Ein Projekt was begeistert: Motors and Moves
Neuwied. Spannende Zeiten liegen hinter den Teilnehmenden des neuen integrativen Projektes „Motors and Moves“ in Neuwied. Nach einem halben Jahr im Herzen der Stadt kann schon eine sehr positive Zwischenbilanz gezogen werden. Was ist da passiert? Ein restaurierungsbedürftiger Citroën 2CV Transporter, besser bekannt als „Kastenente“, wurde zunächst unter fachlicher Anleitung in seine Einzelteile zerlegt. Anschließend ging es in vielen gemeinsamen Arbeitsstunden zweimal pro Woche an das „Entlacken“ der Karosserie. Hier profitierten vor allem die jungen Menschen, die sich eine handwerkliche Zukunft im Kfz-Bereich wünschen.
Die bis dato verzeichneten Erfolge konnten bereits am 1. Mai von einer breiten Öffentlichkeit auf dem Oldtimertreffen des IG Young-Oldtimer-Neuwied e. V. bestaunt werden. Sowohl Fachleute als auch Laien zeigten sich hier begeistert. Im zweiten Halbjahr 2025 ist als weiterer Höhepunkt geplant, das in neuem Glanz erscheinende Auto beim beliebte Azubi-Speed-Dating im Big House Neuwied zu präsentieren!
Bei dieser Gelegenheit kommt dann der zweite Hauptaspekt „Moves“ zum Tragen. Denn wer nicht in der Werkstatt schrauben möchte, hat die Möglichkeit sich tänzerisch auszudrücken. Musik und Tanz begleiten die jungen Erwachsenen durch das Projekt und bieten die Chance durch die Bewegung und das gemeinsame Erlernen von Choreographien Selbstbewusstsein und ein positives Körpergefühl zu erlangen. In Kooperation mit der bekannten Tanzschule „Impuls“ wird im August auch unter medienpädagogischer Begleitung ein komplett neuer Tanz entwickelt und vorgestellt.
Die beschriebenen Praxisbausteine machen einen großen Teil des Projektes aus, welches vom Bildungsträger SoRocket GmbH durchgeführt wird. Ziel dieses Integrationsprojekts für nicht erwerbstätige oder arbeitslose junge Erwachsene unter 30 Jahren ist die Erhöhung der Ausbildungsfähigkeit und die Vorbereitung auf eine Ausbildungs- oder Arbeitsaufnahme. Hier gilt es für die pädagogischen Fachkräfte unterschiedlichste Vermittlungshemmnisse durch lösungsorientiertes Vorgehen systematisch abzubauen. Die Arbeit mit der heterogenen Teilnehmendengruppe gestaltet sich daher vielseitig und setzt auf Gruppenarbeit ebenso sehr wie auch auf Einzelcoachings. Da gibt es etwa die junge Geflüchtete aus der Ukraine, die nach einem erfolgreichen Praktikum und durch intensive Vorbereitung auf eine Sprachprüfung vom Niveau B2, die jetzt eine Ausbildung zur Pflegefachkraft im örtlichen Elisabeth-Krankenhaus angetreten hat. Andere Personen haben eher Probleme im gesundheitlichen, sozialen oder familiären Bereich. Diesen kommt dann die Vernetzung des Trägers zu Gute, sodass im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe eine zügige Anbindung an Arztpraxen und Beratungsstellen gewährleistet ist. Die geregelte Tagesstruktur hilft vor Allem psychisch belasteten Teilnehmenden bei der Stabilisierung, sodass die Hinführung zum Ausbildungsmarkt oder zu einem weiterführenden Schulbesuch wieder realistisch wird. Eine weitere Erfolgsgeschichte ist die zweier Frauen, die bei Erwerb der Berufsreife unterstützt wurden und gerade ihre letzten Prüfungen ablegen konnten. Gab es am Jahresbeginn noch große Defizite im schulischen Grundwissen, aber auch in Bezug auf Lernstrategien und beim Selbstbewusstsein, kann nun mit Stolz auf das Erreichte zurückgeblickt und der nächste Schritt in Angriff genommen werden.
Das Projekt „Motors & Moves“ gehört zum Förderansatz Jobaction des Europäischen Sozialfonds Plus (https://ec.Europa.eu/european-social-fund-plus/de - www.esf.rlp.de) und ist eine Kooperation mit dem Jobcenter des Landkreises Neuwied. Es wird auch im zweiten Halbjahr 2025 weiter durch ungewöhnliche Praxisprojekte und eine intensive individuelle Betreuung von sich reden machen und jungen Menschen aus dem Landkreis Neuwied neue Wege öffnen, damit Integration in Ausbildung und Arbeit gelingt.
