Informationsveranstaltung zu den fünften Kunsttagen in Winningen
Ein Dorf wird zur Kunstmeile
Elf Künstler zeigen an neun Ausstellungsorten ihre Werke
Winningen. Stilgerecht, im passenden Rahmen mit einem Glas Wein in der Hand, trafen sich in der Vinothek Akteure und Künstler der fünften Kunsttage. Knapp einen Monat, bevor der Ort zur Kunstmeile wird, informierten sie über das Geschehen in Winningen am 6. bis zum 8. Mai 2016. Dann stellen elf Künstler ihre Werke an neun verschiedenen Orten aus. Malerei, Skulptur, Glas und Installation ziehen in Räume und Gärten, die sie für 50 Stunden beherbergen. Es ist Kunst auf Zeit, in einem Ort, der für seinen Riesling und Weinfeste, aber auch für seine idyllische Lage im Moseltal und seine historischen Bauten bekannt ist. Stolz sind die Initiatoren auf das hohe Niveau der Kunsttage, die es seit 2006 gibt. Birgitt Schaaf eröffnete die Informationsveranstaltung, gab kleine Einblicke auf das große Kunstereignis: „Winningen und Wein kennt man, Winningen und moderne Kunst soll kennengelernt werden.“
Dazu verhilft auch ein Katalog, der, liebevoll von Kerstin Ax gestaltet, ausführlich über die Künstler, ihre Werkzeuge und die Ausstellungsorte informiert und einen Rückblick auf die Kunsttage 2014 gewährt. Dazu ein kleiner Flyer, der die Besucher führt. Frank Hoffbauer stellte die Künstler und ihre Werke vor. Ins Detail gehend, erklärte er Materialien und die Vorgehensweise. Es ist ein Reigen hochkarätiger Werke, gestaltet von Künstlern aus drei Ländern: Südkorea, Deutschland und der Schweiz. Es wird ein Highlight, nicht nur für Kunstliebhaber, mit vielseitigen Arbeiten und überraschenden Techniken, in Verbindung mit unterschiedlichen Stilrichtungen, das jedem Kunstverständigen neue Impulse verleihen kann.
Leicht und grazil
Im Gemeindehaus begegnet der Besucher den Stahlskulpturen von Rheinhard G. Puch, die trotz des schweren Materials leicht und grazil erscheinen. Am Moselufer wird es außergewöhnlich mit „street art“ von Edgar Müller. Er verwandelt mit seinen 3-D-Illusionen normale Straßen in Abgründe. Papier als Medium, eine Kunst, die im asiatischen Raum eine lange Tradition hat, ist das Metier von Tilmann Zahn. Seine Werke sind in der Galerie im Kelterhaus und in der Gutsschänke Schaaf zu bewundern. Nicht der klassischen Malerei widmet sich Beatriz von Eidlitz. Bei ihren Werken geht sie einen ganz eigenen Weg. Es entstehen Arbeiten, sowohl auf Papier als auch auf Eisenplatten, mit geometrischen Formen, klaren Linien und kräftigen Farben. Sie stellt im Rathaus aus. Gleich zwei Künstler begegnen sich im Weingut Heymann-Löwenstein. Der Koreaner Tchun-Mo Nam präsentiert seine Bildwerke, bei denen es immer um das Wechselspiel von Licht und Schatten und die Beziehung zwischen Fläche und Körperlichkeit geht.
Stahl ist der Werkstoff des Bildhauers Werner Bitzigeio, bei seinen Skulpturen geht es immer um die Aufhebung der Schwere. Im Weingut Knebel begegnen sich zwei Künstlerinnen. Dort finden sich die kraftvollen Papierreliefs von Aja von Loeper und die luziden Glaskörper von Mechthild Ehmanns zum Dialog ein. In das Kunstereignis sind auch die Gärten der Familien Richter und de Leuw in der August-Horch-Straße mit einbezogen. Der Schweizer Pi Ledergerber verleiht Steinen eine andere Charakteristik, zu sehen an seinen Skulpturen in beiden Gärten. Die Vinothek als Ausstellungsort hat sich die Malerin Regina Reim ausgesucht.
„Kunstkleckser“ mit dabei
In ihren Werken verbinden sich Tanz, Musik, Malerei und Tiefdruck. An einigen Ausstellungsorten sind Werke von Schülern der Förderschule Am Bienhorntal Koblenz - den „Kunstklecksern“ - zu sehen. Sie haben sich engagiert mit Kunsttechniken und Arbeitsweisen der Kunsttage-Künstler beschäftigt. In der Evangelischen Kirche scheinen die Kunstwerke von Ulli Böhmelmann durch den Raum zu schweben und verzaubern das Kirchenschiff. Es ist der Ort, an dem die fünften. Kunsttage am Freitag, 6. Mai, unter Mitwirkung von Schirmherrin Prof. Dr. Beate Reifenscheid und der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, eröffnet werden. Die Besucher haben die Möglichkeit, auf drei Rundgängen von Kunsthistorikerinnen begleitet zu werden. Über das ausführliche Programm informiert die Website www.kunsttage-winnigen.de. Das Kunsttageteam ist stolz über die Erfolgsgeschichte mit einem guten Stern von Anfang an und geht hoch motiviert an seine Arbeit, dem großen Kunstereignis im kleinen Dorf. EP
Künstler und Akteure trafen sich stilgerecht im passenden Rahmen der Vinothek zur Informationsveranstaltung über die fünften Kunsttage.
Birgitt Schaaf und Frank Hoffbauer informierten über die Künstler, ihre Werke, Materialien und ihre Technik.
