Die Vortragsreihe der Adenauer Rheumaliga beschäftigte sich mit Diabetes
Ein Thema, das nicht vernachlässigt werden darf
Adenau. Regelmäßig lädt die Arbeitsgemeinschaft Adenau der Rheuma Liga zu Arztvorträgen ein. Kürzlich referierte der Adenauer Arzt Dr. med. Stefan Knechtges über das Thema Diabetes, er sprach von einer Volkskrankheit. Die Zahlen sind erschreckend, über sechs Millionen Menschen in Deutschland sind von einer der unterschiedlichen Typen der Krankheit betroffen. Zudem ist die Gefahr, an Diabetes zu erkranken, in den letzten zwei Jahrzehnten drastisch gestiegen. Das Risiko erhöht sich mit zunehmendem Alter. So sind über 20 Prozent der Menschen, die älter als 70 Jahre sind, betroffen. Beunruhigend ist auch eine hohe Dunkelziffer, rund 20 Prozent der Betroffenen ist nicht bekannt, dass sie bereits an Diabetes leiden. Vorwiegend zivilisatorische Einflüsse begünstigen die Krankheitsbildung, Bewegungsmangel tut ein Übriges hinzu.
Die Ursachen
Steigender Wohlstand und damit falsche Ernährung mit der Folge von Übergewichtigkeit sieht der Arzt als Ursache. Vor allem Bewegungsmangel, verursacht durch geänderte Arbeits- und Lebensbedingungen tragen ihren Teil dazu bei, dass Diabetes ein überaus ernst zu nehmendes Thema darstellt. Hatte der Arzt zu Beginn ein Fragezeichen zur Feststellung einer Volkskrankheit gesetzt, so bestätigte er durch seine Ausführungen, dass die Stoffwechselkrankheit tatsächlich leider dieses Attribut verdient. In seinem Vortrag ging Dr. med. Knechtges auf Erscheinungsformen von Diabetes ein, unterschied die Typen I und II, auch weitere Formen sind bekannt. Der Typ II ist die am häufigsten auftretende Form. Die Krankheit beruht im Wesentlichen darauf, dass Insulin seine Funktion als regulierendes Hormon für den Zuckerstoffwechsel nicht wie vorgesehen erfüllt. Erstsymptome sind meist Durst und häufiges Wasserlassen, vermehrter Harndrang, auch ein Austrocknen der Haut und der Schleimhäute, körperliche und geistige Leistungsminderung machen sich bemerkbar. Abgeschlagenheit, Muskelkrämpfe, Übelkeit und Harnwegsinfektionen können erste Anzeichen sein, ebenso Veränderungen der Psyche, Zyklusstörungen bei Frauen. Die Diagnose wird oft erst beim Auftreten von Folgeerkrankungen gestellt. Dabei ist das Früherkennen der Krankheit sehr wichtig, Untersuchungen, vor allem mit zunehmendem Alter, sind umso wichtiger! Insbesondere sind Untersuchungen dann wichtig, wenn Risikofaktoren zu berücksichtigen sind. Hierzu zählen entsprechende Erkrankungen bei einem oder beiden Elternteilen, auch das Auftreten von Herzinfarkten oder Schlaganfällen im Familienkreis sollte Anlass zu besonderer Vorsorge sein. Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Nikotingenuss sowie übermäßiger Alkoholkonsum erhöhen das Risiko beträchtlich.
Vorbeugen ist wichtig!
Wer seinen Lebensstil ändert, wer falsche Ernährungsgewohnheiten in den Griff bekommt, wer bereit ist, sich regelmäßig zu bewegen und in angemessenem Umfang Sport zu betreiben, trägt zur Vorbeugung bei. Vollwertige Mischkost ist zu empfehlen, dazu viel Gemüse und Salat. Beim Thema Bewegungstherapie kann die Rheuma Liga durch mehrere Angebote unterstützend helfen. Bei einer konsequenten Änderung des Lebensstils können in bis zu 75 Prozent neu diagnostizierter Fälle normale Blutzuckerwerte erlangt werden. Dann kann auf die Gabe von oralen Antidiabetika oder Insulin verzichtet werden. In rund 20 Prozent der neu diagnostizierten Fälle kann sogar dauerhaft auf eine Medikamentengabe verzichtet werden.
Die Rheuma Liga informiert nicht nur regelmäßig, bei freiem Eintritt für Mitglieder wie Interessierte, in Arztvorträgen über verschiedene Krankheiten, sie bietet insbesondere durch Angebote zur Bewegungstherapie hilfreiche Unterstützung. Für die Formen der rheumatischen Erkrankungen bietet die Arbeitsgemeinschaft Adenau der Rheuma Liga unter Anleitung von anerkannten Bewegungstherapeuten jeweils montags Trockengymnastikkurse in der Komturei an. Sie finden in drei Gruppen von 13 bis 15.30 Uhr statt. Dienstags wird in der Komturei in Adenau Tanzgymnastik angeboten. Wassertherapie findet mittwochs und donnerstags jeweils von 9 bis 13 Uhr im Schwimmbad des „Hotel zur Post“ in Altenahr statt. Nach wie vor bedauert der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft mit seinem 1. Vorsitzende Joachim Keden, dass Wassertherapie seit Jahren leider nicht mehr im stillgelegten „badenova“ stattfinden kann. Nicht nur die Bewegungstherapie selbst tut gut, auch der Kontakt mit gleichermaßen Erkrankten hat eine wohltuende und positive Wirkung. Der Patient wird vom Schmerz abgelenkt, fasst neuen Lebensmut, kann Erfahrungen austauschen und die Lebensqualität nimmt zu. Rund 220 Mitglieder zählt die Adenauer Arbeitsgemeinschaft, sie umfasst das Gebiet der Verbandsgemeinde Adenau und Teile angrenzender kommunaler Gebiete. Auskünfte, auch zur Kostenübernahme durch die Krankenkassen, gibt Joachim Keden unter Tel. (0 26 91) 15 83.
