dem Geselligkeit und Gemeinschaft in unterschiedlicher Weise gelebt werden können.
