Allgemeine Berichte | 27.09.2017

9. Glaskunstpreis der Stadt Rheinbach vergeben

Ein „Mechanischer Fisch“ machte das Rennen um den Nachwuchspreis

Anna Lokaj vom Kunstgymnasium Dabrowa Górnicza überzeugte die Jury – Publikumspreis „Alexandra Bruns“ ging an Anna Fehrmann von der Rheinbacher Glasfachschule

Bürgermeister Stefan Raetz (links) und Glasmuseumsleiterin Dr. Ruth Fabritius (rechts) zeichneten die Preisträger des neunten Rheinbacher Glaskunstpreises aus (von links): Shoplar Ashirbekova aus Rheinbachs tschechischer Partnerstadt Kamenický Šenov (3. Platz), Sandra Urban von der Glasfachschule Hadamar (2. Platz) und Anna Fehrmann von der Glasfachschule Rheinbach (Publikumspreis). Fotos: -Jost-

Rheinbach. Ein „Mechanischer Fisch“ machte das Rennen um den 9. Glaskunstpreis der Stadt Rheinbach. Die Bleiverglasung der polnischen Gymnasiastin Anna Lokaj vom Kunstgymnasium Dabrowa Górnicza überzeugte die namhafte Jury und sicherte ihr so die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung, die nach den Worten von Bürgermeister Stefan Raetz „einzigartig in ganz Europa ist und sich mittlerweile voll und ganz in der Glasszene etabliert hat.“ Zudem habe der Wettbewerb aber auch die europäischen Schulen näher zusammengebracht, die sich mit dem Thema Glas beschäftigten, „damit trägt Glas dazu bei, Europa enger zu verbinden.“

Das nächste Jahr sei jedoch ein ganz Besonderes für die Glasmetropole Rheinbach, denn es gelte gleich zwei wichtige Jubiläen zu feiern: die Glasfachschule werde 70 Jahre und das Glasmuseum 50 Jahre alt. „Damit steht 2018 in Rheinbach voll und ganz im Zeichen der Glaskunst“, sagte er voraus. Die Planung dafür hätten schon jetzt begonnen.

33 Schülerarbeiten aus 7 europäischen Schulen eingereicht

33 Schülerarbeiten aus sieben europäischen Glasfachschulen hatten der Fachjury zur Auswahl gestanden, die mit bekannten Persönlichkeiten der internationalen Glaskunstszene besetzt war. Glaskünstlerin Katharina Coleman aus England, Mariska Dirkx von der Glasgalerie Roermond, Dr. Jan Mergel von der westböhmischen Universität Pilsen, Karin Rühl als Leiterin des Glasmuseums Frauenau und Professor Jörg F. Zimmermann von der Kunsthochschule Stuttgart kamen ihrer Aufgabe mit Freude und Engagement nach. Sie bescheinigten den eingereichten Wettbewerbsarbeiten ein durchgehend hohes Niveau.

Den zweiten Preis und 750 Euro erhält Sandra Urban von der Glasfachschule Hadamar für ihre Arbeit „Seelenverwandte“ mit geschliffenen Figuren, deren Herzen mit Kupferdraht verflochten sind. Platz drei (500 Euro) wurde an Shoplar Ashirbekova aus Rheinbachs tschechischer Partnerstadt Kamenický Šenov vergeben für ihr vierteiliges, formgeblasenes Kristallglasset „Pfeffer“.

Außerdem vergab die Jury vier nicht dotierte Belobigungen an Martin Jašontek (Kamenický Šenov), Marius Kaltenberg (Glasfachschule Rheinbach;), Minna Kunnas (Kunstschule Ikaalinen, Finnland) und Natalia Laskowska (Dabrowa Górnicza).

Das letzte Mal von der Familie Bruns gestiftet

Eng war diesmal das Rennen um den mit 1.000 Euro dotierten Publikumspreis „Alexandra Bruns“, für den mehr als 1.000 Personen ihr Votum abgegeben hatten, die meisten online auf der Seite www.glaskunstpreis-rheinbach.de. Auf die Arbeit „Ego Sum – hier und jetzt“ von Anna Fehrmann von der Rheinbacher Glasfachschule entfielen dabei 134 Stimmen und damit fünf mehr als auf die zweitplatzierte Arbeit „GlasInc Tatoo Award“ von Samuel Moser aus der österreichischen Glasfachschule Kramsach. Allerdings sei dies das letzte Mal, dass der Publikumspreis von der Familie Bruns gesponsert werde, bemerkte Museumsleiterin Dr. Ruth Fabritius, weil Stifter Wilhelm Bruns kürzlich verstorben sei. Deshalb werde noch ein Glasenthusiast gesucht, der ab 2019 den Publikumspreis unterstütze.

Fabritius hob darüber hinaus noch einmal hervor, wie stolz man sei, dass Dombaumeisterin a.D. Prof. Dr. Barbara Schock-Werner diesmal die Schirmherrschaft übernommen hatte, wenn sie auch aus gesundheitlichen Gründen bei der Preisverleihung nicht dabei sein konnte. Das zeige die Wertschätzung für die Qualität des europäischen Glaskunst-Nachwuchses. Ohnehin sei die Tatsache, dass Schock-Werner ein Fenster des Kölner Doms von dem bekannten Künstler Gerhard Richter als Bleivergasung in Auftrag gegeben habe, eine Schicksalsstunde für die Glaskunst gewesen. Denn damit sei sie von einem Nischendasein aufgestiegen zur „Kunst mit Glas.“ Erfreulich auch, dass die Absolventen aller beteiligten Schulen weiterhin gute Beschäftigungsmöglichkeiten fänden. Das zeige, „dass hier Berufe mit Zukunft ausgebildet werden.“ Ein besonderer Dank gelte auch der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters, die den Nachwuchsförderpreis maßgeblich fördere.

JOST

Der „Mechanische Fisch“ von Anna Lokaj gewannden diesjährigen Glaskunstpreis der Stadt Rheinbach.

Der „Mechanische Fisch“ von Anna Lokaj gewann den diesjährigen Glaskunstpreis der Stadt Rheinbach. Foto: Volker Jost

Der Publikumspreis ging an die Arbeit „Ego Sum – hier und jetzt“ von Anna Fehrmann.

Der Publikumspreis ging an die Arbeit „Ego Sum – hier und jetzt“ von Anna Fehrmann. Foto: Volker Jost

Bürgermeister Stefan Raetz (links) betonte die Bedeutung des Glaskunstpreisesder Stadt Rheinbach bei der Verleihung im Glaspavillon „Hans-Schmitz-Haus“.

Bürgermeister Stefan Raetz (links) betonte die Bedeutung des Glaskunstpreises der Stadt Rheinbach bei der Verleihung im Glaspavillon „Hans-Schmitz-Haus“. Foto: Volker Jost

Bürgermeister Stefan Raetz (links) und Glasmuseumsleiterin Dr. Ruth Fabritius (rechts) zeichneten die Preisträger des neunten Rheinbacher Glaskunstpreises aus (von links): Shoplar Ashirbekova aus Rheinbachs tschechischer Partnerstadt Kamenický Šenov (3. Platz), Sandra Urban von der Glasfachschule Hadamar (2. Platz) und Anna Fehrmann von der Glasfachschule Rheinbach (Publikumspreis). Fotos: -Jost- Foto: Volker Jost

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