Allgemeine Berichte | 08.11.2016

Vorbereitungen auf den dritten „Bläserklassen.Convent“ in Koblenz

Ein Erlebnis für Musiker und Publikum

Veranstalter erwarten rund 2.500 junge Blasmusiker aus 40 Schulen

Bereits das erste Bläserklassentreffen im Jahr 2009 lockte die musikbegeisterten Schüler in Scharen an.  Christopher Rausch Fotografie (1)/Barbara Senger (1)

Koblenz. Zum dritten Mal wird 2017 der „Bläserklassen.Convent“ an den Start gehen. Initiator und Organisator Tobias Jacobs, Vorstandsmitglied des ausrichtenden Vereins „Musik für Alle e.V.“, hat bereits jetzt alle Hände voll zu tun, die am 9. Juni 2017 stattfindende Großveranstaltung vorzubereiten. Jacobs rechnet damit, dass rund vierzig Schulen aus Rheinland-Pfalz und den Nachbarländern ihre Bläserklassen und Jugendorchester nach Koblenz entsenden werden. Dann wären es rund 2.500 junge Blasmusiker der fünften bis neunten Jahrgangsstufe, die zunächst zwischen 11 und 14 Uhr die zehn Open-Air-Bühnen im gesamten Innenstadtgebiet mit 60- bis 90-minütigen Konzerten bespielen und sich dann am Nachmittag beim großen XXL-Konzert am Deutschen Eck einbringen.

Lehrwerk als gemeinsame Basis

Jacobs spielt selbst Trompete und teilt sich mit Robert Klein die Geschäftsleitung des „Bläserstudios Koblenz“. Als er 2009 den „Laden“, wie er das Bläserstudio Koblenz nennt, übernahm, hatte er schon engen Kontakt zu verschiedenen Koblenzer Schulen, die in ihren Bläserklassenprojekten jeweils mit dem selben, aus Amerika stammenden und weit verbreitet genutzten Lehrwerk „Essential Elements“ arbeiten. Eine Methode, mit der die musizierenden Schüler schnell zu Erfolgserlebnissen geführt werden können. Die Bläserklassen der meisten Schulen stehen somit auf der gleichen musikalischen Basis. Das brachte Jacobs auf die Idee, sie zu einem großen Orchester zusammenzuführen. Der erste Bläserklassen-Convent, den er im Jahr 2009 organisierte und an dem rund 1.200 Musiker teilnahmen, sei nicht nur „als Spaß an der Freude gedacht“ gewesen, sondern vor allem als Aufruf an die Landes- und Bundespolitik, die Musikprojekte in den Schulen nicht sterben zu lassen, denn: „Ihr seht und hört doch, wie toll das ist!“ Den Convent zu stemmen, sei ein riesiger Kraftakt gewesen, für den erhebliche Kosten übernommen werden mussten, erinnert sich Jacobs. Alt-Oberbürgermeister Eberhard Schulte-Wissermann hatte bei der Veranstaltung sogar den Taktstock zum Arrangement des Schängelchen-Liedes geschwungen.

Musikalisch reiferes Niveau

Christian Weller, der seit 2005 Komponist und musikalischer Leiter des Koblenzer Mundart-Musicals „Zum Schängel“ und seit 2008 musikalischer Leiter der „Blauen Bütt“ ist, ist ein Jugendfreund von Jacobs. Er saß beim ersten Bläserklassen-Treffen 2009, beim Convent 2014 in Engers und sitzt auch beim Convent 2017 mit im Boot. Der „neue“ Convent soll musikalisch anspruchsvoller werden, sich auf einem musikalisch reiferen Niveau bewegen, stellt Weller in Aussicht. Die Bläserklassen werden jetzt nicht die Melodie führen, sondern werden als richtiger Bläsersatz der ansonsten vierköpfigen Konflux-Band um die Koblenzer Sängerin Leslie Morison fungieren. Gespielt werden neben den Stücken aus dem Repertoire „Essential Elements“ auch bekannte Rock- und Soulklassiker wie „Highway to Hell“, „Happy“ oder „I feel good“. Alle Arrangements sind schon geschrieben, die Playbacks zum Üben seien produziert, sagt Weller.

Die ersten Schulen haben sich zur Teilnahme bereits angemeldet. Zum Beispiel die „Anne Frank Realschule plus“ in Montabaur. Unter Leitung von Thomas Eberth hat die Bläserklasse sogar alle Stücke schon einmal durchgespielt und von ihrer Seite aus „grünes Licht“ gegeben.

Hörgenuss für die Teilnehmer

Zum Ende des Convents erwartet die jungen Musiker und ihr sicherlich großes und begeistertes Publikum ein besonderer und festlicher Hörgenuss. Von 17.30 bis 19 Uhr erhalten sie die Gelegenheit, einmal ein hoch professionelles Blasorchester, und zwar das Heeresmusikkorps Koblenz, in Aktion zu erleben. Viel zu selten werde Schülern eine solche Chance eingeräumt, meint Jacobs. Seiner Meinung nach gehöre das doch eigentlich zum Pflichtprogramm im Musikunterricht.

Neben dem für die Schüler hohen Erlebniswert des gemeinsamen Musizierens soll unter dem Strich auch der Verein „Musik für alle“ einen Mehrwert mit der Veranstaltung erhalten. Mit dem Inhalt der hoffentlich gut gefüllten Sammelbüchsen, die bei den Open-Air-Konzerten aufgestellt werden, will er mit neuer Energie weiterführen, was er schon seit 2014 mit viel Erfolg tut, nämlich sich einsetzen für die musikalische Förderung von Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien im Raum Koblenz.

Die Anmeldung zum Bläserklassen.Convent kann bis Ende Januar 2017 bei Tobias Jacobs unter Tel. (01 70) 4 18 14 14 oder per E-Mail an „info@musikfueralle-koblenz.de“ erfolgen. Der Teilnahmebeitrag inklusive Verpflegungspaket beträgt fünf Euro pro Schüler. BSB

Ein Erlebnis für Musiker und Publikum

Ein Erlebnis für Musiker und Publikum

Bereits das erste Bläserklassentreffen im Jahr 2009 lockte die musikbegeisterten Schüler in Scharen an. Fotos: Christopher Rausch Fotografie (1)/Barbara Senger (1)

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