Der Ex-FIFA- und Bundesliga-Schiedsrichter setzt sich jetzt für die Hospiz-Stiftung Rhein-Ahr-Eifel ein
Edgar Steinborns neue Botschafter-Rolle
Kreis Ahrweiler. Alle Augen sind gerade auf den Fußball gerichtet. Die von Edgar Steinborn auch. Aber der ehemalige FIFA- und Bundesligaschiedsrichter hat neben dem Herz fürs „Runde Leder“ auch eine „soziale Ader“, und diese richtet sich seit jüngstem auf die Hospizbewegung im Kreis Ahrweiler, denn der Sinziger ist der neue Botschafter der Hospiz-Stiftung Rhein-Ahr-Eifel und damit Nachfolger von Musiker und Grafiker Stephan Maria Glöckner.
Leidenschaft für den Sport und Einsatz für die Gesellschaft - das ist für Edgar Steinborn schon lange fast eine selbstverständliche Verbindung. Neben seinem Beruf und neben seiner Schiedsrichter-Tätigkeit ist er nämlich seit Jahrzehnten sozial engagiert. „Ich habe so viel Schönes im Leben erfahren dürfen, auch durch den Fußball und eine gesunde Familie, dass ich etwas zurückzugeben möchte, und am liebsten nicht nur Einzelnen, sondern der Gemeinschaft.“
Der Diplom-Maschinenbau-Techniker war zunächst als Fertigungsleiter, Projektleiter und Leiter Process-Engineering für eine große Remagener Firma tätig und jettete bis zu seinem Ruhestand vor zwei Jahren zuletzt als Vetriebler für seinen Arbeitgeber um die Welt. International war und ist der heute 67-Jährige zudem jenseits seines Jobs. Als jugendlicher Fußballspieler entdeckte er das Schiedsrichterwesen für sich und absolvierte 1976 die Schiedsrichterprüfung. Schon 1977 pfiff er in der Bezirksliga und, nachdem sein Weg sukzessive weiter nach oben führte, von 1987 bis 2004 insgesamt 201 Spiele der Fußball-Bundesliga. Für die FIFA leitete er darüber hinaus von 1995 bis 2002 13-A-Länderspiele und 19 Europapokalspiele. Bis heute ist er als Schiedsrichtercoach sowohl beim DFB zuständig für vier Bundesliga-Schiedsrichter als auch bei der UEFA bei internationalen Spielen.
Parallel hat er seine Popularität und seine Verbindungen 23 Jahre lang zu Gunsten der „Vortour der Hoffnung“ genutzt. Zum 25-jährigen Bestehen der aus einer Radfahraktion 1996 entsprungenen Bewegung für krebskranke und schwerstbehinderte Kinder hat er vor zwei Jahren eine große Benefizveranstaltung mit Tombola in Köln organisiert. „Das war für mich ein guter Meilenstein zu sagen: Es war sehr schön, aber nun richte ich mich nochmal neu aus. Ich habe mich gefragt, wo ich für die Region außerdem noch Gutes tun kann.“
Dass er gerade im Jahr der Fußball-EM in Deutschland Stiftungsbotschafter geworden ist, lag an einem eher zufälligen Gespräch mit Thomas Theisen. Der Bankdirektor ist von deren Gründung 2019 an stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrats der Hospiz-Stiftung Rhein-Ahr-Eifel und brachte Steinborn die Hospizbewegung im Kreis Ahrweiler nahe. „Heute ist sind Themen wie Tod, Trauer und Sterben von vielen anderen Eindrücken überlagert, aber nicht erledigt, nur weil man sie vielleicht verdrängen möchte“, sagt der Steinborn, der fest im Leben steht und diese Themen gerade deshalb als Stiftungsbotschafter mehr in den Fokus rücken möchte: „Nicht zuletzt in einer immer älter werdenden Gesellschaft kommt das Hospizthema auf eine immer breitere Front zu, und es gibt zu wenige, die sich um den würdevollen Abschied der Menschen kümmern.“
Wie breit das Spektrum der Hospizbewegung im Kreis Ahrweiler ist und wie umfassend der Hospiz-Verein Rhein-Ahr den Menschen in der Region hilft, offenbarte seiner Frau und ihm ein Besuch vor Ort und der Austausch mit der Vereins- und Stiftungsvorsitzenden Ulrike Dobrowolny und deren Mitstreitern: „Das geht weit über das stationäre Hospiz hinaus und umfasst ja auch die mobilen Hilfen und den Einsatz von nicht nur Haupt- sondern auch vielen Ehrenamtlichen.“ Auch die angebotenen Kurse und Lehrgänge, um die Menschen im Kreisgebiet zu unterstützen haben die Steinborns beeindruckt. Erst hat Edgar Steinborn sich eingehend informiert und ein Bild gemacht und dann, wie immer, klar entschieden, dass er seine Zeit, seine Kontakte und sein Engagement ab sofort für die Hospizbewegung nutzen möchte: „Was mich persönlich besonders gereizt hat, ist die geplante Einrichtung eines Tageshospizes für den Kreis Ahrweiler. Das halte ich für eine großartige Sache, und ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, dass es baldmöglichst Realität wird.“
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