Wein- und Heimatfest in Kattenes
Ein erfolgreiches Geschäftsmodell mit großem Spaßfaktor
Guter Wein, tolle Musik und leckeres Essen machten beste Laune
Kattenes. Ist ein Geschäftsmodell erst mal erfolgreich, besteht keine Notwendigkeit es zu ändern. Erfolgreich ist die Dorfgemeinschaft Kattenes in Sachen Wein- und Heimatfest, das seit Jahren mit einer humoristischen Weinprobe beginnt. Denn was passt besser zu gutem Wein als gute Laune und gutes Essen. Kein Wunder, dass auch in diesem Jahr eine große Zahl von Menschen gekommen war, um Spaß zu haben. Gisbert Fleumes – „Nennt mich Fleumchen“, ein bekannter Künstler aus dem Kölner Karneval, hatte an diesem Abend die Aufgabe, die Weine anzukündigen. Dass es einen gravierenden Unterschied zwischen Kölsch und Wein gibt – nicht nur im Geschmack – merkte auch er, so wie einige seiner Vorgänger. Es wurden acht verschiedene Weine verkostet, dazu ein deftiger Winzerschmaus serviert. Musikalisch begleitete die Veranstaltung die Nachwuchsband „Hotspot“ aus Lehmen. Vier Jungs und ein Mädel begeisterten die Besucher und machten Stimmung mit einem abwechslungsreichen Repertoire. Oliver Castenholz, erster Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, eröffnete die Weinprobe. Bevor er allen viel Spaß wünschte, ließ er es sich nicht nehmen, auf die Terminänderung des Weinfestes einzugehen, welches jetzt früher durchgeführt wird. Sie hatte viel Sturm in den sozialen Medien entfacht. „Die Tradition ist nicht der Termin, die Tradition ist das Fest!“, mahnte und erinnerte er, und an die „Motzenden“ gerichtet bat er: „Sie sollen uns lieber unterstützen!!“ Denn die Organisation und Durchführung braucht viele helfende Hände. Zum Glück haben die Katteneser damit kein Problem, auch die Dorfjugend steht „Gewehr bei Fuß“. Sie übernahm unter anderem wieder das Servieren, flott und freundlich kredenzten sie Mosel-Rieslinge von trocken bis mild, einen Sekt und einen Weißburgunder und verwöhnten die Gäste. Ortsbürgermeister Rudi Zenz zeigte sich ebenfalls vom Engagement der jungen Leute begeistert und richtete seinen herzlichen Dank an alle Organisatoren: „Es ist viel Arbeit, bis der erste Wein ausgeschenkt ist. Die Weinprobe war von Anfang an eine tolle Idee.“ Auf die Terminänderung eingehend sagte er: „Das ist kein Bruch mit der Tradition, das ist Tradition neu denken.“ Was die Gemeinden Kobern-Gondorf und Löf-Kattenes gemeinsam haben, erläuterte Ralph Dötsch, der den Verbandsbürgermeister Bruno Seibeld vertrat: „Beide Orte haben nur einen Bürgermeister, aber zwei Weinfeste.“ Er wünschte allen tolle Tage, tolle Weine, gutes Wetter und gute Gespräche. Dann trat „Fleumchen“ – Service Kraft im 17. Ausbildungsjahr - in Aktion. Mit den Worten: „Ich bin kein Rheinländer – ich bin Reimender!“, stellte er sich dem Publikum vor. Mit einer Mischung aus dem ungelenken Mr. Bean und dem Reimer Heinz Erhard begeisterte er die Gäste, erzeugte Lachalarm ohne Luft zu holen. Ob Grabsteinsprüche „Ein flotter Feger ist sie gewesen, sie starb als alter Besen“ oder die Beschreibung des intensiven Lebens mit einem Thermo Mix „Bin ich nicht toll, komm mach mich voll“ – „Er kann Karotten und Schalotten schrotten, Lauch auch“ oder die Ode an das Mettbrötchen, die Zuschauer brüllten vor Lachen. Zum Schluss erklang dann noch „Sex Bomb“ und des Komikers Hüllen fielen, glücklicherweise unterbrach er seinen Striptease, bevor es schlimmer wurde und erklärte: „Das ist nur ein kleiner Auszug, weiter war ich noch nicht mit meinem Auszug.“ Er verabschiedete sich, aber nicht ohne dem Publikum mit Staunen zu versichern: „Unglaublich, dass ihr nach so viel Wein noch so fit seid.“ Eine wilde Party am Festsamstag ist ebenfalls Programm und Tradition. In diesem Jahr zeigten die sieben Musiker der Gruppe „Xtreme“ die ganze Bandbreite der Musikgeschichte, eine professionelle Bühnenshow mit modernster Technik und einer 30.000 Watt Soundanlage. Da hatten die Nachbarorte auch noch was davon. Der Festsonntag ist als Familientag deklariert und begann mit einer Messe, ein Mittagessen und Spiele für Groß und Klein schlossen sich an. Zur Musik des Musikvereins Kobern genossen die Gäste Kaffee und Kuchen. Ab 17 Uhr hieß es dann Mitfiebern beim Public Viewing des WM-Spiels Deutschland gegen Mexiko. Da war die deutsche Mannschaft nicht erfolgreich, sie verloren 0:1. Im Gegensatz zu Kattenes, denn der kleinste Moselort zwischen Koblenz und Cochem konnte mit dem 53. Wein- und Heimatfest einen großartigen Erfolg feiern. EP
Oliver Castenholz, Ralph Dötsch und Ortsbürgermeister Rudi Zenz wünschten den Gästen viel Spaß mit Wein und Winzerschmaus.
Die Dorfjugend stand „Gewehr bei Fuß“. Sie übernahm unter anderem wieder das Servieren.
Musikalisch begleitete die Veranstaltung die Nachwuchsband „Hotspot“ aus Lehmen.
