Allgemeine Berichte | 06.04.2017

Motorjournalist Klaus Ridder sprach mit Frank Rost, der den Lauda-Unfall 1976 fotografierte

Ein Augenzeuge berichtet von seinen Erlebnissen

Frank Rost (64) war 1976 zufällig an der Stelle, wo Niki Lauda schwer verunglückte.Klaus Ridder/Frank Rost

Nürburgring. Der Unfall von Niki Lauda am 1. August 1976 hat die Welt am Nürburgring verändert – er bedeutete das Aus für die legendäre Nordschleife. Ein Augenzeuge berichtet.

Der Nürburgring ist zu gefährlich

Niki Lauda war jahrelang gegen weitere Austragungen von Formel 1-Rennen auf der Nordschleife – und sein Unfall brachte dann tatsächlich die Wende – und nur glückliche Umstände und der eiserne Wille von Lauda, überleben zu wollen, rettete tatsächlich sein Leben. Nicht zu vergessen die Ärzte, die den „Totgeglaubten“ am Leben hielten. Was war geschehen?

Frank Rost fotografierte den Unfall

Klaus Ridder besucht einen Augenzeugen, der damals alles live miterlebt hat. Seine Bilder waren vier Tage nach dem Unfall schon in einer Titelstory des Magazins „Stern“ zu sehen. Mit 24 Jahren fuhr Frank Rost mit seiner Frau zum Nürburgring. Sie wohnten in einer kleinen Pension in Adenau und teilten sich das Bad mit der Vermieter-Familie.

Durch einen Tunnel gelangten sie auf die Zuschauerplätze - Naturtribüne am Berghang - rechts von der Rennstrecke zwischen „Ex-Mühle“ und der Rechtskurve am „Bergwerk“, eigentlich ein ungewöhnlicher Zuschauerplatz. Kein Lautsprecher – niemand war nicht den aktuellen Stand des Rennens informiert. Während und vor dem Rennen schien die Sonne, unterbrochen von kleineren Regenschauern. Jochen Mass fuhr als Einziger mit Trockenreifen los und führte haushoch, weil die Rennstrecke schnell abtrocknete.

„Es war wohl die zweite Runde“, so Rost. „Der rote Ferrari von Niki Lauda mit der Startnummer 1 kam in der schnellen Linkskurve auf die 15 Zentimeter hohen Randsteine, flog über die Fahrbahn ohne den Boden zu berühren in die Böschung auf der gegenüberliegenden Seite, prallte von dort zurück auf die Fahrbahn. Nach dem Aufprall gab es Feuer. Der Rennwagen kam auf der Rennpiste zum Stillstand. Ein Rennwagen - es war wohl der Amerikaner Brett Lunger - konnte die Unfallstelle noch passieren. Zwei weitere Rennwagen krachten mit hoher Geschwindigkeit in das Wrack. Der Lauda-Ferrari brannte lichterloh, kurzzeitig war noch die weiße Kopfbedeckung von Niki Lauda zu erkennen – dann hüllten die Flammen Rennwagen und Rennfahrer ein.

Zwei Streckenposten versuchten, den Rennwagen mit ihren Handfeuerlöschern zu bekämpfen – ergebnislos. Erst mit dem Schaum des mittlerweile herbeigeeilten ONS-Streckensicherungswagen gelang es, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Noch während das Auto brannte, bemühten sich die Rennfahrer Mercario, Lunger, Edwards, Fittipaldi und Ertl, Lauda aus dem Auto zu ziehen – was dann auch gelang. Ich habe noch in Erinnerung, dass Lauda laut schrie, während ihn die Flammen umhüllten. Lauda wurde auf dem Grünstreifen „gelagert“, bis ein Krankenwagen erschien. Mit dem Krankenwagen, das dauerte sehr lange, das war mein Empfinden. Lauda war bei Bewusstsein, das konnte ich auch noch erkennen. Er hatte keinen Helm mehr auf, nur seine weiße Kopfhaube.“.

Neustart – James Hunt gewann das Rennen

Aus vielen Bildern, die Frank Rost mit seinem 135mm Objektiv machte, ist zu erkennen, dass alle anderen Rennwagen hinter dem Unfall noch rechtzeitig stoppen konnten. Das Rennen wurde unterbrochen, Lauda wurde in die Spezialklinik für Brandverletzungen nach Ludwigshafen geflogen.

Nachdem die Unfallstelle geräumt war und die restlichen Rennwagen wieder bis zum „Star- und Zielbereich“ zurückgekommen waren, gab es einen Neustart. Das Rennen gewann James Hunt. Jochen Mass wurde Dritter.

Resümee

Die legendäre Nordschleife ist die wohl schönste Rennstrecke der Welt. Aber, sie ist sehr gefährlich und das wussten die Rennfahrer auch. Nach dem Lauda-Unfall gab es keine Formel 1-Rennen mehr auf der Nordschleife und ab 1984 wurden Formel 1-Rennen nur noch auf der neuerbauten Grand-Prix-Rennstrecke ausgetragen.

Klaus Ridder

Hektik nach dem Crash, erst mit mehr Löschschaum aus dem ONS-Rettungswagen konnte das Feuer gelöscht werden.

Hektik nach dem Crash, erst mit mehr Löschschaum aus dem ONS-Rettungswagen konnte das Feuer gelöscht werden.

Niki Lauda 1984 beim Großen Preis von Deutschland.

Niki Lauda 1984 beim Großen Preis von Deutschland.

Niki Lauda sitzt eingeklemmt in seinem brennenden Auto, während der Amerikaner Brett Lunger (Surtees) auf das Unfallwrack zurast.

Niki Lauda sitzt eingeklemmt in seinem brennenden Auto, während der Amerikaner Brett Lunger (Surtees) auf das Unfallwrack zurast.

Zwei Rennwagen rasten in das Wrack, die anderen Rennwagen konnten noch rechtzeitig stoppen.

Zwei Rennwagen rasten in das Wrack, die anderen Rennwagen konnten noch rechtzeitig stoppen.

Frank Rost (64) war 1976 zufällig an der Stelle, wo Niki Lauda schwer verunglückte. Fotos: Klaus Ridder/Frank Rost

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