Enthüllung der Hinweistafel an der Grubenstraße
Ein Symbol für das Erbe des Schieferbergbaus
Müllenbach. Die Grubenstraße – Lebensader der Schieferregion Kaulenbachtal: Im malerischen Kaulenbachtal zwischen Müllenbach, Laubach und Leienkaul liegt der Schiefergrubenwanderweg, einer der bekanntesten und beliebtesten Anlaufpunkte für Wanderer und Naturliebhaber in der Region. Der etwa sechs Kilometer lange Rundweg beherbergt handgravierte Schieferplatten, die Motive aus dem Schieferbergbau darstellen. Besonders bewegend ist die Gedenkwand „All de duude Koulemänner“, die die Namen derjenigen trägt, die im Schieferbergbau des Kaulenbachtals ums Leben kamen.
Kürzlich wurde an einer markanten Stelle des Wanderwegs eine neue Hinweistafel mit Schiefergravur durch den neuen Vereinsvorsitzenden des Schiefervereins, Andreas Klotz, und der frischgebackenen Wanderführerin Monika Arenz enthüllt. Die Tafel befindet sich an dem Steilweg, der seit Jahrhunderten zum Transport der Schieferplatten aus dem Kaulenbachtal zur Schiffsverladung nach Klotten an der Mosel diente. Diese Straße, die „Grubenstraße“, kann als Lebensader des Schieferbergbaus der Schieferregion Kaulenbachtal angesehen werden. An der Stelle, an der die neue Hinweistafel aufgestellt wurde, sind deutliche Spuren des Schiefertransports über die Jahrhunderte zu sehen. Die Wagenräder der Leiterwagen haben eine bis zu 80 cm tiefe Hohlweg gebildet und Fahrrillen hinterlassen, die eher von alten Römerstraßen bekannt sind.
Das „schwarze Gold“ der Eifel
Die Wanderführer des Vereins weisen bei ihren Führungen an dieser Stelle auf die Besonderheit der Grubenstraße hin. Über mindestens zwei Jahrhunderte gingen täglich bis zu vier Fuhren, beladen mit dem „schwarzen Gold“ der Eifel, dem Schiefer, zur Verschiffung an die Mosel nach Klotten. Die Wagenladungen hatten ein Gewicht von 600 bis 800 Kilogramm und wurden meist von Kuh- oder Ochsengespannen gezogen. Bei Regen oder feuchter Witterung war der steile Weg, der an dieser Stelle über den blanken Fels führt, eine Gefahrenstelle für Mensch und Tier. Auch heute müssen Wanderer sich in Acht nehmen, um nicht auf dem nassen Schiefer auszurutschen.
Der Grubenweg führte aus dem Kaulenbachtal über die Eifelhöhen, und entlang der Grubenstraße entwickelte sich die Ortschaft Leienkaul als Ansiedlung der Schieferbrecher. Durch die Verschiffung der Ware in Klotten entstand der Begriff Klottener- oder Moselschiefer für ein Produkt, das ursprünglich 20 Kilometer entfernt der Mosel gefördert wurde. Die Hinweistafel und die Schiefergravur mit dem Motiv des Schiefertransports per Pferdefuhrwerk bieten den Wanderern einen kurzen Einblick in die Geschichte der Grubenstraße.
Andreas Klotz begrüßte Monika Arenz in den Reihen des 9-köpfigen Teams der Wanderführer, die bisher viele Tausend Besucher über den Schiefergrubenwanderweg geführt haben. Er dankte auch seinem Vorgänger Dieter Laux, der den Verein 19 Jahre geführt hat, und für die Fertigung der Hinweistafeln und der Schiefergravuren verantwortlich zeichnete. Klotz wünschte der neuen Wanderführerin und der Schieferregion Kaulenbachtal weiterhin viele Tausend Wandergäste, die im Einklang mit dem Naturdenkmal Schieferbergbau und einer einzigartigen Naturlandschaft den sanften Wandertourismus genießen. BA
Wandergruppe der frischgebackenen Wanderführerin des Schiefervereins, Monika Arenz, (Bildmitte links) nach der Enthüllung der Hinweistafel zur Grubenstraße. Vereinsvorsitzender Andreas Klotz (Bildmitte rechts) unterstützte bei der Enthüllung und begrüßte die neue Wanderführerin im Amt. Foto: Ute Laux
