60 Jahre Blutspenden in Niederzissen
Ein besonderes Jubiläum
Niederzissen. Der letzte Blutspendetermin des DRK-Ortsvereins in diesem Jahr verlief wie gewohnt problemlos. Insgesamt 137 Blutspendewillige, darunter 7 Erstspender, fanden den Weg in die Bausenberghalle, um ihr Blut kostenfrei zur Verfügung zu stellen, um anderen Menschen in Not zu helfen. Obwohl die Besucherzahl etwas geringer war als in früheren Terminen, hatte dieser Spendetermin eine besondere Bedeutung. Er markierte das 60-jährige Jubiläum der Blutspende in Niederzissen.
Am 15. Mai 1962 wurde der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes in Niederzissen gegründet, und etwas mehr als ein Jahr später, am 24. September 1963, fand der erste Blutspendetermin in der Aula der alten Schule auf dem Marktplatz statt, die heute als Archivraum für das Heimatmuseum genutzt wird. Seitdem haben regelmäßige Termine stattgefunden, zuerst zweimal im Jahr, dann viermal, und seit vielen Jahren sogar fünfmal jährlich. Die Teilnehmerzahl schwankte im Laufe der Jahre zwischen 140 und 180 Personen. Der bisherige Rekord von 248 Personen datiert vom 8. Oktober 1985, aber nach der Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021 kamen am 21. Juli 2021 beeindruckende 243 Menschen nach Niederzissen, um Blut zu spenden. Richard Keuler führt die Liste der Rekordspender in Niederzissen an und hat mittlerweile 175 Blutspenden geleistet.
Der langjährige 1. Vorsitzende und Gründungsmitglied Paul Lindener trug bis 2003 zur Erfassung der Spender bei, indem er am Empfang saß und die Daten auf einer alten Schreibmaschine eingab. Am 10. Dezember 2003 wurde er im Alter von 88 Jahren in den „Rotkreuzruhestrand“ verabschiedet. Im Jahr 2012, dem 50. Gründungsjahr, wurden bereits 155 Termine und 25.889 Blutspender gezählt. Inzwischen sind es 209 Termine geworden und die Anzahl der Spender in 60 Jahren beläuft sich auf 34.377. Diese Zahlen spiegeln das hohe Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung im Brohl- und Vinxtbachtal wider, ebenso wie die gute Betreuung der Spender durch die DRK-Helfer. Bei jedem Termin sind bis zu 30 Aktive in den Bereichen Anmeldung, Spenderaum, Küche und Verpflegungsraum im Einsatz, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
Einmal im Jahr werden langjährige und verdiente Spenderinnen und Spender geehrt, erhalten Urkunden und Nadeln des Blutspendedienstes sowie Geschenke vom Ortsverein. Die Vorbereitungsarbeiten für die Blutspendetermine und die Ehrungen sind umfangreich und zeitaufwendig. Besonders Christel Bell hat sich über 20 Jahre hinweg als Leiterin verdient gemacht, und Edith Fuhrmann übte diese Funktion 8 Jahre lang aus. Seit 2020 leitet und organisiert Theresia Lindener erfolgreich den Blutspendedienst in Niederzissen.
Alle Teilnehmer des Jubiläumstermins erhielten als Dank und Erinnerung ein kleines Geschenk. Da dieser Termin auf den 31. Oktober fiel, wurde den Besuchern zu Halloween eine schmackhafte Kürbissuppe serviert. In der Eingangshalle der Bausenberghalle, wo seit 2000 die Blutspendetermine stattfinden, waren zwei Schautafeln mit Pressefotos zu sehen, die einen interessanten Überblick über 60 Jahre Blutspenden in Niederzissen boten.
Der 1. Vorsitzende Klaus Schneider lud die Helferinnen und Helfer der ersten Stunde zu einem Fototermin und Imbiss ein. Drei Gründungsmitglieder, die bereits beim ersten Blutspendetermin dabei waren, nahmen ebenfalls teil: Magdalene, Agnes und Willi Fuhrmann. Willi Fuhrmann war 26 Jahre lang Vorsitzender des Vereins, nahm am ersten Blutspendetermin teil und war dann 40 Jahre lang bei jedem Termin dabei, bis gesundheitliche Gründe ihm das Blutspenden untersagten.
Der nächste Blutspendetermin und somit der erste im neuen Jahr findet am Dienstag, den 09. Januar statt. Der DRK-Ortsverein hofft auf eine rege Beteiligung, um die dringend benötigten Blutvorräte für kranke und verletzte Menschen sicherzustellen.BA
Das Foto zeigt die langjährigen Helferinnen und Helfer, sowie die Leiterinnen des Blutspendedienstes zusammen mit dem ebenfalls langjährigen Beauftragten des Blutspendedienstes Bad Kreuznach, Franz Josef Schneider. Von links, Theresia Lindener, Toni Brachtendorf, Ilse Fuchs. Willi, Agnes, Edith und Magdalene Fuhrmann, Edeltraud Schneider, Klaus Schneider, Christel Bell, Beate Lindener und Franz-Josef Schneider. Foto: privat
