Allgemeine Berichte | 23.02.2026

Stadtmuseum Andernach - Objekt des Monats März

Ein Foto-Souvenir vom Krahnenberg

Werbeanzeige der „Krahnenburg“ von 1907.Foto: Sammlung Stadtmuseum Andernach

Andernach. Das aktuelle „Objekt des Monats“ ist eine echte Rarität: Ein Foto-Souvenir zur „Erinnerung an den Krahnenberg b. Andernach“ aus der Zeit um 1895.

Andernachs 220 Meter hoher Hausberg ist seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel. Als erstes eröffnete hier 1886 die „Krahnenburg“, etwa gleichzeitig auch die „Kaiserburg“ an der Kanzel. Bereits 1886 fand auf dem Krahnenberg ein Turnfest statt, dem noch viele weitere folgen sollten. Als dann im Jahre 1895 die Krahnenbergbahn ihren Betrieb aufnahm, wurde der Krahnenberg zu einem überregional bedeutenden Ausflugsziel am unteren Mittelrhein.

Genau in dieser Zeit ist unsere Souvenirfotografie entstanden. Leider ist nicht bekannt, um wen es sich bei den acht Personen handelt, die hier in feinster Garderobe - die Herren mit Melone und Zylinder, die Damen in eleganten Kleidern - für den Fotografen stillsitzen bzw.

-stehen mussten.

Wahrscheinlich wurde unser Foto unmittelbar auf dem Krahnenberg von einem sogenannten „Schnellfotografen“ aufgenommen, wie es sie in dieser Zeit u.a. auch am Drachenfels gab. Jene Schnellfotografen schlugen an beliebten touristischen Zielen ein mobiles Atelier auf, in dem die Fotos geschossen und sogleich vor Ort in einer Dunkelkammer entwickelt wurden. Bei unserer Fotografie handelt es sich um eine sogenannte „Ferrotypie“, bei der eine eiserne Trägerplatte mit einer lichtempfindlichen Schicht überzogen und dann in der Kamera belichtet wurde. Diese um 1890 eigentlich schon veraltete Technik war schnell und vor allem kostengünstig. Allerdings blieb jedes Foto ein Unikat, da keine Abzüge hergestellt werden konnten. Die Abbildung war außerdem immer spiegelverkehrt. Nach der Entwicklung in zwei chemischen Bädern wurde die Metallplatte hinter einem vorgefertigten Passepartout mit ovalem Ausschnitt festgeklebt. Eine Glasscheibe mit der aufgedruckten Beschriftung und Ornamenten sowie einer Öse zum Aufhängen machte das Ganze dann zum attraktiven Mitbringsel. Während der Fertigstellung des Fotos konnten die Porträtierten zum Beispiel in einer der Gaststätten einkehren und nach gut einer halben Stunde ihr fertiges Foto abholen. Vergleichbare Fotoandenken gibt es heute zum Beispiel auch noch in manchen Freizeitparks.

Diese Fotografie, ein Unikat, ist von hohem geschichtlichen Wert für die Frühzeit des Krahnenbergtourismus. Sie ist Teil der umfangreichen Fotosammlung des Stadtmuseums, in der insgesamt rund 20.000 Aufnahmen von Andernacher Häusern, Straßen, Betrieben, Ereignissen und Personen aus der Zeit zwischen etwa 1860 und heute archiviert und digitalisiert sind. Aufnahmen aus der Fotosammlung sind für Interessierte nach Voranmeldung im Museum recherchierbar.

Pressemitteilung des

Andernacher Stadtmuseums

Souvenirfoto vom Krahnenberg, um 1895. Ferrotypie hinter Glas, 12,5 x 9 cm.Foto: Stadtmuseum Andernach

Souvenirfoto vom Krahnenberg, um 1895. Ferrotypie hinter Glas, 12,5 x 9 cm.Foto: Stadtmuseum Andernach

Werbeanzeige der „Krahnenburg“ von 1907.Foto: Sammlung Stadtmuseum Andernach

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