Der neue Nieverner Ortsbürgermeister heißt Lutz Zaun
Ein „Heckebock“ mit Leib und Seele
Nievern. Am Rande des Duells Malu Dreyer gegen Julia Klöckner gab es am vergangenen Wahlsonntag in Nievern die Entscheidung um die Nachfolge des Ortsbürgermeisters. Auf eigenen Wunsch tritt der aktuell dienstälteste Ortsbürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Ems zurück, um nach 32 Jahren die Nieverner Geschicke in neue Hände zu legen.
Lutz Zaun - bislang Beigeordneter der Gemeinde Nievern, aber auch der Verbandsgemeinde Bad Ems- ging als einziger Kandidat ins Rennen um die Nachfolge und genießt anscheinend hohes Ansehen in der Nieverner Bevölkerung: satte 87,19 Prozent der Nieverner stimmten mit „JA“ für Zaun. Das entspricht 557 Ja-Stimmen und 77 Nein-Stimmen. Fünf wahlberechtigte Nieverner schafften es den komplizierten Wahlzettel nicht korrekt auszufüllen. Drei verfehlten jeden Antwortkreis, zwei schafften es nicht, sich in der Kürze der Zeit zu entscheiden und stimmten für „Ja“ und „Nein“ gleichzeitig. Die Wahlbeteiligung lag übrigens bei erfreulichen 80 Prozent.
„Ich hatte mir eigentlich einen Mitbewerber gewünscht. Dann hätten die Nieverner eine echte Wahl gehabt. Aber jetzt freue ich mich über das große Vertrauen und die Aufgabe die vor mir liegt“, so Zaun. Der 58-jährige Diplom-Verwaltungswirt ist als Sachgebietsleiter beim statistischen Landesamt in Bad Ems tätig. Seit 1986 ist er kommunalpolitisch tätig, seit 1989 ist er im Nieverner Gemeinderat und seit 1994 gehört er auch dem Verbandsgemeinderat an. Zurzeit ist er Beigeordneter der Verbandsgemeinde und seiner Heimatgemeinde, ehrenamtlich in der Feuerwehr und im Gesangverein, aber eigentlich in den meisten Nieverner Vereinen irgendwie aktiv.
Das Lutz Zaun ein „Zugereister“ ist, haben sogar die meisten „Heckeböck“, so werden die Nieverner in den Nachbargemeinden liebevoll genannt, inzwischen vergessen. 1966 ist er zugezogen und „war damals lange ,Zugezogener‘, da ich weiter auf das ,Johnny‘ zur Schule ging – das führte oft zu Reibereien“, erinnert sich Zaun lächelnd. Das haben ihm die betroffenen Nieverner aber zwischenzeitlich offenbar verziehen. Inzwischen ist er lange „Heckebock“ mit Leib und Seele und kandidiert „aus vollster Überzeugung, um das weiterzuführen, was mein Freund Franz Lehmler in 32 Jahren aufgebaut hat“. „Wenn ich irgendwas möchte, dann ist es die Art und Weise fortzuführen, wie Franz Lehmler die Gemeinde geführt hat“, so Zaun.
Neben der Landtagswahl und der Ortsbürgermeisterwahl hatte Nievern am Wahlsonntag übrigens noch eine Sonderstellung: die Gemeinde war einer der so genannten „repräsentativen Wahlbezirke“, Verbandsgemeindebürgermeister Josef Oster erklärt: „Das bedeutet, dass unter anderem anhand der Nieverner Daten die so genannte Nachwahlanalyse des Statistischen Landesamtes gemacht wird. Dafür gibt es speziell nach Altersgruppen und Geschlechtern getrennte Wahlzettel. Die Wahlberechtigten sind auf der Wahlbenachrichtigung darauf hingewiesen worden, zu welcher Bevölkerungsgruppe sie gehören und dass diese Erhebung gemacht wird. Dazu sind die Wahlzettel markiert, aber natürlich so, dass das Wahlgeheimnis gewahrt bleibt.“ Willi Willig
