Allgemeine Berichte | 13.11.2020

Ein Freiwilliges Soziales Jahr im Diakonischen Werk in Neuwied

„Ein Blick über den eigenen Horizont hat noch nie geschadet“

Claudius Laengner berichtet über seine Erfahrungen

Claudius Laengner berichtet über sein Freiwilliges Soziales Jahr im Diakonischen Werk im Ev. Kirchenkreis Wied.Foto: Diakonisches Werk Neuwied

Von November 2019 bis März 2020 habe ich im Diakonischen Werk in Neuwied ein freiwilliges soziales Jahr absolviert. Darauf gekommen war ich, nachdem ich vorher keinen Platz an einer Universität bekommen und eine Beschäftigung bis zum kommenden Semester gesucht hatte. Zugegeben, darüber, einen Freiwilligendienst zu leisen, hatte ich vorher nie nachgedacht; trotzdem ist die Zeit für mich zu einer wichtigen Erfahrung und Bestätigung geworden.

Meine normalen Arbeitstage fanden zweigeteilt statt. Die Vormittage habe ich im Diakonischen Werk selbst verbracht. Dabei waren meine Aufgaben hauptsächlich die Unterstützung der Mitarbeiter/-innen, Erledigungen und Besorgungen. Nachmittags, nach der Pause, habe ich im „Treff am Ring“, einem Kinder- und Jugendtreff im Neuwieder Raiffeisenring gearbeitet. Dort werden unter der Woche eine Hausaufgabenbetreuung, Spielzeiten und AGs für die Kinder im Ring angeboten.

Beide Arbeitsbereiche hatten für mich viel Interessantes und Schönes zu bieten. Vormittags habe ich einige Erfahrungen in den Bereichen der sozialen Beratung gemacht. Klar, ich bin kein professioneller Berater und konnte selbstverständlich nicht selber Gespräche mit Klient/-innen führen, aber dank der Kolleg/-innen Einblicke in Bereiche wie Migrations- oder Eheberatung bekommen, die mir sonst verschlossen geblieben wären. Außerdem war die Grundstimmung im Kollegium immer positiv und offen, sodass ich mich von der ersten Woche an intergiert und wohlgefühlt habe.

Während meiner Nachmittage im „Treff am Ring“ habe ich aber die für mich wichtigsten Erfahrungen machen können. Schon vor dem FSJ habe ich gewusst, dass ich einmal Lehrer werden möchte, aber diese authentische Erfahrung in der Arbeit mit jungen Menschen hat mich noch einmal so bestätigt in meinem Wunsch, dass alle anderen Optionen endgültig hinfällig waren. Diese Arbeit habe ich wirklich geliebt und die Kinder mochten es, mit mir zu arbeiten, zu lernen, zu spielen und zu reden. Auch, vielleicht auch weil viele Kinder im Treff Probleme in der Schule haben und nicht immer alles einfach ist, war die Zeit dort ein Schatz! Das hat mir nochmal wie nichts vorher gezeigt, dass pädagogische Arbeit meine Stärke ist und dass meine Zukunft wirklich in diesem Bereich liegt. Leider hatte am Ende meines FSJs die Coronaviruspandemie Deutschland endgültig erreicht, sodass der Treff geschlossen wurde.

Was ist jetzt für mich geblieben? Vor allem eine Fülle an Erfahrung. Ich weiß jetzt, was soziale Arbeit praktisch bedeutet, was Arbeit mit Kindern bedeutet, was es heißt, verantwortlich zu sein und wie wichtig diese Arbeitsfelder sind. Außerdem bin ich nochmal bestätigt worden in meinem Wunsch, einmal als Lehrer zu unterrichten. Außerdem habe ich gelernt, und das ist für jede/-n Einzelne/-n wichtig, wie man Verträge abschließt, wie man sich krankenversichert, wie man Urlaub beantragt, wie die Rentenversicherung funktioniert, also die Dinge, die die Schule leider (noch) nicht vermittelt. Jedem jungen Menschen kann ich nur raten, auch ein freiwilliges soziales Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst zu absolvieren. Ein „verschenktes Jahr“, wie es manche Menschen nennen, ist es ganz und gar nicht. Leer geht niemand aus. Mag sein, dass jemand (wie ich) bestätigt wird. Mag sein, dass jemand lernt, was er / sie auch nicht möchte. Mag sein, dass sich jemand noch einmal vollkommen umorientiert. Wie genau die Zeit wird, was man genau für Erfahrungen und Begegnungen macht, kann ich natürlich nicht sagen. Aber man lernt über sich selbst und über andere. Und ein Blick über den eigenen Horizont hat noch nie geschadet.

Claudius Laengner

Claudius Laengner berichtet über sein Freiwilliges Soziales Jahr im Diakonischen Werk im Ev. Kirchenkreis Wied. Foto: Diakonisches Werk Neuwied

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Dauerauftrag Imageanzeige
Kreishandwerkerschaft
Anzeige "Rund ums Haus"
Anzeigensponsoring Sommerbunt - o.B.
Heimat aktiv erleben
Heimat aktiv erleben
Zukunft trifft Tradition KW 26
Empfohlene Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
440

Region. Aufgrund der anhaltenden extremen Hitze stellt National Express am Samstag, 27. Juni 2026, den Betrieb der Rhein-Ruhr-Express-Linien RE 1, RE 4, RE 5, RE 6 und RE 11 im Zeitraum von 13:00 Uhr bis voraussichtlich 19:00 Uhr vorübergehend ein. Die Maßnahme dient dem Schutz der Fahrgäste und Mitarbeitenden und soll verhindern, dass es unter den aktuellen außergewöhnlichen Wetterbedingungen zu ungeplanten Zugausfällen auf freier Strecke kommt.

Weiterlesen

Symbolbild.
462

Trier. Bischof Dr. Stephan Ackermann hat einen Priester des Bistums Trier von seinem Dienst beurlaubt. Gegen den Priester läuft ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach wegen des Vorwurfs einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung (13. Abschnitt des Strafgesetzbuches).

Weiterlesen

Weitere Artikel
So wird es vom 04. bis 06.09.2026 auf dem Flugplatzgelände aussehen. 50000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet
1357

Kruft. Rund 15 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung zu einer Informationsveranstaltung im Vorfeld der Jalsa Salana, die vom 04. bis 06.09.2026 auf dem Flugplatzgelände in Mendig stattfindet. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Verkehrsführung zu den Auswirkungen der Veranstaltung auf die Anwohnerinnen und Anwohner.

Von Andreas Lung aus Kruft

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: ROB
786

Junge war am späten Donnerstagabend aus der elterlichen Wohnung verschwunden

27.06.: Andernach: Vermisster 12-Jähriger wiederaufgefunden

Andernach. Der vermisste Zwölfjährige aus Andernach ist laut Polizei wieder da. Zuletzt war der Zwölfjährige am späten Donnerstagabend gegen 22.20 Uhr gesehen worden. Danach verließ er die elterliche Wohnung und fuhr vermutlich mit einem weißen Fahrrad weg.

Weiterlesen