Arbeitskreis Mühlsteinrevier RheinEifel besichtigte Historische Wassermühle
Ein Blick hinter die Mühlenkulissen
Mendig. Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp klapp. Bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach, klipp klapp. Das Volkslied beschreibt, wie Mühlen über Jahrhunderte betrieben wurden – mit Wasserkraft. So auch die Historische Wassermühle im an der Kyll gelegenen Eifelörtchen Birgel. Die ursprüngliche Getreidemühle hat in den vergangenen Jahrzehnten Mühlen-Zuwachs bekommen und hat sich zu einem kleinen Mühlenmuseum entwickelt, das jetzt von Mitgliedern des Arbeitskreises Mühlsteinrevier RheinEifel besichtigt wurde.
Die Jahrtausende währende Gewinnung von Mühl- und Mahlsteinen aus Basaltlava sind die DNA des Mühlsteinreviers RheinEifel. Produkte, die dazu dienten, dass aus Getreide Mehl wurde und damit die Basis für das lebensnotwendige Brot lieferte. Die Geschichte der Birgeler Getreidemühle lässt sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen und sie ist die größte, die jemals in der Vulkaneifel gestanden hat. Mit einer Mahlleistung von 70 Zentnern Mehl konnte die Müllerfamilie Reifferscheid bis in die 1970er Jahre leben. Bis ins Jahr 1917 wurde die Mühle mit Holz-Wasserrädern angetrieben und danach erst durch eine Turbine ersetzt. Basierend auf dieser Getreidemühle hat „Chefmüller Erwin von der Mühle“, der den Komplex Anfang der 1990er Jahre erwarb, ein kleines historisches Mühlendorf begründet, in dem unter anderem eine Mühlen-Bäckerei, eine Senfmühle, eine Ölmühle, ein Sägewerk und eine Schnapsbrennerei hinzugekommen sind. Alle Bereiche der Historischen Wassermühle können nicht nur besichtigt, sondern auch im Betrieb bestaunt werden. Ein Beispiel ist die fast 200 Jahren alte Senfmühle. Sie wurde so in Stand gesetzt, dass die Herstellungsweise von Senf in seiner vollständigen Bandbreite gezeigt werden kann. Und auch die Ölmühle ist rund 200 Jahre alt. In ihr wird Raps von zwei Mahlsteinen (Kollergang) zu Brei zermahlen, der dann bei nicht mehr als 20 Grad Celsius (Kaltpressung) gepresst und abgefüllt wird.
„Auch wenn die Basaltlava-Mühlsteine nur einen ganz kleinen Teil des Mühlendorfes ausmachen, war der Blick hinter die Kulissen der zum Teil jahrhundertealten Mühlentechnik sehr lohnenswert“, lautete das Fazit der Mitglieder des Arbeitskreises Mühlsteinrevier RheinEifel.
Das Mühlsteinrevier RheinEifel – ein Zusammenschluss des Landkreises Mayen-Koblenz, der Verbandsgemeinden Vordereifel und Mendig sowie der Stadt Mayen, Ettringen, Kottenheim, der Stadt Mendig und der Stadt Andernach – steht für den Erhalt dieser jahrtausendealten Kultur der Herstellung von Mühl- und Mahlsteinen aus Basaltlava.
Pressemitteilung
Arbeitskreis
Mühlsteinreviers RheinEifel
Die Birgeler Getreidemühle wurde bis 1917 mit einem Holz-Wasserrad angetrieben.
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