Informationsveranstaltung des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr bietet Einblicke
Ein Blick hinter die Kulissen
Kreis Ahrweiler. Unter dem diesjährigen bundesweiten Motto des Welthospiztages „Hospiz lässt mich nochmal“ lud der Hospiz-Verein Rhein-Ahr zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ins stationäre Hospiz im Ahrtal ein. Die Veranstaltung zog viele Interessierte an, darunter auch einen Senior, dessen Frau schwer krank ist und der sich gemeinsam mit seiner Tochter frühzeitig informieren wollte.
Ziel der Veranstaltung war es, Aufklärung über die verschiedenen Facetten der Hospizarbeit zu leisten. Dabei wurden zahlreiche Fragen gestellt: Was genau passiert in der palliativen Betreuung? Wie sieht der Alltag im Hospiz aus? Haupt- und ehrenamtlich Tätige des Hospiz-Vereins und der „Spezialisierten ambulanten Hospizversorgung“ (SAPV) gaben detaillierte Auskunft. Gabriele Ruggera, die Leiterin des Hospizes, erläuterte die Individualität in der Hospizarbeit: „Kein Tag im Hospiz ist wie der andere.“ Diese Individualität spiegelt sich in der Behandlung von Symptomen wie Schmerzen und Atemnot sowie in der alltäglichen Versorgung der Gäste wider. Auch ehrenamtliche Hospizbegleiter wie Kurt Schmitz berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen im Alltag.
Ulrike Dobrowolny, Vorsitzende des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr, verdeutlichte die breite Aufstellung der Hospizbewegung im Kreis Ahrweiler. Das Angebot des Vereins erstreckt sich nicht nur auf das Hospiz selbst, sondern auch auf Pflegeeinrichtungen. Dort unterstützt der Verein das Personal durch spezialisierte Kurse.
Die Arbeit des Hospiz-Vereins endet nicht mit dem Tod eines Angehörigen, betonte Anna Louen vom Sozialdienst des Hospizes. Es gibt auch Angebote für Hinterbliebene. Über das Thema Trauerarbeit und deren Bedeutung sprach Berta Bauer. Finanzielle Aspekte wurden ebenfalls erörtert. Kay Andresen erklärte, dass ein Hospiz gesetzlich verpflichtet ist, mindestens 5 Prozent seiner Gesamtkosten über Spenden zu finanzieren. Die mehr als 70 aktiven Ehrenamtlichen im Hospiz-Verein Rhein-Ahr tragen wesentlich zur Qualität der Arbeit bei. Sie werden vom Verein durch Schulungen und Supervisionen unterstützt. Dies bestätigte die langjährige ehrenamtliche Hospizbegleiterin Christine Jessen. Die Veranstaltung fand auch bei Neubürgern Anklang. Jörg Sänger, der in einem Pflegeheim arbeitet und bereits ehrenamtliche Hospizerfahrung hat, möchte sich nun im Hospiz-Verein Rhein-Ahr engagieren. Seine Erfahrung: „Man beschäftigt sich mit dem Tod, aber man bekommt mehr Bezug zum Leben.“BA
