Allgemeine Berichte | 11.04.2016

Volksbank RheinAhrEifel verlieh den Zukunftspreis Heimat

Ein echter Mehrwert für unsere Region

Das Projekt „Unser Notarzt“ ist mit dem achten „Zukunftspreis Heimat“ der Volksbank Rhein/Ahr/Eifel ausgezeichnet worden

Ehre, wem Ehre gebührt (von links): Jury-Vorsitzender Werner Böhnke, Elmar Schmitz (Vorstandsvorsitzender der Volksbank Rhein/Ahr/Eifel), Benedict Körtgen, Dr. Martin Schiffarth, Andreas Solheid (alle vom Förderverein St.-Josefs-Krankenhaus Adenau) und Bischof Dr. Stephan Ackermann. SK

Kottenheim. Das Projekt „Unser Notarzt“ ist mit dem achten „Zukunftspreis Heimat“ der Volksbank Rhein/Ahr/Eifel ausgezeichnet worden. Als der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann den mit 15.000 Euro dotierten Preis und die Skulptur „Profilkopf“ überreichte, war die Freude bei Dr. Martin Schiffarth und seinen Mitstreitern vom Förderverein „St.-Josefs-Krankenhaus Adenau“ natürlich groß. Der Förderverein hatte sich gegen 110 Mitbewerber durchgesetzt und wurde nun vor über 300 geladenen Gästen in einer feierlichen Veranstaltung im Bürgerhaus in Kottenheim geehrt.

Der im Jahr 1997 gegründete Förderverein setzt sich dafür ein, die notärztliche Versorgungsqualität in der Region Adenau sicherzustellen. Zudem verfolgt er das Ziel, Nachwuchs für den Krankenhausstandort Adenau zu gewinnen. „Das Projekt hat uns sofort überzeugt“, verdeutlichte der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Rhein/Ahr/Eifel, Elmar Schmitz, der auch Jury-Mitglied war. „Hier sind Menschen mit viel Herzblut am Werk, die sich zu 100 Prozent für unsere Region engagieren. Sie haben dazu ein Konzept auf die Beine gestellt, das sehr professionell durchdacht und stringent ist.“

Die Qualität der Versorgung steigert der Förderverein mithilfe von speziellen Simulations- und Teamtrainingseinheiten sowie innovativer Technik. Die dazugehörigen Trainer, sogenannte Instruktoren, werden selbst ausgebildet. Das können Ärzte, aber auch Medizinstudenten oder Rettungssanitäter sein. Um den Nachwuchs kümmert sich „Unser Notarzt“ durch Besuche an Schulen. Dort werden Berufe wie Rettungssanitäter oder Notarzt vorgestellt.. Ein weiteres Standbein des Vereins ist das ehrenamtliche Engagement. Viele Medizinstudenten absolvieren vor ihrem Studium ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ im regionalen Rettungsdienst und entdecken dabei ihre Leidenschaft für die Notfallmedizin. „Das ganze Projekt wird durch die Begeisterung aller Beteiligten getragen“, erklärte Jury-Vorsitzender Werner Böhnke (Düseldorf), der Aufsichtsratsvorsitzende der Westdeutschen Genossenschaftszentralbank.

Zweiter Preis für das Projekt „Ausbildung mit Garantie“

Den zweiten Preis, der mit 3000 Euro dotiert war, nahm die Realschule plus Niederzissen für ihr Projekt „Berufsausbildung mit Garantie“ entgegen. Die Schule bietet ihren Schülern als erste Schule in Rheinland-Pfalz eine Ausbildungsplatzgarantie. Ziel ist es, möglichst allen Schülern, die nach der Schule eine Ausbildung anstreben, eine Lehre in Betrieben der Region Ahr oder der Region Brohltal zu ermöglichen. Umgekehrt profitieren natürlich auch die Firmen vor Ort. Sie bekommen Azubis, die zu ihnen passen, Spaß an der Arbeit haben und langfristig im Unternehmen beziehungsweise in der Heimat bleiben wollen.

Grundlage der Ausbildungsplatzgarantie ist ein zweijähriger, auf den Berufseinstieg ausgerichteter Unterricht in Verbindung mit Berufspraktika und einer schriftlichen Vereinbarung zwischen Schülern und Schule. Darüber hinaus müssen sich die Schüler in ihrer Heimat sozial engagieren. „Aktuell sind schon etwa 40 Unternehmen an der Initiative beteiligt, die Tendenz ist steigend“, sagte Bernd Kaltenhäuser (Mainz), Präsident der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank für Rheinland-Pfalz und das Saarland. Um das Projekt auch auf wissenschaftliche Füße zu stellen, ist geplant, gemeinsam mit der Universität Koblenz eine Studie zu entwickeln, die zeigen soll, wie sehr eine solche Ausbildungsplatzgarantie Schüler motivieren kann.

Platz drei ging an die Schülerinitiative Antweiler/Adenau

Platz drei, der mit 2000 Euro belohnt wurde, ging an das Projekt „Leihpaten“ der Schülerinitiative Antweiler/Adenau. Dabei geben Schüler des Gymnasiums Adenau schwächeren Kindern sowie Kindern mit Flüchtlings- und Migrationshintergrund Hilfestellungen, indem sie bei den Hausaufgaben unter die Arme greifen oder Deutsch mit ihnen lernen. „Die Leihpaten verhindern, dass diese Kinder das schwächste Glied in der Kette sind und durch das soziale Netz fallen. Das ist nicht selbstverständlich, das verdient Respekt“, begründete Pater Prior Dr. Albert Sieger OSB von der Benediktiner-Abtei Maria Laach, warum sich die Jury für dieses Projekt als dritten Preisträger entschieden hatte.

Bei den „Leihpaten“ handelt es sich um Schüler des Gymnasiums Adenau, die dort mindestens die elfte Klasse besuchen. Sie schenken als Paten ihren Schützlingen einmal in der Woche eineinhalb Stunden ihrer Zeit. So können die betreuten Schüler ihre Leistungen verbessern und sind sozial besser integriert. Umgekehrt profitieren auch die Paten: Sie steigern durch die Betreuung etwa ihre soziale Kompetenz. Aktuell sind bereits rund 25 Paten ehrenamtlich im Einsatz.

Der Gastgeber hatte in seiner Ansprache betont, welche Bedeutung der Zukunftspreis Heimat für die Region hat. „Wir sind begeistert, wie viele unterschiedliche Ideen und Projekte die Menschen wieder ins Rollen gebracht haben. Sie engagieren sich ehrenamtlich für eine gute Sache und für ihre Mitmenschen. Alle 111 eingereichten Projekte sind deshalb ein echter Mehrwert für unsere Region“, so Schmitz. „Die Bewerber handeln genau wie die 48 mutigen Männer und eine Frau, die 1866, also vor mittlerweile 150 Jahren, den Grundstein für die heutige Volksbank Rhein/Ahr/Eifel gelegt haben.“ Ihr Handeln sei damals geprägt worden durch den Leitspruch von Friedrich Wilhelm Raiffeisen: „Was der Einzelne nicht vermag, das vermögen viele zusammen.“

Bischof Ackermann, geboren in Mayen, aufgewachsen in Nickenich und als Kaplan tätig in Bad Breisig, hielt eine sehr süffisante, aber gleichzeitig nachdenkliche Rede. Er sei im Geschäftsgebiet der Volksbank aufgewachsen, erst jetzt in Trier sei sein Tätigkeitsbereich noch etwas größer als das des Unternehmens. Er ging vor allem ein auf den Zusammenhang zwischen Heimat und Glaube. „Der Glaube hat sich über Jahrhunderte in diese Landschaft eingeschrieben. Glaube ist etwas, was Heimat gibt“, so Ackermann. „Heimat ist sehr stark eine emotionale Frage und muss eine Ressource bleiben, auch im dritten Jahrtausend in unserer digitalen Welt.“

Den zweiten Preis, mit 3000 Euro notiert, nahm die Realschule plus Niederzissen fürihr Projekt „Berufsausbildung mit Garantie“ entgegen.

Den zweiten Preis, mit 3000 Euro notiert, nahm die Realschule plus Niederzissen für ihr Projekt „Berufsausbildung mit Garantie“ entgegen.

Platz drei ging an das Projekt „Leihpaten“ der Schülerinitiative Antweiler/Adenau. Die Auszeichnung überreichte Pater Prior Dr. Albert Sieger OSB von der Benedektiner-Abtei Maria Laach (rechts).

Platz drei ging an das Projekt „Leihpaten“ der Schülerinitiative Antweiler/Adenau. Die Auszeichnung überreichte Pater Prior Dr. Albert Sieger OSB von der Benedektiner-Abtei Maria Laach (rechts).

Ehre, wem Ehre gebührt (von links): Jury-Vorsitzender Werner Böhnke, Elmar Schmitz (Vorstandsvorsitzender der Volksbank Rhein/Ahr/Eifel), Benedict Körtgen, Dr. Martin Schiffarth, Andreas Solheid (alle vom Förderverein St.-Josefs-Krankenhaus Adenau) und Bischof Dr. Stephan Ackermann. Fotos: SK

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