Allgemeine Berichte | 02.01.2025, 09:11 Uhr

Erster Zuchterfolg bei den Grauhand-Nachtaffen

Ein Star im Nachttierbereich

Nachtaffenjungtier.  Foto: L. Weeser
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Neuwied. Obwohl das neue Jahr alles andere als sonnig startet, müssen sich die Augen an diesem trüben 1. Januar nach Betreten des Südamerikahauses im Zoo Neuwied trotzdem erst an die dunkle Umgebung gewöhnen. „Im Nachttierbereich unserer Prinz Maximilian zu Wied Halle haben wir einen umgekehrten Tag-Nacht-Rhythmus, bei dem es nachts taghell ist, und tagsüber etwa so dunkel wie in einer Vollmondnacht“, erklärt Alexandra Japes. „Dadurch sind die nachtaktiven Bewohner dieser Gehege tagsüber während der Öffnungszeit des Zoos wach und aktiv, und somit für die Besucher zu sehen – diese müssen sich allerdings etwas Zeit nehmen, bis sich ihre Augen auf die Lichtverhältnisse eingestellt haben.“

Diese Wartezeit in Kauf zu nehmen lohne sich im Moment ganz besonders, versichert die Pressesprecherin des Zoos: „Seit Ende November ziehen unsere Nachtaffen nämlich erstmals ein Jungtier groß. Ich habe in über 13 Jahren Zoo schon viele Tierkinder gesehen und ich glaube, der kleine Nachtaffe ist das niedlichste von allen“, verrät die Biologin. „Nachtaffen haben ohnehin im Verhältnis zum Körper die größten Augen aller Primaten, um in ihrem nächtlichen Lebensraum möglichst gut zu sehen, und mit seinen riesigen dunklen Kulleraugen in dem kleinen Gesicht kann ich mir kaum vorstellen, dass irgendjemand sich nicht auf Anhieb in den kleinen Nachtaffen verliebt“, beschreibt sie den Neuzugang.

Das Jungtier ist noch meist auf dem Rücken des Vaters im Gehege unterwegs, der es zum Säugen an die Mutter weitergibt. Im Alter von fünf Wochen steigt es jedoch bereits ab und zu vom sicheren Rücken der Eltern herunter, um seine Umgebung selbstständig zu erkunden. Allmählich beginnt es auch, sich für die feste Nahrung seiner Eltern zu interessieren, die vornehmlich aus Obst und Gemüse sowie Insekten besteht.

Während der Vater in seinem vorherigen Zuhause in einem Schweizer Zoo bereits mehrfach Nachwuchs großgezogen hat, ist es für die Mutter die erste Jungtieraufzucht. Die junge Familie wurde daher in den ersten Wochen sehr genau durch die Tierpflegenden beobachtet: „Es gab bereits Anfang 2024 eine erste Geburt bei den Nachtaffen“, berichtet Alexandra Japes, „das Jungtier war jedoch nicht gut entwickelt und lebte nur zwei Tage. Daher waren wir diesmal natürlich besonders besorgt und wachsam. Zum Glück lief aber alles reibungslos und der Nachwuchs wächst und gedeiht wunderbar.“

Die südamerikanischen Nachtaffen leben in kleinen Familiengruppen aus einem monogamen Elternpaar und ihrem Nachwuchs. Laut Weltnaturschutzunion IUCN wird die Art im natürlichen Verbreitungsgebiet als „vulnerable“ eingestuft - mit abnehmendem Bestand, was vor allen Dingen an der fortschreitenden Lebensraumzerstörung für Landwirtschaft und Wohnraumgewinnung in Kolumbien und Venezuela liegt. Im europäischen Zooverband werden Grauhand-Nachtaffen koordiniert im Rahmen eines EEP gezüchtet, und jedes Jungtier ist wichtig für die Population. In der Regel haben Paare jährlich ein Jungtier, welches bis zu zweieinhalb Jahre bei den Eltern bleibt und während dieser Zeit die Aufzucht seiner jüngeren Geschwister miterlebt. „Unser kleiner Nachtaffe wird uns also nicht so schnell verlassen“, freut sich Japes, „und mit etwas Glück wird die Familie sogar noch weiter wachsen.“.

Pressemitteilung Zoo Neuwied

Nachtaffenjungtier. Foto: L. Weeser

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