Allgemeine Berichte | 28.11.2018

Swisttaler feiern in Frankreich 100 Jahre Ende des Ersten Weltkriegs

Ein bewegendes Friedensfest mit den Städtepartnern

Frauen erklärten den Frieden (v. l.): Rose Marie Hallynck, Petra Kalkbrenner, Catherine Mille und Monika Wolf-Umhauer. privat

Swisttal. „Vor 100 Jahren erklärten Männer den Krieg. Heute erklären Frauen den Frieden“, stellte Bürgermeisterin Rose Marie Hallynck im Ehrensaal des Rathauses von Quesnoy-sur-Deûle fest. Damit ließ sie ihre deutsche Amtskollegin Petra Kalkbrenner aus Swisttal und die beiden Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine, Catherine Mille und Monika Wolf-Umhauer, ihre Unterschriften auf ein Dokument mit Friedenstaube und „100 Jahre Waffenstillstand 1918“ setzen: „paix et fraternité - Frieden und Brüderlichkeit, 11. November 2018“.

Der Partnerschaftsverein übergab als Gastgeschenk ein Banner mit der Aufschrift „Begegnung unter Freunden – rencontre entres amis – 11.11.2018“, überreicht von zwei deutschen und zwei französischen Jungen, „auf dass die nächste Generation der Männer den Frieden bewahrt“.

Dass aus ehemaligen „Erzfeinden“ echte Freunde werden können, das erlebten die Swisttaler nachdrücklich in ihrer Partnerstadt Quesnoy-sur-Deûle. Die Städtepartner waren eingeladen, gemeinsam in Frankreich das „Friedensfest“ zum 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs zu feiern. Um dieser besonderen Ehre gerecht zu werden, hatte der Partnerschaftsverein das Orchester Tomburg-Winds der Musikschule Voreifel zur Teilnahme eingeladen.

Gänsehaut beim Abspielen der Hymnen

Zunächst waren alle gemeinsam mit der Bevölkerung, Vereinen, Feuerwehr, Veteranenverein und Grundschule im großen Festzug zum deutschen Soldatenfriedhof in Quesnoy gezogen. Stephan Will, stellvertretender Vorsitzender des Partnerschaftsvereins, hielt eine Ansprache in deutscher und französischer Sprache über die Bedeutung dieses Tages, 100 Jahre nach dem Waffenstillstand von Compiègne. Deutsche und französische Kinder legten an der Seite der beiden Bürgermeisterinnen Kränze nieder. „Es war ein großes Symbol und echter Gänsehautmoment, als die Philharmonie das Deutschlandlied intonierte, dann spielten die Tomburg-Winds unter Adi Becker die Marseillaise“, erklärte Monika Wolf-Umhauer, die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins. Zu den Klängen beider Orchester sangen alle gemeinsam die Europa-Hymne in deutscher Sprache.

Am Ehrenmal an der Deûle erfolgte der eigentliche Festakt mit Fanfaren, Musik beider Orchester, dem Chor der Schulkinder, Flaggen, Ansprachen. Bürgermeisterin Rose Marie Hallynck verlas – wie in allen anderen französischen Kommunen – die Rede von Staatspräsident Emmanuel Macron („Patrialismus ist das Gegenteil von Nationalismus“ und „ Frieden ist nicht selbstverständlich, er muss immer wieder neu erarbeitet werden“). Wieder legten zwei deutsche und zwei französische Kinder Kränze nieder. Daneben deponierten Schulkinder ein Plakat mit gebastelten Kornblumen, dem Symbol des Gedenkens in Frankreich.

Der erneuerte Friedensvertrag zwischen Swisttal und Quesnoy hängt bereits in den Ratssälen der beiden Partnerstädte. Fotos von dem unvergesslichen Wochenende findet man auf der Homepage des Vereins unter www.swisttal-quesnoy.de.

Eine gewachsene enge Freundschaft

„Den engagierten Freunden in Quesnoy ist es gelungen, eine einmalige, sehr eindrucksvolle und würdige Veranstaltung zu organisieren. Diese freundschaftliche Atmosphäre mit vielen liebevollen Gesten hat gezeigt, dass diese enge Beziehung über Jahre gewachsen ist“, so eine Teilnehmerin. „Vielen Dank für die Einladung, die Gastfreundschaft und die damit verbundene Möglichkeit, bei der Erinnerung an diesen schrecklichen Krieg mitwirken zu dürfen. Heute gemeinsam Europa sichtbar zu machen, was kann es Schöneres geben?“

Frauen erklärten den Frieden (v. l.): Rose Marie Hallynck, Petra Kalkbrenner, Catherine Mille und Monika Wolf-Umhauer. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Andi-RLP: Hallo Herr oder Frau Bastian, Sie haben Recht, die Kommentarantwort von mir war falsch ausgedrückt. Das Wort "vertrauensvoll" steht natürlich im Bericht. Jedoch habe nicht ich den vertrauensvollen Abstimmungsprozess...
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Elke Zeise: Nur Schade das man als Nachbarin keine Information bekommt ob der Täter noch in U Haft ist oder wieder auf freiem Fuß ist. Habe Angst die Wohnung zu verlassen
Imageanzeige
Gesundheit im Blick
Maifest Gönnersdorf
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Save the Dates
Maifest Gönnersdorf
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Shopping Genuss Abend Ahrweiler / o.B. Sponsoring
Gegengeschäft
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
Die Stadt Andernach beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion „Mähfreier Mai“ und setzt damit ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige und naturnahe Stadtentwicklung.Foto: Stadtverwaltung Andernach / Regina Unruh
103

Andernach. Die Stadt Andernach beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion „Mähfreier Mai“ und setzt damit ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige und naturnahe Stadtentwicklung. Gleichzeitig verfolgt die Stadt einen ganzheitlichen Ansatz in der Grünflächenpflege.

Weiterlesen

Die Kreisverwaltung in Koblenz. Foto: ROB
105

Kreis MYK. Im Mai 2026 findet im Kreis Mayen-Koblenz die Bundeswehrübung „Gelber Merkur 2026“ unter der Leitung der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum statt. Der Zeitraum dieser Übung erstreckt sich vom 8. bis 22. Mai, und die Aktivitäten sind nicht nur auf Standort- oder Truppenübungsplätze beschränkt. Die beteiligten Kräfte bewegen sich auch im öffentlichen Raum, was dazu führen kann, dass Schussgeräusche durch den Einsatz von Platzpatronen wahrnehmbar sind.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Nadine Kreuser.  Foto: privat
19

In Ahrweiler gehört es fest dazu: das Maibaumstellen. Gemeinsam werden die großen geschmückten Bäume aufgerichtet – mit viel Vorbereitung, Muskelkraft und Gemeinschaftssinn. Gleichzeitig sieht man in diesen Tagen vor vielen Häusern kleinere Maibäume stehen. Sie werden meist ganz persönlich aufgestellt: als Zeichen der Zuneigung, der Verbundenheit oder einfach, um einem Menschen zu zeigen: Ich denke an dich.

Weiterlesen

Symbolbild.
32

Pkw touchiert Kind an einer Bushaltestelle

21.04.:Kind bei Unfall in Marienfels verletzt

Marienfels. Am Dienstag, dem 21. April 2026, kam es gegen 16:30 Uhr in der Römerstraße in Marienfels zu einem Verkehrsunfall an einer Bushaltestelle. Ein Kind wurde von einem vorbeifahrenden PKW leicht touchiert und erlitt dabei leichte Verletzungen.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Daueranzeige 2026
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Maifest in Gönnersdorf
Familienfest freiwillige Feuerwehr Ringen-Bölingen am 01.05.26
Maifest in Dedenbach
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Innovatives rund um Andernach
Minijob
Innovatives rund um Andernach
Servicemitarbeiterin
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Maifest Dedenbach
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Anzeige KW 17
T-Roc & R-Line / Meckenheim
Veranstaltung
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr