Grundschule St. Georg besichtigt ehemalige Synagoge in Polch
Ein ganz besonderes „Denk-mal“
Polch. Die Schülerinnen und Schüler des vierten Schuljahrs der Grundschule St. Georg haben während einer Unterrichtsstunde im Fach Religion die ehemalige Synagoge in Polch besichtigt. Begleitet von ihren Lehrerinnen wurden die rund 40 Schulkinder von Dieter Georgi, dem Vorsitzenden des Fördervereins der Synagoge, herzlich begrüßt. Er gab den Schülern einen lebendigen Einblick in die Geschichte des Gebäudes und erzählte von den Erlebnissen jüdischer Einwohner Polchs.
Die Synagoge, deren Bau im Jahr 1867 begonnen und etwa zehn Jahre später abgeschlossen wurde, dient seit den 1980er Jahren als Ausstellungsraum für kulturelle Veranstaltungen, unterstützt durch den im Jahr 2010 gegründeten Förderverein. Die Kinder, die bereits im Religionsunterricht über das Judentum gelernt hatten, erkannten in der Mitte des Raumes einen gemalten Davidstern, ein wichtiges Symbol des Judentums. Dieter Georgi schilderte die Geschichte dieser Synagoge während der Reichspogromnacht am 9. November 1938 und wie das Gebäude durch das rechtzeitige Eingreifen der Polcher Feuerwehr vor größerer Zerstörung gerettet werden konnte.
Die Schülerinnen und Schüler zeigten großes Interesse und stellten viele Fragen. Ein Höhepunkt der Besichtigung war der Aufstieg auf die Empore, ein Bereich, der zu Zeiten der aktiven Nutzung der Synagoge ausschließlich jüdischen Frauen und Kindern vorbehalten war. Dieser Besuch war für die Kinder eine einzigartige Möglichkeit, Geschichte unmittelbar zu erleben - ein prägendes „Denk-mal“ im Herzen von Polch. BA
