Allgemeine Berichte | 08.01.2020

Deutscher Bundeswehrverband Region Rheinbach, Meckenheim, Swisttal und Wachtberg

Ein Zeitzeuge berichtete

Hans-Heinrich Schneider referierte zu 30 Jahren Wiedervereinigung

Der Vortragende. Hans-Heinrich Schneider. Foto: Hans-Joachim Unger

Meckenheim. Alle Medien waren in den vergangenen Wochen voll mit dem Thema Wiedervereinigung. Ein spannender, kaum besprochener Bereich war jedoch die Zusammenführung der beiden Streitkräfte. Genau zu diesem Themenbereich, und das nicht abstrakt, sondern aus Sicht eines Betroffenen, hatte der deutsche Bundeswehrverband vor Kurzem eingeladen. Oberstleutnant a.D. Hans-Joachim Unger ist der Beauftragte der Kameradschaft des Deutschen Bundeswehrverbandes für den Bereich Meckenheim/Rheinbach/Swisttal.

Mit Fregattenkapitän a.D. Hans-Heinrich Schneider konnte ein kompetenter, welterfahrener Referent gewonnen werden. Schneider hat nicht nur in beiden Armeen gedient, sondern war auch nach seiner Pensionierung im Auftrag der European Union Monitoring Mission unter anderem zweimal in Georgien. Im November war er in Weißrussland, wo er als Wahlbeobachter im Auftrag der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) über das Deutsche Auswärtige Amt eingesetzt war.

Zwischen Objektivität und Emotionalität

Der Vortragende berichtete im Wesentlichen aus der Zeit von 1986 bis 1989. Er stellte von Anfang an klar, dass man als Betroffener oft zwischen Objektivität und Emotionalität hin und her gerissen wird. Eindrucksvoll schilderte er die sich mehr und mehr entwickelnde persönliche Zerrissenheit, verursacht durch die offiziellen staatlichen Informationen und die persönlich gewonnen Nachrichten zum Beispiel aus Teilen der Familie oder des Fernsehens.

Diese persönliche Sicht setzte er in einen großen historischen Zusammenhang. So war der Ansatz von Helsinki 1973 „Lasst die Menschen miteinander reden“ ein wesentlicher Schritt und eine große Herausforderung für den Kommunismus. Diese Aussage öffnete letztlich den Zugang zu anderen als staatlichen Informationsquellen. So waren dann Westzeitungen, die man in Ungarn lesen konnte, eine Quelle, die das Misstrauen förderte und die realitätsverweigernde Politik in der DDR deutlich machte.

Die Phrase „Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen“ wurde in der Vorwendezeit oft relativiert durch den Satz: „Wenn der Nachbar die Zimmer streicht, muss man auch nicht gleich renovieren“, so der Vortragende. Besonders eindrucksvoll war jedoch die Schilderung von persönlichen Erlebnissen, ob es um die erfolglose Beschaffung eines Sackes Zementes ging oder auch den Wunsch der Mutter, einen gemeinsamen Geburtstag im Ost-West-Familienkreis zu feiern. Als Soldat im Zwiespalt zwischen christlicher Erziehung und möglichen Befehlen sah man sich ganz besonderen Herausforderungen 1989 ausgesetzt. Die Anwesenden konnten dies gut nachvollziehen, auch die Erleichterung nach dem Mauerfall, als dann alle Zwänge und der Druck weg waren.

Eine Erfolgsgeschichte

Schnell wurde auch in der regen Diskussion deutlich, wie wichtig diese Erlebnisse für das gegenseitige Verständnis sind. In der Zusammenfassung machte Unger deutlich, dass die Zusammenführung der beiden Armeen eine der Erfolgsgeschichten der Wiedervereinigung war. Der Zuhörerkreis bestätigte diese Feststellung durch Beifall. Zum Ende der Veranstaltung überreichte Unger ein kleines Präsent und dankte Hans-Heinrich Schneider für die interessante und offene Diskussion. Pressemitteilung Deut-

scher Bundeswehrverband der Region Rheinbach, Meckenheim, Swisttal und Wachtberg

Der Vortragende. Hans-Heinrich Schneider. Foto: Hans-Joachim Unger

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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