Weitersburger Streuobstwiesen
Ein arbeitsreicher Herbst
Weitersburg. Seit zwei Jahren arbeitet in Weitersburg eine Initiative daran, die traditionellen, dorfnahen Streuobstwiesen östlich der Ortsgemeinde aus dem Zustand des sukzessiven Verfalls wieder in ein attraktives, naturnahes Areal zu verwandeln. Von den ca. 600 dort noch vorhandenen Bäumen ist mehr als die Hälfte tot oder überaltert, der Rest seit Jahrzehnten kaum noch gepflegt. Mistelaufwuchs und Totholz wurden nicht mehr beseitigt; die Bäume sind vergreist.
Daher hat die Initiative eine mehrgleisige Strategie entwickelt, um diesen Prozess zu stoppen und wenn möglich umzukehren, um dieses gefährdete Kultur- und Naturjuwel zu retten.
Mithilfe finanzieller Unterstützung der Integrierten Umweltberatung MYK sowie der SGD Nord konnten mittlerweile mehr als 40 Hochstämme traditioneller Obstsorten wie z.B. Goldparmäne, Boskopp, Pastorenbirne, Mirabelle und alte Kirchsorten gepflanzt werden.
Dabei leisteten örtliche Unternehmen wie die Müller GmbH sowie die Holzwelt Urwer unentgeltliche Dienste durch Aushub von Pflanzlöchern unter Einsatz eines Kleinbaggers sowie Sponsoring eines Teils der Pflanzpfähle.
Etliche noch vitale Apfelbäume wurden zudem von Misteln und Totholz befreit.
Dabei erwies sich ein akkubetriebener Hoch-Entaster als wirksame Hilfe. Dieser konnte angeschafft werden, weil der Initiative vom Landkreis MYK im Rahmen des Wettbewerbes „Grüne Stadt - Grünes Dorf“ dankenswerter Weise Gelder zur Verfügung gestellt wurden. Auch das im Gelände zu stark wuchernde Brombeergebüsch wurde stellenweise zurückgeschnitten, soll aber als Habitat für Kleinsäuger und Vögel in Teilen erhalten bleiben. Im Gebiet wurden im vergangenen Jahr durch erfahrene Ornithologen insgesamt 27 Vogelarten nachgewiesen.
Von besonderem Interesse war dabei ein akustischer Nachweis des Steinkauzes. Daher haben wir in einer weiteren Aktion drei Steinkauz-Nisthilfen sowie etliche weitere Nisthilfen für andere Vogelarten ausgebracht. Für die nächste Zeit sind wöchentlich Baumpflegeaktionen geplant. Die Initiative hat mittlerweile langsam aber kontinuierlich weitere Weitersburger Bürger für das Thema interessieren und aktivieren können.
Akuell besteht sie aus zwei Damen und zehn Herren. Über weitere Mittarbeiter*innen würde sich die Initiative sehr freuen.
Kontakt unter Tel. (0 26 22) 9 06 82 17 und Tel. (02 61) 6 23 16.
Anbringung einer Steinkauz-Nisthilfe in den Streuobstwiesen.
Reduktion der überwuchernden Brombeerhecken im Bereich der Streuobstwiesen.
