Allgemeine Berichte | 05.11.2019

Löhndorfer beim Malteser-Einsatz im Pilgerort Medjugorje

Eheleute Gerstenmeyers zeigen ehrenamtliches Engagement

Gerstenmeyers am Fuße des Kreuzberges (Krizevac).

Löhndorf. Ende September verbrachten die Malteser Heribert und Karin Gerstenmeyer zwei Wochen in der Malteser-Ambulanz in Medugorie.

Medjugorje ist ein Ort im Südwesten von Bosnien-Herzegowina, etwa 30 km südwestlich von Mostar nahe der kroatischen Grenze. Medjugorje bedeutet in etwa „zwischen den Bergen“. Internationale Bekanntheit erreichte der Wallfahrtsort seit Juni 1981 durch die Marienerscheinungen. Täglich pilgern etwa 5 bis 10.000 (zum jährlichen Jugendfestival bis zu 50.000) Gläubige zum Erscheinungsberg (Podbrodo) beziehungsweise zum Kreuzberg (Krizevac) des circa 5.000 Einwohner zählenden, weltweit bekannten und meist besuchten Pilgerorten der katholischen Welt.

Bereits seit 1998 bieten die Malteser kranken und verletzten Pilgern sowie der Bevölkerung in Medjugorje Erste Hilfe und medizinische Betreuung an. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer vorwiegend aus Deutschland setzen bis 15 Tage ihres Urlaubes dafür ein, um gemeinsam mit einheimischen Ärzten und Krankenschwestern im 11-Stunden-Dienst in der Sanitätsstation in Medjugorje die Patienten zu behandeln oder mit Krankenwagen zur Weiterbehandlung ins Krankenhaus nach Mostar zu fahren. Die Station dient als erste Anlaufstelle für die Pilger bei medizinischen Problemen jeglicher Art und finanziert sich komplett aus deren Spenden.

Karin und Heribert Gerstenmeyer verbrachten diesen Herbst zum wiederholten Mal ihre Herbstferien als Volontäre in dieser Ambulanz. Karin Gerstenmeyer: „Bei der großen Anzahl von Pilgern und dem unwegsamen Weg zu den Erscheinungsorten waren 70 bis 80 Patienten täglich eigentlich wenig, denn die Wege sowohl zum Gipfel des Kreuzberges, als auch zum Anbetungsplateau des Erscheinungsbergs mit der Statue der Gospa (Muttergottes gleich Königin des Friedens) sind extrem steil und felsig, ja man könnte sagen: fast unpassierbar.“

Mithilfe von jungen Männern eines Drogen-Endzugsheimes werden die Pilger häufig von den oberen Kreuzweg-Stationen zum Fuße des jeweiligen Berges gebracht und von dort mit dem KTW der Malteser zur Ambulanz gebracht. „An manchen Tagen war ich mehrmals täglich bis kurz vor dem Gipfel, um die Erstversorgung unserer Patienten vor Ort zu leisten“, sagt Rettungsassistent Heribert Gerstenmeyer. „Da der größte Teil der Pilger aus den unterschiedlichsten Nationen kommen, mussten wir uns häufig mit Händen und Füßen verständigen, was bei medizinischen Problemen nicht immer einfach ist“, erläutert Gerstenmeyer.

„Die meisten der um die Fürsprache der Gottesmutter bittenden älteren, kranken Pilger sind in den felsigen Pilgerwegen mit nur einfachem Schuhwerk, zum Teil barfuß oder mit Filzpantoffeln unterwegs. Da muss man sich nicht wundern, dass es fast täglich zu Arm- oder Beinverletzungen, von Schürfwunden bis hin zum Oberschenkelhalsbruch oder bei den Strapazen des Auf- und Abstiegs zu Herz-Kreislaufproblem inklusive Infarkten kommt. Auch wenn die Möglichkeiten in der Ambulanz nicht immer dem deutschen Standard entsprechen, konnten wir doch dazu beitragen, dass vielen kranken und verletzten Pilgern geholfen wurde“, so Rettungsassistent Heribert Gerstenmeyer.

Beeindruckend waren für die beiden Löhndorfer auch die vielen täglichen Messfeiern mit Simultanübersetzungen, Rosenkranzgebete und Anbetungen in der offenen Kirchenanlagen hinter der Jakobus-Kirche mit über 5.000 Gläubigen.

Gerstenmeyers mit den örtlichen Helfern vor dem KTW im Eingangsbereich der Ambulanz.Fotos: privat

Gerstenmeyers mit den örtlichen Helfern vor dem KTW im Eingangsbereich der Ambulanz.Fotos: privat

Gerstenmeyers am Fuße des Kreuzberges (Krizevac).

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag Imageanzeige
Werksverkauf
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Premium Titel Seite 2
Rund ums Haus
Stellenanzeige Bereichsleiterin Vertrieb & Sachberarbeiterin Personal
Empfohlene Artikel
Kita-Pilotprojekt zur Mülltrennung erfolgreich umgesetzt.  Foto: Valeriia Weckert, Abfallwirtschaft Landkreis Neuwied
20

Kreis Neuwied. Mit der Übergabe neuer Bildungsmaterialien und Mülltonnensets an die städtischen Kitas sind die „Müllprojekttage“ erfolgreich abgeschlossen. Das Vorschulprojekt zum Thema „Müll“ wurde von Ende 2025 bis Mitte 2026 erstmals in allen städtischen Kindertagesstätten in Neuwied angeboten und stieß bei Kindern und Erzieher*innen gleichermaßen auf große Begeisterung.

Weiterlesen

Festliche Stimmung auf dem Weinlesezug der 10.000 Lichter.
62

Mit dem Beginn der Weinfest-Saison Ende Juli startet im Ahrtal eine Reihe von Veranstaltungen rund um den regionalen Wein. Zahlreiche Orte entlang der Ahr laden bis in den Oktober zu Weinfesten mit Weinverkostungen, kulinarischen Angeboten und einem abwechslungsreichen Musikprogramm ein. Lesen Sie mehr im RegioMAGAZIN

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
49

Tragische Unfälle in Köln: Zwei Menschen erliegen Verletzungen

Seniorin und Mann sterben nach schweren Unfällen in Köln

Köln. Die Staatsanwaltschaft und Polizei Köln haben mitgeteilt, dass die 89-jährige Fußgängerin, die am 8. Juli in Köln-Westhoven von einer Stadtbahn erfasst wurde, am Freitagmorgen, dem 24. Juli, im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlegen ist.

Weiterlesen

Die Vorfreude auf die Meisterschaften sind schon groß.  Foto: AKS
682

Bad Breisig. Der Tennisclub Blau-Weiss Bad Breisig wurde 1957 gegründet und gehört mit ca. 300 Mitgliedern, darunter etwa 100 Kinder und Jugendliche zu den größten Vereinen der Quellenstadt. Zehn Erwachsenenmannschaften und sieben Kinder- und Jugendmannschaften nehmen an Ligenspielen teil, wobei neben dem sportlichen Ehrgeiz auch Fairness und Teamgeist im Mittelpunkt stehen. Damit ist der Tennisclub auch ein wichtiger Anbieter von sozialer Jugendarbeit.

Weiterlesen