Kreisjugendfeuerwehrwart Bernd Baumann wurde in Nörtershausen verabschiedet
Ein Leben für die Feuerwehr
Nörtershausen. „Geht nicht, keine Zeit!“ Diese Worte waren Bernd Baumann fremd, 39 Jahre lang widmete er ehrenamtlich der Freiwilligen Feuerwehr seine Freizeit, bekam im Laufe der Jahre zahlreiche Auszeichnungen für seinen Einsatz. Jetzt kam im Rahmen der Delegiertenversammlung der Jugendfeuerwehren des Kreises Mayen-Koblenz, die im Gemeindesaal von Nörtershausen stattfand, eine weitere hinzu: die Ehrennadel in Silber der Deutschen Jugendfeuerwehr. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge nahm Bernd Baumann sie entgegen, denn es war für ihn nicht nur ein Ehrentag. Es war auch der Tag seines Abschieds, mit 63 Jahren hat er die Altersgrenze erreicht.
Sein Lebenslauf ist geprägt von seinen Verdiensten in der Freiwilligen Feuerwehr. Schon früh war Baumann die ehrenamtliche Arbeit in Kindergarten und Schule wichtig. 1977 trat er dann in die Freiwillige Feuerwehr Nörtershausen ein und wurde nach einer fundierten Ausbildung 1985 zum Oberfeuerwehrmann ernannt. Zwei Jahre später errang er den Grad des Hauptfeuerwehrmanns, 1988 erfolgte die Ernennung zum stellvertretenden Wehrführer, seit dieser Zeit führte er den Dienstgrad Brandmeister. Ab 1996 bis 2004 übte er das Amt des Wehrführers aus. Fast 25 Jahre lang unterstützte Bernd Baumann die Arbeit des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Nörtershausen. Genauso lange war als Kreisausbilder tätig.
Engagiert für den Nachwuchs
Ein Schwerpunkt seines Engagements war und ist die Sorge um den Nachwuchs in der Feuerwehr. In seinem Heimatort gründete er im April 1988 die Jugendfeuerwehr als Nachwuchsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr. Im Durchschnitt treffen sich heute dort zehn bis 15 Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren. Sie erhalten theoretischen Unterricht, der spielerisch die Tätigkeit der Feuerwehr erklärt und dem sich der praktische Ausbildungsteil anschließt. Auch als Jugendfeuerwehrwart setzte sich Bernd Baumann für seinen Heimatort und seine Heimat ein, führte viele Aktivitäten rund um die Jugendarbeit durch oder nahm daran teil. Dazu gehörten Wettkämpfe mit feuerwehrtechnischem Hintergrund, Zeltlager und viele andere Freizeitaktivitäten. Für seine Verdienste um den Aufbau und die Förderung der Jugendfeuerwehr, erhielt er 2000 die Silberne Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz. Von 2003 bis 2016 übte er das Amt des stellvertretenden Kreisjugendfeuerwehrwartes aus. Das Amt des Jugendfeuerwehrwartes der Löschgruppe Nörtershausen gab er 2013 in die kompetenten Hände seiner Nachfolger.
Dank vom Landrat
Als stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart des Landkreises Mayen-Koblenz wurde er jetzt von Landrat Dr. Alexander Saftig mit Handschlag und einem herzlichen Dankeschön entpflichtet. Für seine Verabschiedung hatte sich Bernd Baumann gewünscht, dass die diesjährige Delegiertenversammlung in Nörtershausen stattfinden sollte. Vertreter von 33 Jugendfeuerwehren des Landkreises Mayen-Koblenz waren erschienen. Zu den Programmpunkten des Tages gehörte unter anderem auch die Wahl des neuen stellvertretenden Kreisjugendfeuerwehrwartes. Zum Nachfolger von Bernd Baumann wurde der 48-jährige Michael Groß aus Andernach gewählt, der seit 32 Jahren in der Jugendarbeit der Andernacher Freiwilligen Feuerwehr tätig ist. Nicht nur zur Wahl konnte man ihm gratulieren, für seinen langjährigen Einsatz überreichte ihm der Landrat die Ehrennadel in Bronze der Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz.
„Schade, dass der Bernd gehen muss“, meinte Kreisjugendfeuerwehrwart Horst Klee, der die Laudatio auf Bernd Baumann hielt. Er fand eindrucksvolle Worte für dessen jahrzehntelangen Einsatz und übergab Geschenke, die der „kommenden Langeweile“ entgegenwirken sollen. Dass Bernd Baumann der Abschied schwerfiel, zeigte seine Abschiedsrede, die sehr emotional war. Mit dem Slogan „Jugendfeuerwehr – ohne uns wird’s brenzlig“ werben die Jugendfeuerwehren für ihre ehrenamtliche Arbeit. Im Landkreis Mayen-Koblenz sind die Verantwortlichen überzeugt eine Generation zu haben, die bereit ist, sich für ihre Heimat einzusetzen. Denn in der vorhandenen Struktur fühlen sich die jungen Menschen wohl. Allein kann man keinen Brand löschen, in der Gemeinschaft gelingt es. Viele junge Leute sind bereit, sich ehrenamtlich für den Brandschutz zu engagieren. Das ist nicht zuletzt Menschen wie Bernd Baumann zu verdanken, der viel Zeit und Energie für die Feuerwehr und deren Nachwuchs einsetzte.
Kreisjugendfeuerwehrwart Horst Klee (r.), der die Laudatio hielt, überreichte Geschenke, die der „kommenden Langeweile“ entgegenwirken sollen.
Als stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart wurde Bernd Baumann von Landrat Dr. Alexander Saftig (l.) per Handschlag und mit einem herzlichen Dankeschön entpflichtet.
