Trauma-Hilfe-Zentrum im Ahrtal wurde offiziell eröffnet
„Ein beispielloses Projekt in Deutschland“
Malu Dreyer: „Eine mehr als gute Nachricht für die gesamte Region“
Lantershofen.Bis zu 4.000 Menschen sind im Flutgebiet Ahrtal durch die Erlebnisse und Folgen der Flutkatastrophe psychisch erkrankt, so die Einschätzung von Experten und Fachärzten. Um diesen Menschen professionell und nachhaltig helfen zu können, wurde jetzt in den Räumlichkeiten des Studienhauses St. Lambert in Lantershofen unter Leitung der Dr. von Ehrenwallschen Klinik und in Kooperation mit der DRK-Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie das „Trauma-Hilfe-Zentrum im Ahrtal“ (THZ) offiziell eröffnet. Das vom Land Rheinland-Pfalz geförderte Trauma-Hilfe-Zentrum möchte mit niederschwelligen Angeboten zu Beratung, Austausch, Fortbildung und Information allen betroffenen Bürgern zur Seite stehen.
Multiprofessionelles Team steht den Betroffenen zur Seite
Das Team aus Ärztinnen, Psychologinnen, Pflegekräften und Soziotherapeut*Innen der beiden Fachkliniken bietet offene Sprechstunden bei psychischen, medizinischen oder psychosozialen Fragen an. Im offenen Café für jedermann kann ein zwangloser Austausch mit anderen Betroffenen, aber auch mit Helfern stattfinden. Die oft mit zahlreichen belastenden Erlebnissen konfrontierten Helfer bekommen in einem weiteren offenen Café die Möglichkeit sich zu vernetzen. Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit, Fortbildungen für die Profis sowie Einzel- und Gruppenberatungen nach Terminvereinbarung runden das Bild ab. Das Angebot steht allen Interessierten kostenfrei und unbürokratisch zur Verfügung. „Mit dem Trauma-Hilfe-Zentrum wird ein Projekt realisiert, das beispiellos und ohne ein direktes Vorbild in Deutschland ist. Wir schaffen hier für unsere Not-leidende Bevölkerung ein tolles Angebot“, so Dr. Christoph Smolenski, Geschäftsführer der Dr. von Ehrenwallschen Klinik.
„Ein Meilenstein des Wiederaufbaus“
Zur THZ-Eröffnung war auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer nach Lantershofen gekommen, um sich das Leistungsangebot der Einrichtung direkt vor Ort anzuschauen. „Dass wir dieses Trauma-Hilfe-Zentrum eröffnen können, ist eine mehr als gute Nachricht für die gesamte Region, ein Meilenstein des Wiederaufbaus und ein positives Signal an die Menschen, die Unterstützung brauchen“, betonte Malu Dreyer, die auch das generationenübergreifende Arbeiten des THZ hervorhob und die weitere, intensive Unterstützung des Landes zusagte. Wie wichtig das Angebot des Traum-Hilfe-Zentrums ist, machten die Ausführungen von Leiterin Dr. Katharina Scharping deutlich, die nicht nur auf die allgemeinen Folgen der Fluterlebnisse für die Psyche, sondern auch auf konkrete Fälle einging - von Menschen, die bei Regen das Haus nicht mehr verlassen können bis hin zu schweren Angst- und Schlafstörungen. Der Kreisbeigeordnete Friedhelm Münch rückte die Wichtigkeit der Niedrigschwelligkeit des THZ in den Fokus, die Betroffenen schnelle und zielgerichtete Hilfe in unterschiedlichsten Aspekten bietet und dankte dem Land, aber auch allen anderen Beteiligten für ihr außerordentliches Engagement an der schnellen Realisierung des Trauma-Hilfe-Zentrum im Ahrtal.
