Allgemeine Berichte | 19.08.2026, 14:05 Uhr

Ein-Spruch: Was bleibt?!

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.  Foto:privat
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Dieser Tage wird die ehemalige St. Pius Kirche niedergelegt. Der Turm ragt nicht mehr in den Himmel und die charakteristische Zeltarchitektur ist Erinnerung.

Teilweise (v)erbittert wurde um eine bestandswahrende Lösung gerungen, inmitten einer Zeit, die von vielfältigen Krisen gekennzeichnet ist, seien es Kriege oder die sich beschleunigende Klimakrise, seien es Bedrohungen der politischen Ordnung oder auch die Verknappung von Ressourcen und die damit einhergehenden Verteuerungen - sie werfen die Frage auf: Wie soll es weitergehen und was wird bleiben?

Im Hinblick auf St. Pius werden wir in den neu zu gestaltenden Fenstern der Hemmessener Kapelle einen Teil der ursprünglichen Verglasung der Piuskirche bewahren. In dieser Kapelle, der in besonderer Weise das Gedächtnis an die Verluste durch die Flut 2021 eingeschrieben ist, wird St. Pius mit seiner Geschichte und den Menschen nicht vergessen. Eine sichtbare Verstetigung der Erinnerung wird auch durch die webapp: kirchen-ahr.de, die St. Pius virtuell erkunden lässt und den Pfarrbezirk als einen Teil kirchlichen Lebens unserer Stadt bestehen lässt, gegeben.

Doch ist es nur Erinnerung, die bleibt? Ist angesichts der vielfältigen Krisen, die uns in ihrer Wucht nahezu zu erdrücken scheinen, lediglich mit einem nostalgischen Rückblick auf die vermeintlich guten alten Zeiten zu begegnen oder in Resignation ?

All das Bedachte mag an ein Szenario erinnern, das wir im Lukasevangelium geschildert bekommen:

„Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond…und die Menschen vergehen vor Furcht in Erwartung der Dinge, die kommen sollen…Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht.“ (Lk 21, 25-28 exz.)

Uns wird inmitten einer von Katastrophen kosmischer Dimension eine Haltung anempfohlen, die weder Ignoranz gegenüber den Herausforderungen noch Zweckoptimismus im Sinne einer Durchhalteparole ist, sondern darin besteht Vertrauen zu wagen, dass die Geschicke unseres Lebens und dieser Welt in den Händen Gottes liegen. Wir sollen dabei beherzt Verantwortung für die Schöpfung mit ihren Menschen und für uns übernehmen, weil Gott das Heil für alle gerade durch dich und mich wirken will. Dies schließt mit ein, Abschied von Liebgewordenem zu nehmen, Neues im bewussten Verzicht zu wagen und in dieser Art der Veränderung keine Minderung des Lebens zu sehen, sondern eine Schärfung der Hoffnung auf ein versöhntes Morgen, das Gott seiner Schöpfung eröffnen will.

Über EIN-Spruch

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel, Kooperator im Pastoralen Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler. Seit April 2019 in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler als Seelsorger tätig.

Dies ist ein Beitrag der katholischen Kirche in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel. Foto:privat

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