Polizeipräsidium Koblenz
Ehrung für Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte für herausragendes Engagement
Zum Teil unter Einsatz ihres eigenen Leben retteten die Beamten viele Menschenleben
Koblenz. „Gute Leistungen sind der Rede wert. Außergewöhnliche und ganz besonders gute Leistungen sind der Würdigung wert“, so begrüßte Polizeipräsident Wolfgang Fromm die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten im Polizeipräsidium Koblenz. Für ihn und die Behördenleitung insgesamt war es Verpflichtung zu sagen: "Wir müssen die Kolleginnen und Kollegen, die an anderen Menschen sehr viel Gutes getan haben einmal besonders herausstellen". Viele kriminalpolizeiliche Aufgaben sind zu erledigen und werden im Alltag von Schutz- und Kriminalpolizei wahrgenommen, in der Verkehrssicherheit werden gute Leistungen erbracht und nun wurden ganz besondere Leistungen gewürdigt. So wurden in einer Feierstunde insgesamt fünf Polizeibeamtinnen und fünf Polizeibeamte aus der Region geehrt. Die Beamten kamen aus der Polizeidirektion Neuwied, Koblenz, Montabaur, sowie von der Verkehrsdirektion. Im Einzelnen von der Polizeiinspektion Altenkirchen, von der Polizeiinspektion Straßenhaus, von der Polizeiinspektion Lahnstein, von Andernach, von der Polizeiinspektion 2 in Koblenz-Metternich, von der Polizeiwache in Höhr-Grenzhausen und von der Polizeiautobahnstation Emmelshausen. In acht Lebenssachverhalten ging es um Menschen, die in lebensbedrohlichen Situationen oder in ganz schwierigen Opfersituationen auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen waren. Alle Situationen waren dramatisch, und so wurden von den zu würdigenden Beamtinnen und Beamten Menschen, die sich in einer ausweglosen Situation befanden, davor bewahrt, sich umzubringen, oder es wurden schwer verletzte Personen von den eingesetzten Beamten fachkundig erstversorgt, oder es wurden Unfallbeteiligte oder kollabierte Menschen reanimiert, erläuterte Wolfgang Fromm in seinen einführenden Worten. „Diese Fälle belegen ganz deutlich, dass sich die Bürgerinnen und Bürger in der Region Koblenz auf ihre Polizei verlassen können“, so der Polizeipräsident. Martin Freisberg übernahm neben der Ehrung zusammen mit Wolfgang Fromm die Aufgabe, einzelne Situationen zu erläutern. Polizeioberkommissarin Bianca Woischny und Polizeikommissar Arthur Koch von der Polizeiautobahnstation Emmelshausen befanden sich am Vormittag des Silvestertages 2015 auf der Moseltalbrücke der A61. Es lagen Hinweise auf eine männliche Person vor, die in suizidaler Absicht mit ihrem PKW unterwegs war. Nach eiliger Absuche der vier Rastplätze konnten die beiden Beamten das Fahrzeug des Mannes in der Brückenmitte einholen und stoppen. Zunächst verschloss der Fahrer die Autotüren, sprang dann aber doch plötzlich aus dem Auto und versuchte an den Polizeibeamten vorbei zum Brückengeländer zu gelangen. Nur durch energisches Festhalten an beiden Armen konnten diese den Suizidenten von der Ausführung seiner Tat abhalten. Der Mann leistete erheblichen Widerstand und versuchte mit aller Kraft, vom Standstreifen in den fließenden Verkehr zu gelangen, offenbar in der Absicht, sich dort vor einen LKW zu werfen. Die Beamten ließen den Mann nicht los und konnten ihn dann doch zu Boden bringen, erlitten dabei aber leichte Verletzungen. Der Mann äußerte jedoch auch nach Anlegen von Handfesseln immer noch den Wunsch man möge ihn von der Brücke springen lassen. Polizeikommissar Dirk Strauf und Polizeioberkommissar Edgar Weber von der Polizeiwache Höhr-Grenzhausen eilten am 10. Januar zu einem Einsatz, bei dem über Notruf die Mitteilung kam, dass ein Mann angekündigt habe sich das Leben zu nehmen. Die Person befinde sich in einer verschlossenen Garage. Durch den Keller des Hauses versuchten die Beamten, in die Garage zu gelangen, doch die massive Tür war verschlossen. Beim Blick durch ein Fenster auf der Rückseite der Garage konnten sie später erkennen, dass sich eine männliche Person an der Garagendecke aufgehängt hatte. Kurzerhand sprangen beide Beamte in den Lichtschacht, zertrümmerten die doppelverglaste Scheibe, konnten hineingreifen und das Fenster öffnen und sodann in die Garage gelangen. Gemeinsam lösten sie den Mann vom Seil und führten die Erstversorgung bis zum Eintreffen der Rettungskräfte durch. Der Mann hat das Geschehen ohne körperliche Schäden überlebt. Polizeioberkommissar Rainer Blotzki von der Polizeiinspektion Andernach fuhr am 8. Februar zur Krahnenbergbrücke, wo ein Mann zwischen Schutzwall und Brückengeländer stand und damit drohte, von der Brücke zu springen. Die Beamten veranlassten, die B9 in Fahrtrichtung Nord zu sperren, und auch der Zugverkehr auf der darunter liegenden Eisenbahn-Hauptstrecke Köln-Koblenz wurde eingestellt. Gleichzeitig führten sie, mit viel Einfühlungsvermögen, Geschick und Geduld ein intensives Gespräch mit der Person. Sie wirkten beruhigend auf ihn ein, rauchten ein paar Zigaretten mit ihm und konnten so eine Vertrauenssituation herstellen. Nach fast einer Stunde erreichten sie, dass der 52-jährige Suizident von seinem Vorhaben abließ. Gemeinsam mit fünf Kolleginnen und Kollegen begab sich Polizeioberkommissar Walter Gude von der Polizeiinspektion Lahnstein am 26. April auf die „Bienhorntalbrücke“ in Koblenz, wo ein Jugendlicher in suizidaler Absicht bereits das Brückengeländer überklettert hatte und mal hysterisch, mal weinend bekundete, bei Annäherung zu springen. Beide Arme des Jugendlichen waren blutüberströmt und in seiner linken Hand hielt er ein Taschenmesser. Während der junge Mann in ein Gespräch verwickelt wurde, gelang es den Polizeibeamten in einem günstigen Moment, durch einen gezielten Zugriff den messerführenden Arm des Mannes zu ergreifen und ihn dann über das Brückengeländer zu ziehen. Zu einem zunächst „normalen Verkehrsunfall“ fuhr Polizeikommissar Guido Sonnen damals von der Polizeiinspektion Koblenz 2-Metternich am Sonntag den 1. Mai auf die Europabrücke in Koblenz. Bei der Befragung zum Unfallhergang atmete die 29-jährige Fahrerin sehr unkontrolliert und hastig, würgte und lief blau an. Schließlich verlor sie das Bewusstsein. Zusammen mit einem Ersthelfer zogen sie die Frau sofort aus dem Fahrzeug, überprüften die Vitalfunktionen. Da die Atmung bei der Frau ausgesetzt hatte, begannen sie sofort mit der Reanimation, welche dazu führte, dass die Frau das Bewusstsein wiedererlangte. Anschließend wurde sie dem Rettungsdienst übergeben. Am 17. Juli drohte eine Jugendliche von der Autobahnbrücke (B 256) zwischen Willroth und Oberhonnefeld zu springen und sich das Leben zu nehmen. Polizeikommissarin Katharina Oeftring von der Polizeiinspektion Straßenhaus wurde zusammen mit drei Kollegen an eine Einsatzstelle beordert. Während ihre Kollegen die Absicherungsmaßnahmen durchführten, hat die Polizeikommissarin geduldig und mit einfühlsamer Gesprächsführung die Dame dazu bewegen können , von ihrem Vorhaben abzulassen. Nach circa zehn Minuten kletterte das Mädchen zurück. Polizeioberkommissarin Denise Siegel von der Polizeiinspektion Straßenhaus befand sich am Abend des 25. August auf der Wache, als ein PKW vor der Polizeiinspektion anhielt. Über die Videoüberwachungsanlage sahen sie, wie eine Dame aus dem Wagen ausstieg, die Eingangsklingel betätigte und anschließend zusammenbrach. Die Beamtin eilte zum Eingang und stellte fest, dass die mittlerweile bewusstlose Frau aus einer Armwunde stark blutete. Sie informierte den Rettungswagen und leistete erste Hilfe der Frau. Die Frau hatte sich in suizidaler Absicht die Pulsadern am linken Handgelenk geöffnet und viel Blut verloren. Durch die vorbildlich ausgeführte Erste-Hilfe-Maßnahme der Polizeibeamtin trug sie dann dazu bei, dass die Frau überlebte. Bei der Ehrung im Polizeipräsidium ging es auch darum, den eingesetzten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten unmittelbar und über das allgemeine Maß hinaus in dieser Form Danke zu sagen. US
