Katholische Kirchengemeinde Vallendar
Ein Abend mit Johann Sebastian Bach
Marzellinus-Musik-Konzert am 05. Juni
Vallendar. „Ein Abend mit Johann Sebastian Bach“ – so lautet der Titel des letzten Konzertabends im Rahmen der Marzellinus-Musik-Reihe vor der Sommerpause, das am Sonntag, 5. Juni um 18 Uhr in der Vallendarer Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus stattfinden wird. Dieser Konzertabend widmet sich erstmals in dieser Reihe komplett einem Komponisten und welcher Musikschaffende würde sich dazu besser eignen als Johann Sebastian Bach (1685 – 1750), den großen Genie der Tonkunst. Das Konzert zeigt die Formenvielfalt und unterschiedlichen Affekte Bach´scher Musik anhand ausgewählter Originalwerke und Bearbeitungen für Orgel auf. Dabei berücksichtigt es neben freien Orgelwerken auch entsprechend choralgebundene Sätze. Der Ausführende des Konzertes ist der Kantor und Organist der Pfarreiengemeinschaft Vallendar Johann Schmelzer (* 1969). Wie immer ist der Eintritt zur Marzellinus-Musik frei; um eine freiwillige Spende bei der Türkollekte wird gebeten.
Gottesdienst, Glaubens- bekenntnis und Hommage an ein musikalisches Genie
Vom Religionskritiker Friedrich Wilhelm Nietzsche stammt der Satz: „Für Bach war alles in der Musik Religion; sie zu schreiben war ein Glaubensbekenntnis; sie zu spielen ein Gottesdienst. Jede Note war nur an Gott gerichtet.“
Somit ist die kommende Ausgabe der Marzellinus-Musik-Reihe im übertragenen Sinne auch Gottesdienst und Glaubensbekenntnis und eine Hommage an ein musikalisches Genie, das mit seiner Musik die Existenz Gottes im wahrsten Sinne des Wortes hörbar macht. Zu Gehör gebracht wird mit der Sinfonia „Ratswahlkantate“ (BWV 29) eine Orgelbearbeitung von Alexandre Guilmant des ursprünglich für Orchester gesetzten Satzes einer Bach-Kantate sowie das Choralvorspiel „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ (BWV 662), eine selten zu hörende Bearbeitung des Glorialiedes im Adagio-Satz, das eine eher meditative Facette zeigt. Auf dem Konzertprogramm stehen darüber hinaus das „Concerto in D nach Vivaldi“ (BWV 972), das auf ein Violinkonzert Vivaldis zurückgeht, welches von Bach bearbeitet wurde, die Aria „Schafe können sicher weiden“ (BWV 208), in der die Idylle der weidenden Schafe durch zwei Soloflöten ritornellhaft illustriert wird, und das Choralvorspiel „Valet will ich dir geben“ (BWV 736), das die Choralmelodie, die im katholischen Gesangbuch unter dem Titel „Den Herren will ich loben“ enthalten ist, in langen Noten im Bass zu hören sind, über die sich ein komplexes Stimmengewirr der Oberstimmen legt. Die „Triosonate in G-Dur“ (BWV 530) zeigt meisterhaft, was Bach allein mit drei Stimmen an Klangästhetik auf der Orgel zu formen verstand; der erste Satz erinnert in seinem konzertanten Gestus durchaus an den Charakter eines Violinkonzertes, der zweite etabliert ein klagend wehmütiges Szenario, während der dritte zwei Themen in sehr gelehrter Kontrapunktik verarbeitet. Beim abschließenden Werk des Konzertabends „Praeludium und Fuge in ES Dur“ (BWV 552) handelt sich um den Gipfelpunkt Bachscher Tonkunst, bei dem sowohl in Klangästhetik, Kontrapunktik und Formenvielfalt als auch bei der Bemessung der Proportionen Maßstäbe für die Nachwelt gesetzt wurden. Aufgrund der Bauarbeiten in der Vallendarer Kirchstraße und an der Pfarrkirche selbst, ist eine Anfahrt an die Kirche und dortiges Parken nicht möglich. Der Zuweg zur Kirche erfolgt nur über den Beuelsweg; Parkmöglichkeiten bestehen am Seniorenheim St. Josef, in der D´Esterstraße, an der Grundschule oder auf dem Großparkplatz am Rhein.
Johann Sebastian Bach.
