Autoren aus der Verbandsgemeinde Weißenthurm trugen zum neuen Heimatbuch des Landkreises Mayen-Koblenz bei
Ein Spiegel der Vielseitigkeit
Weißenthurm. Im Rahmen eines kleinen Festakts fand im Haus der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz die Vorstellung des neuen Heimatbuchs des Landkreises statt. Landrat Dr. Alexander Saftig hatte hierzu alle Autorinnen und Autoren eingeladen, die einen Beitrag zu dem 312 Seiten umfassenden Werk verfasst hatten. Hierzu gehörten auch Persönlichkeiten aus dem Bereich der Verbandsgemeinde Weißenthurm.
Johannes Groß (Mülheim-Kärlich) thematisiert in seinem kurzen Beitrag den „Mülheimer Bach“. Eine historische Fotoaufnahme zeigt den ehemals offenen Verlauf des Bachs an der „Gemeindebrücke“ im Bereich des heutigen Kolpingplatzes. In einem zweiten Artikel berichtet Groß über die musikalische Gestaltung der Messen in der Frühzeit der Mülheimer Pfarrgemeinde.
Auf vier Seiten berichtet das Mülheim-Kärlicher Kreistagsmitglied Horst Hohn über einen landesweit wohl einzigen Vorgang, nämlich der nahezu zeitgleichen Errichtung von drei neuen Grundschulen in einer Stadt. Erklärt werden die Vorgeschichte und die Folgen des Bürgerentscheids vom September 2013, mit dem sich die Bevölkerung gegen eine zentrale Schule für alle drei Stadtteile ausgesprochen hatte.
Langjähriges Mitglied des Autorenteams ist auch Winfried Henrichs (Mülheim-Kärlich), der in der neuen Ausgabe über den Kurfürstlichen Burggarten und den Landschaftspark berichtet. Aloisia Niekrawietz (Kaltenengers) thematisiert die zwischen November 2017 und Juli 2018 ausgeführten Renaturierungs-Maßnahmen am „Kahlen Loch“. Es handelt sich hierbei sowohl für die Tier- und Pflanzenwelt als auch unter dem Gesichtspunkt der Naherholung um einen wichtigen Bereich am Kaltenengerser Rheinufer.
Peter Schmorleiz (Kettig) ist nicht nur ein leidenschaftlicher Karnevalist, sondern auch ein Verfechter der Mundart. Selbstverständlich ist sein Gedicht über „Dat aal Kabellsche an de Winninger Stroß“ komplett im Dialekt verfasst. Gleich drei heimatkundlich engagierte Mitbürger (Helge Bergmann, Hans Timmler und Theo Neideck) verfassten die Ausführungen für ein besonderes Jubiläum: 50 Jahre gesicherte Wasserversorgung für Bassenheim. Darin wird auch erläutert, dass bereits 1571 zum ersten Mal der Bassenheimer Sauerbrunnen erwähnt wird. Angela und Alfred Höfer (Urmitz) erinnern mit dem Artikel „Ein Missionar der ersten Stunde“ an den Örmser Pater Peter Hoffend, der von 1900 bis 1969 lebte.
„Heiliger Jodokus, zu dir kommen wir“, heißt der Bericht von Lothar Spurzem (Mülheim-Kärlich), der über die St.-Jost-Wallfahrt der Mülheim-Kärlicher Gläubigen berichtet. In den zwischenzeitlich über 180 Jahren ist diese nur einmal ausgefallen, nämlich 1944, als es wegen des Zweiten Weltkriegs zu gefährlich war, den Weg zu gehen.
Walter Häring (Urmitz) erläutert in seinem Artikel am Beispiel des Urmitzer Kindergartens die Entwicklung der Bildungseinrichtung zur Erziehung der Kinder im Vorschulalter. Es handelt sich um eine interessante Zeitreise von der ehemaligen Kinderbewahrschule bis zur modernen Kindertagesstätte. Ebenfalls zu den Autoren gehört die Urmitzerin Faustina Britz, die das Gedicht „Die Feuerreiter der Nacht“ verfasste.
Klaus Dietrich wohnt zwar in Meisenheim, behandelt in seinen Artikel jedoch ebenfalls ein wichtiges Ereignis aus dem Gebiet der Verbandsgemeinde: den Angriff von 26 amerikanischen Kampfflugzeugen auf die Kronprinz-Wilhelm-Brücke bei Urmitz. Anette Kremp (Polch) berichtet über das Jahr 1974, in dem die B-Jugend des Kärlicher Handballvereins (TV Kärlich) den Titel des deutschen Meisters erringen konnte.
Landrat Dr. Saftig bedankte sich bei der offiziellen Vorstellung des Buchs bei allen, die zum Gelingen des Werks beigetragen haben: „In einer Vielfalt von interessanten Beiträgen wird deutlich, was unseren Landkreis ganz besonders lebens- und liebenswert macht, warum er Heimat für uns ist. Das Heimatbuch spiegelt die Vielseitigkeit des Landkreises und seiner Menschen in wunderbarer Form wider“, so der Landrat.
Das historische Foto aus dem Jahr 1974 zeigt Hermann-Josef Häring, als er die Gratulation zum Gewinn der deutschen Meisterschaft der B-Jugend im Hallenhandball entgegennimmt.
